Für Anwohner Christian Hard sind die Anlässe der «Wave»-Bar in Muri seit Jahren zu lärmig. Seit die Gäste nach dem WM-Spiel Schweiz-Serbien nun auch auf der Strasse feierten, ist es ihm auch zu gefährlich. Er hat deshalb bei der Gemeinde und dem Kanton interveniert. Budmiger, der auch Gemeindepräsident (parteilos) ist, verhindere eine Klärung der Klagen.

Die Kritik am «Wave» geht dessen Fans und Gäste zu weit. Auf Facebook verteidigen sie ihr Lokal und dessen Besitzer Budmiger: «Ich weiss, dass viele Eltern froh sind, dass es das ‹Wave› in Muri überhaupt gibt», schreibt etwa Reto Jörg.  

Michael Feldmann glaubt: «Es gibt eben immer Neider und Unzufriedene.» 

Fränzi Moratti schreibt: «Unglaublich. Es kommt mir vor wie beim ACE Café. Auch dort gibt es diese einzelnen Unzufriedenen.» Und weiter: «Hampi du machst es super mit dem ‹Wave›. Wir sind beim nächsten Public Viewing wieder dabei.»

Auch Muris Vizepräsidentin Milly Stöckli (SVP) hatte Budmiger in der AZ verteidigt: «Er hat alles getan, um die Lärmemissionen so gering wie möglich zu halten. Ausserdem hat er einen Zaun aufgestellt, um das ‹Wave› gegen die Strasse hin abzugrenzen.» Als der Murianer Gemeinderat die Nutzungsvereinbarung mit dem «Wave» besprochen habe, sei Budmiger, wie es sich gehöre, in den Ausstand getreten.

Und was hält Hans-Peter Budmiger von der Sache? Mit der Kritik von Christian Hard konfrontiert, sagte der Gastronom und Gemeindepräsident (parteilos) gegenüber der AZ: «Die unterschwelligen Vorwürfe, ich würde durch mein Amt bevorzugt behandelt, weise ich in aller Form zurück.» 

Aus den Ferien in Frankreich reicht Budmiger auf seinem Facebook-Profil eine weitere Reaktion nach: «Gab es die letzten Jahren bei irgendeinem Anlass Lärmklagen ausser von dieser einen Person? Das Setup für die WM 2018 ist genau gleich wie 2010, 2012, 2014 und 2016, Leinwand, Sitzplätze, Verkaufspunkte alles immer noch gleich wie vor 10 Jahren.» 

Budmiger endet: «Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich bin in der Bretagne und es hat Wellen...… also gehe ich surfen :-)! Vielen Dank an alle, die mich, das ‹Wave› jederzeit unterstützen. Ich glaube wir machen im ‹Wave› verdammt viel richtig und nur deshalb haben wir mit den Nachbarn ein so gutes Verhältnis.»

Ein zweiter Nachbar reklamierte

Am Freitag meldete sich aber auch ein weiterer Nachbar der «Wave-Bar» bei der Redaktion. Der Mann hielt fest, die Aussage, dass nur ein Nachbar wegen des Lärms aktiv geworden sei, stimme nicht. Er habe sich schon im Jahr 2011 in einem Brief beim Gemeinderat Muri darüber beschwert. Dieser habe die Angelegenheit an die Regionalpolizei delegiert, «worauf ich vorübergehend eine Besserung feststellen konnte». Nach und nach habe sich die Lärmsituation wieder verschlechtert. «Die Frage ist berechtigt, ob ein Lokal dieser Art in einem Wohngebiet am richtigen Ort ist», schreibt der Nachbar.

Hans-Peter Budmiger, der momentan in den Ferien ist, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Klar ist aber: Das «Wave» liegt nicht in einem reinen Wohnquartier, sondern in der Wohn- und Gewerbezone. Dort ist laut Bau- und Nutzungsordnung «mässig störendes Gewerbe» erlaubt. Nur ist die Frage, ob das «Wave» mässig oder massiv stört, offenbar umstritten.