Bettwil / Seengen

Schüler können mittags nicht heim: Das sagen Schule und Gemeinde dazu

Urs Bögli, Schulleiter. (Archivbild)

Urs Bögli, Schulleiter. (Archivbild)

Der Busfahrplan Richtung Seengen bereitet Bettwiler Bezschülern Schwierigkeiten. Sie treffen zu spät zur Schule ein. Eine schnelle Lösung würde viel Geld kosten.

Der Fahrplanwechsel der öffentlichen Verkehrsmittel im Dezember weckt jährlich die Emotionen der Pendlerinnen und Pendler. Die einen freuen sich über die neuen Verbindungen, und bei den anderen wird der tägliche Reiseweg auf den Kopf gestellt. Letzteres passierte 2019 in Bettwil: Seit den letzten Änderungen gestaltet sich die Reise von der Freiämter Gemeinde in Richtung Fahrwangen erheblich mühsamer. Am stärksten davon betroffen sind die Schülerinnen und Schüler, die mit dem Bus zum Unterricht müssen.

«Insbesondere für die Schülerinnen und Schüler, welche die Bezirksschule in Seengen be­suchen, ist es nicht möglich, mit dem Bus über Mittag nach Bettwil und zurückzugelangen», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Auch ihr Nachhauseweg am Nachmittag ist seit den neuen Abfahrtszeiten schwierig. Denn die beiden Busse um 16.12 Uhr und um 17.12 Uhr stehen in diesem Jahr nicht mehr auf dem Fahrplan.

Verbindung kostet schnell Zehntausende Franken

Lösungsansätze für dieses Problem gäbe es einige, doch keine scheint so wirklich perfekt. «Wir könnten jederzeit eine Verbindung bestellen, das kann jede Gemeinde», erklärt Gemeindeschreiber Dieter Studer. «Das kostet aber mehrere zehntausend Franken im Jahr.» Da die Problematik im Moment nur etwa drei bis fünf Schülerinnen und Schüler betreffe, lohne sich das nicht.

Der Gemeinderat und die Schulpflege hätten sich bereits bei der Sektion Öffentlicher Verkehr des Kantons sowie bei der Regionalbus Lenzburg AG gemeldet und sich gegen die Änderungen gewehrt, bis jetzt jedoch ohne Erfolg. Dafür kann Studer aber auch Verständnis aufbringen. Denn der Fahrplan sei fix, und die Zeiten müssen an die Zuganschlüsse in Lenzburg angepasst werden. «Jetzt müssen einfach die Schulen flexibel sein», so Studer.

Und das funktioniert laut Urs Bögli im Moment gut. Als Schulleiter der Bezirksschule Seengen würde er es erfahren, falls dem nicht mehr so wäre. Momentan sei es kein Problem, wenn die Schülerinnen und Schüler aus dem oberen Seetal ein paar Minuten später im Klassenzimmer eintreffen. Für den Fall, dass von aussen der Wunsch nach einer anderen Lösung komme, wäre die Schule vorbereitet. «Wenn es ein Geläuf gibt oder nicht mehr funktioniert, wären wir sehr schnell bereit, den Unterricht fünf Minuten später zu beginnen», erklärt er. Das würde aber auch bedeuten, dass sich die Stunden nach hinten verschieben. «Dann würden die Schüler einfach am Mittag später als um 12 Uhr nach draussen kommen.»

Ob Abendkurse wiederkommen, ist noch offen.

Urs Bögli betont aber, dass es durchaus machbar sei, innerhalb von fünf Minuten von der Bushaltestelle im Schulzimmer zu sein. «Ausser natürlich, man raucht noch heimlich hinter dem Kiosk, aber das ist ja nicht der Sinn», sagt Bögli lachend.

Für die Ausfälle am Mittag und der beiden Kurse von 16.12 und von 17.12 Uhr müssen die Schüler selbst eine Lösung finden. Ob diese beiden Verbindungen beim nächsten Fahrplanwechsel im kommenden Dezember wiedereingeführt werden, weiss der Gemeinderat Bettwil derzeit noch nicht.

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