Kapo-Standorte

Muri gewinnt Kampf um den letzten Freiämter Kapo-Posten

Der Regierungsrat hat entschieden: Die Kantonspolizeiposten in Wohlen und Bremgarten werden geschlossen.

In Bremgarten und Wohlen gibt es bald keinen Posten der Aargauer Kantonspolizei mehr. Der einzige Büro-Standort im Freiamt wird nach dem neuen Konzept «Kapo 2020» in Muri sein. Das hat der Aargauer Regierungsrat gestern Freitag offiziell bekannt gegeben und damit Gerüchte bestätigt, die im Freiamt schon seit ein paar Wochen die Runde machten.

Die Kantonspolizei will künftig im Kanton Aargau nur noch 9 statt wie bisher 17 Polizeiposten betreiben. Dieses Vorhaben hat das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) von Regierungsrat Urs Hofmann im Frühling 2016 bekannt gegeben und bei den Gemeinden in die Anhörung geschickt. Im Dezember 2016 wurden erste konkrete Details zum neuen Konzept kommuniziert. Das DVI gab bekannt, im Freiamt – den Bezirken Bremgarten und Muri – werde es künftig lediglich noch einen Posten geben. Welcher der aktuell noch drei Polizeiposten im Freiamt – Bremgarten, Muri und Wohlen – bestehen bleibe, liess das DVI zu jenem Zeitpunkt noch offen.

Aargauer Kantonspolizei schliesst 4 weitere Standorte

Kapo schliesst 4 weitere Standorte

Damit mehr Polizeikräfte mobile Patrouillen generieren können, muss die Anzahl Standorte weiter reduziert werden.

Gemeinden wurden aktiv

Die drei Standortgemeinden wurden aktiv und versuchten alles, um die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass der Kantonspolizeiposten in ihrer Gemeinde bleiben müsse. Muri hatte dabei von Anfang an recht gute Karten. Das Amtshaus, wo die Kapo logiert, gehört schon dem Kanton. Zudem wird die Regionalpolizei in absehbarer Zeit als Untermieter ausziehen und damit Platz für einen Ausbau frei. Der Murianer CVP-Grossrat Herbert Strebel machte zudem mit einem politischen Vorstoss Druck in Aarau, erwähnte dabei aber explizit, dass für ihn ein Polizeiposten pro Bezirk die richtige Lösung wäre.

Wohlen argumentierte mit seinem Status als Freiämter Zentrumsgemeinde und der Bevölkerungsdichte in der Region. In Wohlen und den Nachbargemeinden im Einzugsgebiet der Regionalpolizei würden mit 35 700 Personen mehr Menschen wohnen als im ganzen Bezirk Muri. Demzufolge seien in dieser Region auch die Einsatzzahlen höher, argumentierte der Gemeinderat. Er machte dem DVI fünf Vorschläge, wo ein künftiger grosser Kapo-Posten realisiert werden könnte.

Bremgarten präsentierte gar ein konkretes Projekt für einen Standort beim Doppelkreisel in der Oberebene und machte damit auch einsatzstrategische Vorteile geltend. Von hier aus sei jeder Einsatzort im Freiamt rasch erreichbar.

Finanzen stark gewichtet

Jetzt sind die Würfel gefallen. In seinem am Freitag veröffentlichten Entscheid erläutert der Regierungsrat noch einmal das Hauptziel der Reorganisation. Mit dem Konzept «Kapo 2020» wolle man die Handlungsfreiheit der Kantonspolizei für die proaktive Verhinde-rung und für die Aufklärung von Straftaten erhöhen.

Das soll primär durch eine Verstärkung der mobilen Präsenz sowie der Ausrüstung von Polizistinnen und Polizisten mit mobilen Arbeitsgeräten erreicht werden. Damit könne die Kantonspolizei ihre Leistungen besser als bisher direkt bei von polizeilich relevanten Ereignissen betroffenen Personen erbringen. Die Schliessung von Polizeiposten werde die Sicherheit der Bevölkerung nicht verringern. Im Gegenteil: Durch die geplante Erhöhung der Patrouillentätigkeit werde diese sogar noch erhöht.

Als künftigen einzigen Standort im Freiamt habe der Regierungsrat das kantonseigene Gebäude in Muri festgelegt. Er habe bei diesem Entscheid berücksichtigt, dass die Stützpunkte im neuen mobilen Einsatzkonzept von Kapo 2020 vor allem die Funktion von logistischen Basen für die Patrouillen hätten.

Die Patrouillen rückten bei Ereignissen in der Regel nicht ab dem Stützpunkt aus, sondern seien bereits im Einsatzraum der Stützpunktregion unterwegs. Von dort würden sie an den jeweiligen Ereignisort beordert. Die Kantonspolizei trage ferner der unterschiedlichen Sicherheits- und Kriminalitätslage in den Einsatzregionen durch eine entsprechende Schwergewichtsbildung in der Patrouillenpräsenz Rechnung, hält die Regierung in ihrer Mitteilung an die Medien fest.

Bei der Wahl des Freiämter Postens haben finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle gespielt. DVI-Generalsekretär Hans Peter Fricker erklärt dazu auf Anfrage: «Die Sicherheit für die Bevölkerung wäre bei allen Standorten gewährleistet. Die Kostenfrage war letztlich sicher stark mitentscheidend.»

Das Geld, das die Kapo mit der Lösung Muri spare, könne sie für andere wichtige Projekte einsetzen, die sonst allenfalls dem Spardruck zum Opfer fielen. Umgesetzt wird das neue Konzept, wenn die Mietverträge in den Posten Bremgarten und Wohlen auslaufen.Kommentar rechts

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