Muri
Ausgerechnet das Klosterdorf lehnte die «Burka-Initiative» ab – «Vielleicht haben wir besonders viele Fasnachtsfans»

Die Volksinitiative zum Verhüllungsverbot stiess einzig in Muri auf Ablehnung. Alle anderen Gemeinden im Bezirk hiessen sie gut. Was Gemeindepräsident Hampi Budmiger zu diesem speziellen Fakt meint.

Marc Ribolla
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Ein Blick auf das Kloster Muri.

Ein Blick auf das Kloster Muri.

Marc Ribolla (9. Juli 2020)

Die Aargauer Stimmbevölkerung sprach sich am Sonntag, wie auch die restliche Schweiz, für die Volksinitiative zum Verhüllungsverbot aus. Ein Blick auf die Karte mit den Gemeindeergebnissen zeigt, dass dies auch für das Freiamt zutraf.

Nur gerade drei Gemeinden in den beiden Bezirken Muri und Bremgarten lehnten die Vorlage ab. Nebst den beiden Hauptorten Muri (50,6 Prozent Nein-Anteil) und Bremgarten (51,5 Prozent Nein-Anteil) votierte auch Jonen mit 51,9 Prozent Nein dagegen.

29 Stimmen Differenz in Muri

Dass ausgerechnet das katholisch geprägte Klosterdorf Muri die sogenannte «Burka-Initiative» mit 1208 Ja-Stimmen zu 1237 Nein-Stimmen bachab schickte, ist speziell. Der langjährige Gemeindepräsident und Grossrat Hampi Budmiger (GLP), der ebenfalls Nein stimmte, ist aber erfreut darüber und sagt:

«Es freut mich natürlich, dass die Murianer dies so offen beurteilten.»

Eine Erklärung für den «Sonderfall Muri» zu finden, fällt Budmiger aber schwer. Mit einem Augenzwinkern meint er aber: «Vielleicht haben wir hier in Muri einfach sehr viele Fasnachtsfans oder Fussballanhänger.»

Muris Gemeindepräsident Hanspeter Budmiger.

Muris Gemeindepräsident Hanspeter Budmiger.

Britta Gut

Die Differenz von lediglich 29 Stimmen sei wohl in diesem Fall auch einfach ein Zufallsresultat. Budmiger sagt: «Es zeigt, wie eng das Ergebnis war. Die klassische Verteilung von Stadt und Land war dieses Mal bei dieser Vorlage nicht so ausgeprägt.»

Tägerig unterstützte die Vorlage am meisten

Bei den restlichen 18 Gemeinden des Bezirks Muri lag die Zustimmung zur Verhüllungsinitiative ausser in Sins (52,6 Prozent) und Buttwil (52 Prozent) überall bei mindestens 54 Prozent. Prozentual unterstützten die Geltwilerinnen und Geltwiler (62,7) das Anliegen am meisten. In der kleinsten Gemeinde sprachen sich 47 dafür und 28 dagegen aus.

Im Bezirk Bremgarten lag der Ja-Anteil bei den zustimmenden Gemeinden meistens im Bereich zwischen 51 und 60 Prozent. Als Ausreisser nach oben standen die SVP-Hochburg Tägerig (67,1 Prozent), Büttikon (66,5 Prozent) und Villmergen (63,6 Prozent) zu Protokoll.

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