Mutig, wenn ein Grossunternehmen wie die Wohler Notter Gruppe einen Referenten zu ihrem Firmenapéro einlädt, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Organisationen solcher Art satirisch zu sezieren. Kurt Notter war so mutig, und die Begeisterung seiner Gäste gab ihm recht.

Kein Geringerer als der «Schawinskinator» Andreas Thiel trat am Donnerstagabend in der Aula des Berufsbildungszentrums Freiamt in Wohlen ans Rednerpult und erklärte den 120 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kundschaft den Sinn von Satire, Politik, Wirtschaft, Religion, Weiterbildung und Handwerk. Das alles unter dem Titel «Wie verbaut man sich die Zukunft?»

Thiel machte seinem Namen als geschliffener Rhetoriker und messerscharfer Formulierer einmal mehr alle Ehre. In der anschliessenden Fragerunde lief er noch einmal zur Höchstform auf, vor allem, als er von Notter nach den Folgen seines Auftritts in der SRF-Sendung «Schawinski» befragt wurde.

Thiel machte keinen Hehl daraus, dass Talkmaster Roger Schawinski Kraft seiner Verbindungen dafür gesorgt habe, dass der Satiriker in keinem Theater mehr auftreten konnte. Mit süffisantem Lächeln im Gesicht, erklärte er dann die Methodik Schawinskis vor und hinter der Kamera und hatte damit wieder die Lacher auf seiner Seite. So spitzzüngig er in seinem Auftritt ist, so galant und unkompliziert ist er danach. Sein Referentengeschenk, einen Wohler Strohhut, zog er sich zur Freude aller sofort über seinen Irokesenschnitt.