Nachruf
Ein Jahr nach der Pensionierung: Peter Wiederkehr verstarb unerwartet im Alter von 66 Jahren

29 Jahre lang betreute er die Jugend-, Ehe- und Familienberatung Muri. Vor einem Jahr ging Peter Wiederkehr in Pension. Am 8. April ist er unerwartet früh verstorben.

Andrea Weibel
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Peter Wiederkehrs Lächeln wird immer in Erinnerung bleiben. (Archiv, 2016)

Peter Wiederkehrs Lächeln wird immer in Erinnerung bleiben. (Archiv, 2016)

Eddy Schambron

«Er kennt das soziale Umfeld im oberen Freiamt wie kein Zweiter», schrieb AZ-Redaktor Eddy Schambron vor fast genau einem Jahr über den Luzerner Peter Wiederkehr. Es war der Abschiedsartikel für den 65-jährigen Leiter der Jugend-, Ehe- und Familienberatung des Bezirks Muri, denn dieser ging nach 29 Jahren Tätigkeit in die Pension.

Den Wechsel in den Ruhestand hatte Wiederkehr damals gut vorbereitet. Mit seiner Neugier, seinem Wissensdurst und seinem Interesse für politische Vorgänge wollte er aktiv bleiben. Schambron schrieb: «Vielleicht wird er sich in Sachen Selbsthilfegruppen engagieren, vielleicht im Bereich Klimaschutz, ‹ich weiss das jetzt noch nicht so genau›.»

Doch nun kam alles anders. Am 8. April verstarb Peter Wiederkehr unerwartet früh, wie es in der Todesanzeige heisst.

«Die Lösung eines Pro­blems liegt bei den Ratsuchenden selber»

Schambron fand vor einem Jahr passende Worte für Wiederkehr: «Dieser Mann lebt seinen Beruf, auch jetzt, wo er in den Ruhestand tritt. Er bezeichnet die Beratungsstelle als ‹psychosozialen Staubsauger›, als Anlaufstelle für vieles, die so niederschwellig wie möglich sein will. Er hat den Anspruch, den Klientinnen und Klienten auf Augenhöhe zu begegnen. ‹Ich bin als Berater nicht der Magier, die Lösung eines Pro­blems liegt bei den Ratsuchenden selber, ich kann ihnen nur helfen, draufzukommen.› Und das hat er in all den Jahren mit ausserordentlichem Engagement und steter Weiterbildung gemacht.»

Auch die Antwort, die Wiederkehr dem AZ-Redaktor auf die Frage gab, was 30 Jahre Sozialarbeit aus ihm gemacht haben, ist bezeichnend: «Ich bin dicker geworden», lachte Peter Wiederkehr damals. Die Arbeit habe ihn auf jeden Fall nicht zum Pessimisten werden lassen. Er sagte: «Ich habe im Laufe der Jahre einen sicheren, inneren Kompass entwickelt.»

Stets Freude an der Arbeit gehabt

Die Arbeit habe ihm immer Freude bereitet, da seien keine Frustrationen aufgekommen, nicht zuletzt dank einem sehr guten Team. «Ich bin nicht versauert da drin», fasste es Wiederkehr selbst zusammen.
Das Wertvollste sei gewesen, dass er dank der vielen Herausforderungen nie Gefahr gelaufen sei, festzufahren.

Erfolgserlebnisse gab es viele. «Zu Weihnachten habe ich eine Karte bekommen von einem Klienten, der mir nach 20 Jahren für meine Arbeit gedankt hat. Sie habe sich als nachhaltig erwiesen. Das hat mich riesig gefreut», sagte Wiederkehr.