Widen

Schwertkunst aus Korea im Freiamt

Vladimir Soro trainiert in Wohlen. Für Wettkämpfe benutzt er ein anderes Schwert. Bild: Sandra Ardizzone

Vladimir Soro trainiert in Wohlen. Für Wettkämpfe benutzt er ein anderes Schwert. Bild: Sandra Ardizzone

In Widen finden zum zweiten Mal die Schweizer Meisterschaften im Haidong Gumdo statt. Vladimir Soro ist einer der Teilnehmer.

Karate, Judo oder auch Aikido sind Kampfkünste, die man bei uns kennt. Bei Haidong Gumdo müssen die meisten aber doch nochmals nachfragen, um was es sich da genau handelt. Nämlich um eine südkoreanische Schwertkampfkunst.

Ihren Ursprung hat sie aus der Zeit, als Korea noch von Japan unterdrückt wurde. Damals hatte Haidong Gumdo eine wichtige Rolle bei der Befreiung Koreas. Die Schwertkunst war zu dieser Zeit nicht nur eine Sportart, sondern ein essenzielles Mittel zur Unabhängigkeit. Bis zum heutigen Tag ist Haidong Gumdo immer noch tief in der koreanischen Kultur verwurzelt.

Mittlerweile hat der Sport auch in der Schweiz Fuss gefasst. Am Samstag, 26. Oktober, finden in Widen erneut die Schweizermeisterschaften im Haidong Gumdo statt. Für Vladimir Soro aus Villmergen ist es das dritte Mal, dass er daran teilnimmt.

Der 43-Jährige bereitet sich seit zwei Monaten darauf vor. «Dienstags und freitags habe ich jeweils von 18 Uhr bis 19.30 Uhr Training in Wohlen. Die letzte halbe Stunde widme ich der Wettkampfvorbereitung», sagt Soro.

Nicht wie jede andere Kampfsportart

Anders als in anderen Kampfsportarten, ist der direkte Zweikampf eher selten und es kommt kaum zu Verletzungen. Das Können der Teilnehmer wird in verschiedenen Disziplinen getestet. Soro erklärt: «Im Haidong Gumdo gibt es nebst dem Zweikampf noch vier weitere Disziplinen: das Zeitungsschneiden, das Kerzenlöschen, das Balltreffen und den Formenlauf.

Letzterer ist vergleichbar mit einem Kata im Karate.» Ausserdem kommt es nicht zwingend auf die Kraft eines Kämpfers an, wie bei den meisten Kampfsportarten. Im Fokus von Haidong Gumdo liegen Balance, Ausdauer, Schnelligkeit und vor allem Technik.

Ein weiterer Unterschied ist die Kennzeichnung des Grades. Im Haidong Gumdo wird der Grad nur bis zum ersten Dan mit der Gürtelfarbe gekennzeichnet. Danach bleibt der Schwarze Gürtel, aber dafür wechseln die Trainingsanzüge die Farben entsprechend dem Können.

Kein Neuling, sondern ein erfahrener Schwertkämpfer

Vladimir Soro hat zurzeit den ersten Dan gemeistert. Der entsprechende Anzug trägt die Farbe blau. Haidong Gumdo war aber nicht seine erste Kampfsportart. «Ich ging Jahre lang ins Karate, bis ich eines Tages einen Flyer in meinem Briefkasten hatte. Es war Werbung für den Haidong Gumdo Verein. Zu dieser Zeit suchte ich eine neue Herausforderung und der Umgang mit dem Schwert hat mich sofort fasziniert», erzählt Soro.

Die diesjährige Schweizer Meisterschaft ist weder das erste noch das grösste Haidong Gumdo Turnier, an dem Soro mitmacht. Bereits zweimal hat er an den Schweizer Meisterschaften teilgenommen und dabei zweimal Bronze und einmal Silber in verschiedenen Disziplinen geholt. Er bestritt sogar schon die Weltmeisterschaft in Korea.

Soro erzählt: «Bei der sogenannten Mulimpia durfte ich 2015 und 2017 teilnehmen. Man merkt deutlich, dass Haidong Gumdo dort kein Nischensport ist, eher sogar eine Volkssportart. Es gibt diverse Akademien dafür und die besten Kämpfer sind nahe zu unschlagbar.» Trotzdem konnte Vladimir Soro beeindruckende Resultate erzielen. Dreimal Bronze hat er geholt und 2017 sogar die Silbermedaille im Formenlauf.

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