Sins
Musikgesellschaft ersetzte das Alphorn mit dem Dudelsack

Am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Sins ist das Publikum ins ferne Grossbritannien entführt worden.

Patrick Züst
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Stefan Köpfli, selbst ein ehemaliges Mitglied der Musikgesellschaft, hat seine Leidenschaft für den Dudelsack entdeckt. Patrick Züst

Stefan Köpfli, selbst ein ehemaliges Mitglied der Musikgesellschaft, hat seine Leidenschaft für den Dudelsack entdeckt. Patrick Züst

Patrick Züst

Vergangenes Jahr lautete das Motto des Jahreskonzerts noch «Mini Schwiiz». Damals präsentiere man Stücke von Mani Matter, spielte Appenzeller Volksmusik und kollaborierte mit einem Alphornspieler. Dieses Jahr wurde nun das Alphorn mit einem Dudelsack ersetzt.

Denn die Musikgesellschaft Sins wagte den Schritt über die nationalen Grenzen hinaus. «Very British» sollten die beiden Konzerte am Wochenende werden – «Great Britain» hiess das offizielle Motto. Dazu passte die Dekoration, dazu passte das Wetter, dazu passte das Bier. Und selbstverständlich auch der Sound. Auf dem Programm stand ein abwechslungsreicher Streifzug durch die Musikgeschichte Grossbritanniens – von traditionellen Hymnen bis zu moderner Filmmusik.

Dirigent Michael Rösch führte das Orchester stets auf der richtigen Spur durch die Londoner Innenstadt, die schottischen Highlands und den Englischen Königspalast. Man musizierte mit Schwung und Swing, dynamisch vielfältig und rhythmisch genau. Und das traf nicht nur auf die Aktivmitglieder der Musikgesellschaft zu, sondern auch auf den Nachwuchs, welcher das Konzert eröffnete.

Zum Glück ist Schottland auch nach der Referendumsabstimmung im September 2014 noch immer ein Teil Grossbritanniens. Andernfalls wäre dem Sinser Publikum am Wochenende der Auftritt von Stefan Köpfli entgangen.

Sie trommeln auf Tischen

Köpfli war selbst während über 20 Jahren ein Teil der Musikgesellschaft, hat nach der Geburt seiner Kinder dann aber die Trompete an den Nagel gehängt. Seine neue Leidenschaft gilt dem Dudelsack, mit welchem er die Blasmusik bei zwei Songs eindrucksvoll unterstützte. Ob er – wie es in Schottland üblich ist – auf Bekleidung unter seinem Kilt verzichtete, dazu wollte der Freiämter keine Stellung nehmen.

Ebenfalls für Abwechslung sorgten die Tambouren des Musikvereins. In äusserst kreativer Manier nutzten sie Alltagsgegenstände für eine grossartige Demonstration von Rhythmik und Taktgefühl.

Getrübt wurde das abwechslungsreiche Jahreskonzert der Musikgesellschaft lediglich von den dürftigen Ansagen der einzelnen Stücke. Zu schlecht waren diese vorbereitet, zu schäbig wurden sie präsentiert. Aber vielleicht war das auch schlicht britischer Humor.

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