Muri
Geldsegen fürs Klosterdorf – geteilte Freude beim Gemeindepräsidenten

Die Gemeinde Muri präsentiert ihren Rechnungsabschluss des Coronajahrs – und der liegt deutlich höher als erwartet. Die Gründe dafür lassen Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger aber nicht nur jubeln.

Pascal Bruhin
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Das Klosterdorf Muri kann auch 2020 einen deutlichen Rechnungsüberschuss vermelden.

Das Klosterdorf Muri kann auch 2020 einen deutlichen Rechnungsüberschuss vermelden.

Marc Ribolla

Nachdem Muri bereits 2019 mit rund 5 Mio. Franken Überschuss einen traumhaften Rechnungsabschluss der Einwohnergemeinde präsentieren konnte, liegt das Gesamtergebnis im Coronajahr nur wenig darunter. Mit rund 4,5 Mio. schliesst die Rechnung deutlich über Budget ab. «Trotz Corona, aber vielleicht auch wegen Corona, haben wir einen positiven Abschluss erzielt», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter «Hampi» Budmiger (GLP) anlässlich einer Medieninformation zum Rechnungsabschluss 2020 am Donnerstagvormittag.

Tieferer Aufwand wegen Corona, höhere Steuereinnahmen trotz Corona

«Wir wollen das Ergebnis nicht schlechtreden», sagt der Gemeindepräsident. Er fügt jedoch an:

«Aber wir müssen wiederum vor falschen Rückschlüssen warnen.»

Denn tatsächlich sorgte auch die Pandemie indirekt für diesen erneuten Geldsegen. So kam etwa der betriebliche Aufwand um rund 1,25 Mio. Franken unter dem Budget zu liegen. Dies, weil aufgrund der Coronapandemie diverse geplante Projekte und Veranstaltungen wie etwa die 1.-August-Feier, Personalausflüge, aber auch Übungen der Feuerwehr ausfielen. Zudem kam es zu verschiedenen personellen Vakanzen in der Verwaltung, die nicht sofort oder nur interimistisch wieder besetzt werden konnten.

Hans-Peter Budmiger ist seit 2014 Gemeindepräsident von Muri.

Hans-Peter Budmiger ist seit 2014 Gemeindepräsident von Muri.

zvg

Demgegenüber steht ein deutlich höherer Steuerertrag als budgetiert von rund 3 Mio. Franken. Sowohl bei den natürlichen als auch den juristischen Personen stiegen die Erträge. «Das ist eine sehr positive Entwicklung», sagt Budmiger, gleichzeitig blickt er aber auch sorgenvoll in die Zukunft:

«Wir wissen nicht, wohin uns diese Pandemie noch führt.»

Bei der Abwasserbeseitigung und Abfallwirtschaft resultieren wie in den Vorjahren Ertragsüberschüsse. Im Bereich Abwasser beläuft sich dieser auf 502'300 Franken. Aus der Abfallwirtschaft resultiert ein Plus von 141'700 Franken. Per 1. Januar 2021 senkte die Gemeinde deshalb die Abfallgebühren.

Eigenkapital der Einwohnergemeinde wächst um über 10 Mio. Franken

«Etwas, das uns gar nicht gefällt, ist der Blick auf die Investitionsrechnung», sagt Budmiger. Von den budgetierten Investitionen von rund 9 Mio. Franken konnten lediglich 1,2 Mio. ausgegeben werden. Es resultiere ein Finanzierungsüberschuss von 5,5 Mio. Franken. Dieser hohe Überschuss sei dabei aber nur auf den ersten Blick erfreulich. Denn diverse Projekte mussten nochmals verbessert werden, andere haben aufgrund der Pandemie oder personellen Ausfälle eine Verspätung erlitten und wieder andere konnte die Gemeinde nicht beeinflussen, weil der Kanton die Führung innehat. So wurde etwa die Personenunterführung Mürlefeld nicht ausgeführt, das Projekt Kunstrasen auf dem Fussballplatz Bachmatten nochmals überarbeitet und die Sanierung der Zürcherstrasse noch nicht abgerechnet.

Der grösste Posten aber, der nicht investiert wurde, stellt der Umbau der ARA dar. Im Jahr 2020 waren dafür 4 Mio. Franken budgetiert. Wegen personeller Engpässe wurde mit dem Umbau jedoch noch nicht begonnen und entsprechend nichts ausgegeben. Aufgrund des Investitionsstaus wuchs das Eigenkapital der Einwohnergemeinde damit per 31. Dezember 2020 auf 110'350'600 Franken. Das Nettovermögen pro Einwohner von 1366 Franken war fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. «Das wird uns einholen», sagt Budmiger. Denn aufgeschoben sei nicht aufgehoben. So plant die Muri für das Jahr 2021 wiederum Investitionsausgaben in Höhe von rund 8 Mio. Franken. Gemeindepräsident Budmiger sagt:

«Wir sind guten Mutes, dass wir in diesem Jahr einen grossen Teil der geplanten Investitionen tätigen können.»