Hermetschwil-Staffeln

«Optisch massive Verschlechterung»: Dorfteil wehrt sich gegen Strommasten

Masten der geplanten Freileitung sollen einiges höher werden als die heutigen.

Masten der geplanten Freileitung sollen einiges höher werden als die heutigen.

Das Forum Hermetschwil-Staffeln fordert in einer Stellungnahme, dass die geplante Starkstromleitung verkabelt wird.

Viele Bewohner von Hermetschwil-Staffeln, ja des ganzen Reusstals, fühlen sich übergangen. Obwohl sie angehört wurden, obwohl sie sich klar dagegen ausgesprochen haben und obwohl sie stark davon betroffen wären, planen Bund und Swissgrid eine Variante der Starkstromleitung zwischen Obfelden und Niederwil, gegen die sich die Gemeinden bereits vor Jahren ausgesprochen hatten. Sie sieht eine Freileitung vor, einzig beim Weiler ist eine Verkabelung geplant, aus Rücksicht auf das Naturschutzgebiet.

«Es kommt mir vor, als wären Vögel, Bäume, Fische und Frösche wichtiger als wir Menschen», sagte einer der knapp 100 Anwesenden an der Info- und Podiumsveranstaltung, die das Forum Hermetschwil-Staffeln organisiert hat. Im Vordergrund stand an diesem Mittwochabend die Bündelung der Kräfte, um sich gemeinsam gegen das Projekt zu wehren. Dazu wurde eine gemeinsame Stellungnahme verabschiedet, die die Anwesenden vor Ort unterschreiben konnten.

«Das Erscheinungsbild würde äusserst gestört»

Darin heisst es, dass der Planungskorridor in keinem anderen Gebiet zwischen Niederwil und Mettlen so nahe am Siedlungsgebiet vorbeiführe wie in Staffeln. «Sollte eine Freileitung über den Wald geführt werden, würde das Erscheinungsbild aufgrund der topografischen Verhältnisse und der Höhe der Masten äusserst gestört», heisst es im Papier. «Gegenüber der heutigen Freileitung wäre optisch eine massive Verschlechterung zu erwarten.»

Tatsächlich wären die Masten der geplanten Freileitung einiges höher als die bestehenden. Von bis zu 80 Meter Höhe ist die Rede. Zudem liesse die Korridorplanung zu, dass die Stromleitung bis 60 Meter an Hermetschwil-Staffeln heranreicht. Dass die Leitung über den Wald verläuft, hält Anton Bürgi, Oberförster des Forstbetriebs Wagenrain, für «den denkbar schlechtesten Korridor für den Wald», wie er ausführte. Die Stromleitung würde die Natur wie auch das Erholungsgebiet beeinträchtigen. «Die Leitung würde so hoch, dass man sie von Wohlen und Waltenschwil aus sehen würde.» Er rief dazu auf, sich zu wehren.

Es wird eine Verkabelung der Leitung gefordert

Das Forum Hermetschwil-Staffeln fordert den Bund in der Stellungnahme dazu auf, auf die Freileitung zu verzichten und auf eine Verkabelung zu setzen. Im besten Fall im ganzen Reusstal oder zumindest auf Höhe von Hermetschwil-Staffeln. Und somit das geplante Übergangsbauwerk zwischen Freileitung und Verkabelung von Rottenschwil ins Gebiet «Spannhölzli» im Ortsteil Staffeln zu verlegen.

Die Referenten zeigten sich am Mittwochabend überzeugt, dass eine Verkabelung im Bereich des Möglichen liegt und eine breite Schneise beim Bau umgangen werden kann, indem man auf eine Überkopfbauweise setzt. Weiter wird der Bund aufgefordert, einen unabhängigen Kostenvergleich zwischen Erdverkabelung und Freileitung einzuholen.

Stadt Bremgarten bezieht klar Stellung gegen Projekt

Unterstützt werden die Bewohner von Hermetschwil-Staffeln von ihrer Gemeinde. Im Namen von Bremgarten bezog Stadtrat Daniel Sommerhalder klar Stellung gegen die geplante Variante. Man werde sich mit anderen Gemeinden zusammentun und sich dagegen wehren. Allenfalls auch mit rechtlichen Mittel, so Sommerhalder.

Das Forum wird noch zweimal öffentlich Unterschriften für ihre Stellungnahme sammeln. Am Samstag, 18. Januar, 10 bis 12 Uhr, und Freitag, 14. Februar, zwischen 17 und 19 Uhr, jeweils im Bistro/Laden in Staffeln. Harald Ronge, Präsident des Forums, machte darauf aufmerksam, dass auch persönliche Stellungnahmen sehr erwünscht sind. Diese können bis am 29. Februar beim Bundesamt für Energie eingereicht werden.

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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