Übergabe
Neubau-Komplex am Bahnhof Wohlen vor Vollendung

Erst wenn es schmerzt, macht man Fortschritte. Nach 9 Jahren ist der Bau «Am Bahnhof» in Wohlen (fast) fertig. Am Freitag erfolgte die symbolische Übergabe.

Malte Aeberli
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Christian Germann bekommt von Carlo Gruber symbolisch einen Zopf-Schlüssel.

Christian Germann bekommt von Carlo Gruber symbolisch einen Zopf-Schlüssel.

Malte Aeberli

Auf den ersten Blick erscheint vieles noch nicht fertig: In den Gängen wird noch gemalt, die Zimmertüren fehlen teilweise und in beiden Gebäuden liegt eine dicke Schicht Baustaub. «Keine Sorge», beruhigt Christian Germann von der Bellerive Immobilien AG aus Zürich: «Bis nächste Woche werden die letzten Arbeiten abgeschlossen sein, damit wir das Gebäude mit Leben erfüllen können.»

Mailand mitten in Wohlen

Die Bellerive Immobilien ist die Eigentümerin und übernahm gestern symbolisch den Komplex. Dazu übergab Carlo Gruber einen Schlüssel aus Zopfbrot an den Vertreter der Bauherrschaft, Christian Germann. «Mir gefällt es», sagt dieser. «Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Bewohner.»

Auf diese warten moderne und helle Wohnungen: In den Gängen und Zimmern ist Laminat; in der Küche und in den Nasszellen schwarze Platten verlegt. Die Badezimmer sind mit grossen Wannen und Duschen bestückt und bilden mit ihren türkisen und weinroten Decken einen Kontrapunkt zum sterilen Weiss im Rest der Wohnungen.

Auffällig sind aber vor allem die grünen Keramikplättchen an den Aussenwänden: «Die Fassade ist eine Hommage an den Mailänder Baustil der 40er-Jahre», sagt Christian Germann von der Bauherrschaft begeistert.

Zufrieden zeigte sich auch der Geschäftsführer der Feldmann Generalunternehmung aus Muri, Carlo Gruber: «Nach all den juristischen Grabenkämpfen sind wir stolz, das Gebäude in weniger als zwei Jahren hochgezogen zu haben.»

In der Tat: Nach zwei Jahren Planung und fünf Jahren Gerichtsprozessen erscheinen die rund anderthalb Jahre Bauzeit sehr kurz. Am Freitag erfolgte nun also zumindest symbolisch der Übergang von der Baustelle zum Wohnraum.

Die Vermietung ist schon in vollem Gange: Der hintere Gebäudeteil ist mehrheitlich vermietet und selbst die Gewerberäume konnten bereits zur Hälfte reserviert werden, obwohl dort lediglich der Betonrohbau gemacht ist. Diese Flexibilität sei gefordert.

Nur im Gebäudeteil zur Strasse hin gestalte sich die Vermarktung schwierig. Der Lärm der Strasse könnte ein Grund dafür sein. Aber Christian Germann bleibt zuversichtlich: «Wenn dann die Detailarbeiten gemacht sind, werden wir sicher alles vermieten können».

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