Wohlen
Parkplatz in alter IBW-Scheune bleibt günstig

30 Franken pro Monat kostet ein Parkplatz in der IBW-Scheune in Wohlen. Viel zu wenig, findet SVP-Einwohnerrat Christian Lanz. Angemessen, weil das Gebäude baufällig sei und keine Unterhaltsarbeiten ausgeführt würden, entgegnet der Gemeinderat.

Fabian Hägler
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Nur gerade 30 Franken pro Monat kostet ein Einstellplatz in der IBW-Scheune – allerdings ist das Gebäude baufällig und wird nicht unterhalten.

Nur gerade 30 Franken pro Monat kostet ein Einstellplatz in der IBW-Scheune – allerdings ist das Gebäude baufällig und wird nicht unterhalten.

Die marktübliche Miete für einen gedeckten Parkplatz liegt bei 100 bis 150 Franken pro Monat. «Wie ist es möglich, einen Fahrzeugeinstellplatz für 30 Franken pro Monat auf über zehn Jahre unverändert zu einem Symbolpreis zu vermieten», fragte SVP-Einwohnerrat Christian Lanz im November 2012.

Die Anfrage an den Gemeinderat bezog sich auf Plätze in der alten IBW-Scheune.

In der nun vorliegenden Antwort hält der Gemeinderat fest, das 164 Jahre alte Gebäude sei baufällig und in schlechtem Zustand. Zudem seien seit Jahren keine Unterhaltsarbeiten mehr ausgeführt worden. Daher ist der Gemeinderat der Ansicht, «dass die Miete nicht auf marktübliches Niveau angehoben werden kann».

Darf die IBW-Scheune als Garage genutzt werden?

SVP-Einwohnerrat Christian Lanz wies den Gemeinderat in seiner Anfrage darauf hin, dass die IBW- Scheune nicht als Autogarage
genutzt werden dürfe. Lanz ist der Ansicht, dies sei feuerpolizeilich verboten. Der Gemeinderat entgegnet, laut einem Merkblatt der Aargauischen Gebäudeversicherung dürften Einstellräume bis zu einer Grösse von 150 Quadratmetern eine beliebige Bauart aufweisen. «Die IBW-Schür erfüllt diese Kriterien, somit ist eine Nutzung mit Abstellen von Motorfahrzeugen grundsätzlich erlaubt», hält die Behörde fest. (fh)

Auf die konkrete Nachfrage von Christian Lanz, weshalb der Mietzins seit 2001 nie angepasst worden sei, bekräftigt der Wohler Gemeinderat diese Aussage: «Im derzeitigen Gebäudezustand ist eine Anpassung der Miete nicht gerechtfertigt.»

1849 erbaut, wurde die Scheune lange von den Industriellen Betrieben als Magazin benutzt. Auch die damalige Telecom mietete die Räumlichkeiten für Lagerzwecke. Nachdem die Firmen die Nutzung aufgegeben hatten, stand die Scheune leer.

Die Idee, das alte Gebäude in einen Theaterraum umzubauen, scheiterte wegen zu hoher Kosten. «Seither dient die Scheune privaten Mietern als Unterstand für Autos», steht auf einer Tafel, die seit der Ausstellung «Damals – Geschichten zur Erinnerung» im Jahr 2006 an der Wand der IBW-Scheune hängt.

Christian Lanz fragte ausserdem, weshalb zwei Parzellen in der Wohnzone, die im Besitz der Gemeinde sind, als Pflanzgarten genutzt werden. Der Gemeinderat antwortet, er habe sich «in letzter Zeit keine Überlegungen über die Zukunft dieser zwei Parzellen gemacht». Derzeit wird das Land mit einer Fläche von 1286 Quadratmetern für 72 Franken pro Jahr als Pflanzgarten verpachtet.

Der Gemeinderat will im Verlauf des Jahres einen allfälligen Eigenbedarf abklären und die Veräusserung prüfen. Kaufinteressenten seien vorhanden, die Behörde sei aber nicht bereit, «Grundstücke aus rein finanzpolitischen Überlegungen zu veräussern, ohne die spätere Verwendung zu kennen».

Die geplante Entwicklung auf solchen Flächen müsse von allfälligen Käufern klar aufgezeigt werden, schreibt der Gemeinderat.

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