Bremgarten/Wohlen
Sinkende Einnahmen - Förster erwägt Sparen beim Unterhalt der Waldstrassen

Der Forstbetrieb Wagenrain zeigt auf, dass das Geld aus dem Holzverkauf nicht für den Betrieb reicht.

Andrea Weibel
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Oberförster Anton Bürgi im Gespräch mit den Behörden. aw

Oberförster Anton Bürgi im Gespräch mit den Behörden. aw

Andrea Weibel

Spaziergänger, Jogger und Biker lieben die Waldstrassen. Gibt es irgendwo Schäden, werden die Gemeinden sofort informiert. Doch die Ausbesserungsarbeiten, Instandhaltungen und das Kiesen sind teuer. «Würden wir die Forststrassen nur so weit instandstellen, wie es für die Bewirtschaftung des Waldes nötig wäre, hätten die Spaziergänger mit den Kinderwagen keine Freude daran», erklärte Oberförster Anton Bürgi vom Forstbetrieb Wagenrain, dem die Gemeinden Bremgarten, Wohlen, Waltenschwil, Dottikon und Hägglingen angehören.

Der Wald mit seinen Wegen ist Naherholungsgebiet. Doch die Förster können die Kosten dafür nicht mehr mit den Holzverkäufen decken, seit die Holzpreise immer tiefer sinken. «Darum überlegen wir uns derzeit, ob es Sinn machen würde, die rund 94 Kilometer Waldstrassen in unseren 960 Hektaren Wald zu klassieren», so Bürgi.

Das bedeutet, dass weniger oft benutzte Wege auch weniger gut instandgehalten würden. Die Behörden der angehörigen Dörfer und der Stadt Bremgarten waren sich darüber uneins, als sie sich am Mittwoch zur Beratung im Wohler Waldhaus Chüestellihau trafen. Die Betriebsleitung, also Oberförster Bürgi und Revierförster Leonz Küng, sowie die Forstkommission, bestehend aus je einem Vertreter der fünf Ortsbürgergemeinden, werden verschiedene Möglichkeiten ausarbeiten.

Der Forstbetrieb ist zuständig für den Strassenunterhalt. Doch seine drei Standbeine, durch die er finanziert wird, sind Holzproduktion, Christbaumproduktion und Arbeiten für Dritte. Bürgi zeigte auf, wie sehr sich der Holzmarkt verändert hat: Im Spitzenjahr 2000 machte der Stammholzverkauf noch gut die Hälfte der rund 19 000 Kubikmeter verkauften Holzes aus, die andere Hälfte war fast ausschliesslich Industrieholz.

2015 konnten nur noch knapp 9000 Kubikmeter verkauft werden, über die Hälfte davon als Schnitzel. Positiv: Der Holzschnitzelabsatz ist hausgemacht. «In allen Gemeinden des Forstbetriebes stehen Holzschnitzelheizungen oder Nahwärmezentralen, die wir beliefern. Rund die Hälfte der Schnitzel müssen wir sogar zukaufen, weil wir nicht so viele liefern können. Das lohnt sich sehr.»

Die Behördeninformation war der Startschuss für eine bessere Kommunikationspolitik im Forstwesen, wie der derzeitige Präsident der Forstkommission, der Bremgarter Stadtpräsident Raymond Tellenbach, bekannt gab.

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