Natur

Sie sorgen für grosses Interesse: Zwei Rohrdommeln sind die Stars am Flachsee

Die beiden Rohrdommeln ziehen unzählige Fotografen zum Flachsee. Jeder will ein Bild von ihnen knipsen – wie hier, wenn eine einen Fisch verspeist.

Die beiden Rohrdommeln ziehen unzählige Fotografen zum Flachsee. Jeder will ein Bild von ihnen knipsen – wie hier, wenn eine einen Fisch verspeist.

Die beiden seltenen Gäste locken unzählige Fotografen ins Reusstal. Das Beobachtungsversteck ist überlastet.

Während des ganzen Jahres zieht das Beobachtungsversteck beim Flachsee, auch bekannt als «Hide», Fotografen und Hobby-Ornithologen an. Die Artenvielfalt ist gross und auch im Winter kann man seltene Tiere wie den Silberreiher sehen. Der Flachsee ist ein Naturschutzgebiet von schweizweiter Bedeutung. Seit einiger Zeit haben sich nun zwei neue Gäste dort eingenistet. Es handelt sich um zwei seltene Rohrdommeln. Die Tiere wurden schnell zum neuen Höhepunkt für Fotografen aus der ganzen Schweiz.

Es kommen Fotografen aus dem In- und Ausland

«Die beiden Rohrdommeln ziehen scharenweise Fotografen an. Einige reisen sogar aus dem Ausland hierher», sagt Niklaus Peyer, Leiter der Gruppe Information und Aufsicht der Stiftung Reusstal. «Wir haben schon mehrere Meldungen bekommen, dass es im Hide ziemlich eng wird.» Was für normale Besucher ärgerlich ist, kann für die Stiftung Reusstal zu einem ernsten Problem werden. «Leider halten sich nicht alle an die Vorschriften», so Peyer.

«Manche strecken ihren Kopf oder die Kamera durch den Sehschlitz oder sind zu laut.» Peyer sagt: «Nehmen die Leute keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen und die Natur, müssen wir den Hide im schlimmsten Fall vorübergehend schliessen.»

Eine der beiden Rohrdommeln am Flachsee, die viele Fotografen anlocken.

Eine der beiden Rohrdommeln am Flachsee, die viele Fotografen anlocken.

Seit Dezember gibt es die beiden Vögel am Flachsee zu sehen. Was aber erst zu dem riesigen Ansturm von Leuten geführt hat, war die Verbreitung von Rohrdommel-Bildern in den sozialen Medien. Auf Instagram haben diese Bilder mehrere tausend «Gefällt mir»-Angaben bekommen, und auch in der Facebook-Gruppe «Freiamt» wurden die Bilder fleissig geteilt.

Einer der Fotografen, der in der Gruppe aktiv ist, ist Markus Bütler. Er fotografiert regelmässig entlang der Reuss und machte bereits auf seiner Website auf die problematische Anzahl Fotografen aufmerksam. Er schreibt: «Weil die Vögel im Internet so populär sind, hat es mittlerweile so viele Fotografen, dass man kaum noch Platz findet, um Bilder zu machen.» Gegenüber der AZ ergänzt er: «Vor zwei Wochen war ich das letzte Mal im Hide. Da ist mir aufgefallen, dass die Anzahl Besucher weiterhin ansteigt.»

Die Rohrdommeln präsentieren sich perfekt

Was zu den vielen Besuchern beiträgt, ist die optimale Lage der Rohrdommelnester. «Die Rohrdommeln sind zwar meistens auf unterschiedlichen Seiten des Hides, aber beide sehr nahe am Ufer», erzählt Bütler. «Dass sie so nah sind, ist noch weitaus seltener als ihr Besuch.» Zudem sei das Schilf im Winter weniger hoch als das restliche Jahr hindurch, was das Fotografieren der Vögel nochmals einfacher mache.

«Die Tiere sind einfach zu finden, und auf den sozialen Netzwerken werden immer mehr Menschen auf die Vögel aufmerksam», sagt Bütler. «Mittlerweile kommen auch oft normale Besucher. Viele wollen die Vögel mit ihren eigenen Augen gesehen haben.»

Rohrdommeln im Reusstal sind keine Neuheit

«Die Rohrdommel wird im Reusstal regelmässig gesehen. Sie kommt in der Schweiz seltener vor als andere Vögel, ist aber keineswegs bedroht», sagt Peyer. «Schilfgürtel sind ihr natürlicher Lebensraum. Somit sind auch der Flachsee oder die Stille Reuss optimal für sie.» In der Schweiz gibt es den Vogel hauptsächlich im Mittelland. Sonst kommt er in ganz Europa vor, wo er aber nicht überall für so viel Tumult sorgt, wie im Freiamt.

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