Wohlen

Schon vor der Eröffung: Grosser Ansturm auf Secondhandkleidung

Rosaria Franco (links) und Chefin Astrid Bonsaver zeigen die Ware. Chantal Gisler

Rosaria Franco (links) und Chefin Astrid Bonsaver zeigen die Ware. Chantal Gisler

Schon bevor er offiziell geöffnet hat: Beim Secondhandshops der Caritas an der Bahnhofstrasse werden Waren aus zweiter Hand verkauft.

Eigentlich wird der Gebrauchtwarenladen in Wohlen erst heute Freitag eröffnet. Dennoch haben bereits einige Kunden das Angebot des neuen Geschäfts durchstöbert. «Wir waren sehr überrascht», erzählt Astrid Bonsaver, die den neuen Shop an der Bahnhofstrasse leiten wird. «Während wir noch mit den Vorbereitungen beschäftigt waren, kamen plötzlich Kunden herein und fragten, ob sie schon etwas kaufen könnten. Und schon hatten wir unsere ersten Waren verkauft.» Bisher war Bonsaver für eine Caritas-Verkaufsstelle in Aarau zuständig. Da diese oft überfüllt war und Caritas kürzlich ebenfalls in Wohlen einen kirchlich-regionalen Sozialdienst in Betrieb genommen hat, musste ein weiteres Lokal her.

Markenware im Angebot

«Wohlen ist als Standort für den Secondhandshop ideal», erläutert Bonsaver. «Denn die Kunden, die bereits hier waren, schätzen die ländliche und persönliche Atmosphäre sehr. Weiter gibt es in der Umgebung viele Asylunterkünfte. Deren Bewohner sind auf günstige Kleidung angewiesen. Sie kennen und schätzen Caritas und schauen sehr gerne vorbei.» Alle können Kleidung, Schuhe oder Accessoires spenden. Vor dem Verkauf werden die Produkte auf Beschädigungen wie Löcher oder kaputte Reissverschlüsse untersucht. «Wir verkaufen unseren Kunden keine Mängelware. Deshalb wird jedes Kleidungsstück geprüft, bevor es in den Laden kommt», erklärt die Leiterin.

Das Geld, das die Stiftung mit dem Verkauf einnimmt, wird ausschliesslich für soziale Projekte wie beispielsweise Integrationsförderung oder Deutschkurse für Asylsuchende verwendet. Von Armut betroffene Menschen sowie Flüchtlinge, die sich ausweisen können, erhalten zusätzlich noch 30% Rabatt auf das gesamte Sortiment. «Unsere Kundschaft besteht jedoch nicht nur aus Menschen, die auf günstige Kleider angewiesen sind», erzählt die Ladenleiterin. «Viele kommen gerne vorbei, um einfach zu schauen, was wir im Angebot haben.»

Die Kunden schätzen die tiefen Preise, besonders bei Markenartikeln: «Teilweise erhalten wir auch Kleidungsstücke von berühmten Designern wie Armani, Streetman oder Joop.» Bonsaver freut sich jedes Mal, wenn ihre Kunden ein passendes Kleidungsstück finden: «Als ich noch den Laden in Aarau leitete, kam eines Tages eine Frau zu uns. Sie erzählte, dass sie sehr dankbar für die Hilfe von Caritas sei. Denn sie lebe seit Jahren von der Invalidenversicherung, und erklärte, dass sie sich nur dank unserem Angebot so schön einkleiden könne.» (chg)

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