Sins
Doppelt so viel Kapazität: Das neue Wasserreservoir Brandhalde erhöht die Sicherheit für alle

Das Risiko von bloss einem Wasserreservoir für das gesamte Wohngebiet Sins war zu gross. Deshalb hat die Wasserversorgungsgenossenschaft ein neues mit doppelt so viel Platz gebaut. Am Samstag kann es zusammen mit der Bevölkerung in Betrieb genommen werden.

Melanie Burgener
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Nach einer zweijährigen Bauzeit kann das neue Reservoir Brandhalde am Samstag, 23. Oktober, in Betrieb genommen werden.

Nach einer zweijährigen Bauzeit kann das neue Reservoir Brandhalde am Samstag, 23. Oktober, in Betrieb genommen werden.

zvg

Wir wissen alle hier im Haus, das Wachstum dehnte alles aus.
Zwangsläufig kam das Expandieren mit neuen Bauten, Wohnquartieren.

So reimte die Wasserversorgungsgenossenschaft Sins und Umgebung bereits zu ihrem grossen Jubiläum, der 100. Generalversammlung, 1995. Und dasselbe Lied hätte sie auch gute 25 Jahre später singen können. Denn die Situation ist dieselbe, die Anzahl neuer Bauten und Wohnquartieren und das Wachstum von Gewerbe und Industriebetrieben sind gar noch stärker angestiegen. Und mit ihnen der Bedarf nach Trinkwasser in der Bevölkerung.

Kurz: Das Reservoir Tschampani in Sins reichte für die Wasserversorgung der Gemeinde alleine nicht mehr aus. «Wir haben es als Risiko betrachtet, dass es nur ein Reservoir im Wohngebiet Sins gibt. Auch die Löschwasser-Reserve war knapp, denn ein Drittel des Tankes muss immer zur Verfügung stehen, falls es im Dorf brennt», erzählt Urs Rüttimann, Präsident der Wasserversorgungsgenossenschaft. Ein neues Reservoir war also unumgänglich. Also wurde die Kapazität verdoppelt.

Wasser sammeln, reservieren, trinktauglich hygienisieren, zum Verbrauch hin transportieren. Diese Pflicht und Funktion obliegt gemäss Tradition jener Organisation, die seit Jahren existiert und jetzt ein wenig jubiliert.

Dieser Pflicht sind sich die Mitglieder der Genossenschaft – 296 zählte sie zum 100-Jahr-Jubiläum – damals wie heute bewusst. An der Generalversammlung im Januar 2017 sprachen die Stimmberechtigten den Kredit von zwei Millionen für ein neues Reservoir.

Das Wasserreservoir Brandhalde im Bau Anfang 2021.

Das Wasserreservoir Brandhalde im Bau Anfang 2021.

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«Das Verfahren ist sehr gut gelaufen. Es sind alle Genossenschafter aufgesprungen und innert drei Monaten hatten wir die Baubewilligung», blickt Urs Rüttimann zurück. Schwieriger sei es gewesen, einen geeigneten Standort zu finden. «Es ist optimal, wenn beide Reservoire auf gleicher Höhe über Meer sind, damit sie sich gleichmässig auffüllen, wenn man das Wasser anpumpt», erklärt er. Dieser Standort wurde südöstlich von Sins im Wald Brandhalde gefunden.

Was die Geschichte anbetrifft, erzählt die Jubiläumsschrift von der Geburt dieser Genossenschaft, die der Not gehorchend beispielhaft zur Gründungsfeier sich bewegte und sich die Pflichten auferlegte.

Das neue Wasserreservoir Brandhalde konnte nun nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt werden. Neu steht Sins die doppelte Speicherkapazität zur Verfügung. Genau wie das Reservoir Tschampani, das nordöstlich des Dorfes steht, gibt es auch im neuen zwei Becken mit einem Volumen von je 600m2. Dieser Ausbau hänge zum Teil auch mit der neuen Umfahrung zusammen, wie Präsident Rüttimann erklärt.

Denn die Pflicht, die sich die Genossenschaft einst auferlegte, betrifft auch den Neubau. Sollte es im Tunnel brennen, braucht es eine Menge Löschwasser. «Die Zuleitung vom ersten Reservoir ist weiter weg. Die Wassergeschwindigkeit wäre geringer, müssten wir von dort her pumpen», so Rüttimann.

Das neue Reservoir Brandhalde liegt im Wald südöstlich des Sinser Tunnels Letten.

Auch für potenzielle Brände im Dorf bringt der neue Tunnel Letten Vorteile. Denn die Genossenschaft darf dessen Leitung und Hydranten mitnutzen. «Damit hätten wir einen schnelleren Zugang zum Wasser, sollte es im Dorf brennen», sagt Rüttimann.

Diese Pflicht und Funktion wird auch jene Generation, die nach uns kommt, gewissenhaft betreiben, denn die Sorge um das Wasser, die wird bleiben.

Die Sorge und vor allem die Notwendigkeit, dass sich jemand um die Wasserversorgung kümmert, wird wohl auch beim nächsten 100-Jahr-Jubiläum noch bestehen. Deshalb möchte die Genossenschaft das neue Reservoir in der Brandhalde gemeinsam mit der Bevölkerung in Betrieb nehmen. «Wir möchten darauf aufmerksam machen, was wir hier unternehmen, um das Trink- und Löschwasser in Sins und Umgebung sicherzustellen», so Rüttimann.

Am Samstag, um 11 Uhr, können alle Interessierten das neue Reservoir besichtigen und dabei sein, wenn es erstmals in Betrieb geht. «Anschliessend gibt es beim Jägerhaus Bratwurst essen und gemütliches Beisammensein», schreibt die Genossenschaft in ihrer Einladung.

Weitere Informationen zur Wasserversorgungsgenossenschaft Sins und Umgebung und zur Inbetriebnahme auf der offiziellen Website.

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