Tägerig
Referendum: Das Sportpaket kommt an die Urne

Die Unterschriftenbögen für die Referendumsabstimmung zum Sportpaket sind im Gemeindehaus Tägerig eingereicht worden. Es waren deutlich mehr, als nötig gewesen wären.

Lukas Schumacher (text und Foto)
Merken
Drucken
Teilen
Finanzverwalter und Gemeindeschreiber-Stellvertreter Fritz Habegger nahm die Unterschriften entgegen; rechts Helena Zimmermann vom Referendumskomitee.

Finanzverwalter und Gemeindeschreiber-Stellvertreter Fritz Habegger nahm die Unterschriften entgegen; rechts Helena Zimmermann vom Referendumskomitee.

Lukas Schumacher

Über das vierteilige Tägliger Sportpaket wird an der Urne befunden. Das Referendumskomitee hat innert kurzer Zeit genügend Unterschriften im Dorf gesammelt. 188 gültige Unterschriften bräuchte es fürs Zustandekommen des Referendums und die Urnenabstimmung. Eingereicht wurden gestern Montag im Gemeindehaus deutlich mehr Unterschriften. Die vier Paketteile waren alle mit Unterschriftenzahlen zwischen 280 bis 288 versehen.

Laut Gemeindeschreiber-Stellvertreter und Finanzverwalter Fritz Habegger werden die Unterschriften in den nächsten Tagen formell überprüft, ob sie gültig sind. Das Datum der Urnenabstimmung legt dann der Gemeinderat fest. Möglicherweise gelangt das Sportpaket am eidgenössischen Abstimmungssonntag vom 18. Oktober (Nationalrats- und Ständeratswahlen) zur Abstimmung. Fest steht, dass separat über jedes der vier Sportpaketteile abgestimmt werden muss.

«Vorteilhaft für alle»

Helena Zimmermann, die Mitinitiantin des Referendumsbegehrens und frühere Gemeinderätin, bezeichnet die sich anbahnende Referendumsabstimmung als «vorteilhaft für alle Dorfbewohner». Die Bedürfnisse des Fussballclubs und des Sportvereins seien ausgewiesen, darüber müsse man nicht diskutieren, sagt Zimmermann. Ein anderes Thema sei, ob der Ausbau der Sportstätten zum Grundbedarf einer Gemeinde gehöre, ähnlich wie die Bildung oder der Ausbau von Strassen und Kanalisationen. Da stelle sich rasch die Frage der Finanzierung respektive Mitfinanzierung durch die Gemeinde: «Wie stark kann und soll die Gemeinde die Infrastruktur unserer Sportvereine mitfinanzieren?»

Zimmermann hält das Sportpaket «für unausgegoren». Zudem hegt sie die Befürchtung, dass ihre finanzschwache Wohngemeinde andere Investitionen auf die lange Bank schieben muss, falls das Sportpaket in der vorliegenden Form – mit Gemeindegeldern von einer Million – realisiert wird. Gross sei im Übrigen die Verunsicherung, welche Auswirkungen die Sportvorlage auf den neuen Steuerfuss zeitige. «Nach unseren Berechnungen brauchts eine Steuerfusserhöhung von 7 bis 8 Prozentpunkten», betont Helena Zimmermann.

«Bitte Fairplay beachten»

Fussballclub und Sportverein reagieren mit Enttäuschung auf die sich abzeichnende Urnenabstimmung. An der Gemeindeversammlung Tägerig Anfang Juni seien die Erweiterungs- und Erneuerungsprojekte bekanntlich sehr deutlich durchgekommen, teilen die Vereine mit. Das damalige vierfache Ja habe man als Wertschätzung und als Vertrauen in die Vereinsarbeit verstanden.

Weiter halten der Fussballclub und der Sportverein fest: «Wir respektieren die direkte Demokratie und das damit verbundene Referendumsbegehren. Wir bedauern aber die Art und Weise, wie bei vereinzelten Personen Unterschriften eingetrieben wurden.» Dabei seien diverse Unwahrheiten und utopische Argumente – «Steuererhöhung bis zu 20% bei Umsetzung des Sportpakets» – aufgetischt worden. Dies sei sehr bedauerlich und habe einige Dorfbewohner verunsichert. Hier habe man den Fairplay-Gedanken krass missachtet, teilen FC und SV Tägerig mit.