Reusstal
Sonnenschirme, Blechtonnen, Grillschalen: Sportfischerverein sammelt an der Reuss 250 kg Abfall

Der Sportfischerverein Bremgarten führte am Samstag wieder seine alljährliche Reussputzete durch.

Christian Breitschmid
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Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Präsident Patrick Grau (links) und Vizepräsident Stephan Ineichen besprechen an der Übersichtskarte der Fischenz Bremgarten die Einsätze der verschiedenen Abfallsammelequipen.
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Reussputzete 2019
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Die Mitglieder des Sportfischervereins Bremgarten haben auch dieses Jahr wieder die Reuss zwischen Jonen und Sulz von Zivilisationsmüll befreit. Fronarbeit von ein paar Wenigen zugunsten von Allen.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Die Mitglieder des Sportfischervereins Bremgarten haben auch dieses Jahr wieder die Reuss zwischen Jonen und Sulz von Zivilisationsmüll befreit. Fronarbeit von ein paar Wenigen zugunsten von Allen.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Einen Sonnenschirm mit Ständer, Grillbestandteile und jede Menge Plastik haben Corina Marmet und Patrick Grau an der Feuerstelle beim Waffenplatz Bremgarten gefunden.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Die Behörden bedanken sich schon mal vorsorglich bei allen Reussbesuchern, die ihren Abfall nicht einfach in der Natur entsorgen.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Gut ausgerüstet steigen die Mitglieder des Sportfischervereins auch ins Wasser, um rauszufischen, was den Fischen und anderen Flusslebewesen schadet.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Im Altwasser zwischen Dammspitz und Kalberweid in Fischbach-Göslikon tummeln sich viele Fische. Die gilt es, zu beschützen.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Nicola Meier zieht ein Metallrohr aus dem Uferbereich der Reuss beim Dammspitz. Jungfischer Colin Klauser wartet schon mit dem Abfallsack auf ihn.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Vereinspräsident Patrick Grau erklärt Jungfischer Colin Klauser, wie das Reusswasser aus dem Dammspitz in die Kalberweid gelangt, wo sich Hechte und Karpfen gerne aufhalten.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Jungfischer Colin Klauser hat im Altwasser zwischen Dammspitz und Kalberweid bei Fischbach-Göslikon einen Fisch entdeckt. Nicola Meier erklärt ihm, dass sich hier gerne Lauben, mundartlich: Läugel, aufhalten.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Silvan Christen, Colin Klauser und Dominik Meister haben im Altwasser der Kalberweid eine Blechfass gefunden, das da definitiv nicht hingehört.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Nicola Meier und Jungfischer Colin Klauser fachsimpeln beim Kanal, der den Dammspitz mit der Kalberweid in Fischbach-Göslikon verbindet. Die Handbewegung ist aus vielen Fischerwitzen bekannt...
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Vereinspräsident Patrick Grau präsentiert eines der wertvollsten Altwassergebiete der Reuss innerhalb der Fischenz Bremgarten, die Kalberweid bei Fischbach-Göslikon.
Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Die Mitglieder des Sportfischervereins Bremgarten haben auch dieses Jahr wieder die Reuss zwischen Jonen und Sulz von Zivilisationsmüll befreit. Fronarbeit von ein paar Wenigen zugunsten von Allen.

Reussputzete des Sportfischervereins Bremgarten Präsident Patrick Grau (links) und Vizepräsident Stephan Ineichen besprechen an der Übersichtskarte der Fischenz Bremgarten die Einsätze der verschiedenen Abfallsammelequipen.

Christian Breitschmid

Schön ist sie, die Reuss. Ihrem Lauf zu folgen, mit oder ohne Hund, auf dem Fahrrad oder hoch zu Ross, in Wander- oder Joggingschuhen, auf der Suche nach Ruhe, der freien Natur oder einem freien Grillplatz, das zieht Jahr für Jahr Tausende von Menschen ins Reusstal. Die meisten von ihnen wissen, was sich gehört. Aber es gibt auch solche, für die Begriffe wie Umweltschutz, Respekt und Verantwortung offensichtliche Fremdwörter sind.

Wegen dieser Leute zieht jeden Frühling ein Trupp von Freiwilligen los, um die Reuss zwischen Jonen und Sulz von allem Zivilisationsmüll zu befreien, der die Ufer und das Wasser belastet.

Nur der sichtbare Dreck

Die Mitglieder des Sportfischervereins Bremgarten haben es sich zur Aufgabe gemacht, wenigstens den sichtbaren Abfall in und an ihrem Fluss zu entsorgen. «Noch viel schlimmer ist der unsichtbare», betonte Vereinspräsident Patrick Grau am Samstagvormittag, kurz bevor er sich mit Auto und Anhänger auf den Weg machte, um die schwereren Funde seiner Abfallsammler abzuholen. «Rückstände von Medikamenten, Drogen, Schädlingsbekämpfungsmitteln und tonnenweise Mikroplastik gefährden die Fische und alle anderen Lebewesen der Reuss extrem», erklärte Grau weiter, und Vizepräsident Stephan Ineichen hakte nach: «Darum machen wir uns als Verein und im Aargauischen Fischereiverband auch so stark für den Gewässerschutz und die Gewässeraufwertung.»

Ein Einsatz, der den Fischern oft genug mit Nichtbeachtung oder weiteren Einschränkungen ihrer Tätigkeit gedankt werde, so Ineichen. «Dabei sind wir die Einzigen, die für die Gewässernutzung auch noch bezahlen. Kein Hündeler, kein Rösseler, kein Jogger, Böötler, Schwimmer oder Brätler tut das. Aber die dürfen ihren Dreck hier liegen lassen, damit wir ihn aufsammeln.» Was, notabene, reine Freiwilligenarbeit ist. An diesem Samstag waren es 19 Vereinsmitglieder und Freunde der Bremgarter Sportfischer, die auf dem 16 Kilometer langen Reussabschnitt vom Joner Bach bis zum Sulzer Weiher aufräumten.

Abfallberg wird kleiner

Fünf der 19 Abfallsammler waren übrigens Jungfischer. Grau ist stolz darauf, dass aktuell zehn der insgesamt 92 Vereinsmitglieder Jungfischer sind. Der Nachwuchs legte sich auch mächtig ins Zeug. Am Ende der Reussputzete war der Anhänger von Grau gut beladen mit einer Blechtonne, einem Sonnenschirm, inklusive Ständer, einem Bootsboden, Grillschalen und -rosten, diversen Metallteilen sowie jeder Menge Plastikabfall, PET-Flaschen und Aludosen. «Ich schätze, das sind so etwa 250 Kilo Abfall», mutmasste Grau beim abschliessenden Grillplausch vor dem Vereinslokal. «Von daher muss man schon sagen: Es wird besser. Wir haben einmal weit über eine Tonne Abfall gesammelt an einem Tag. Aber seit 2015 wurde es immer etwas weniger.» Vielleicht ein Zeichen dafür, dass auch die Ignoranz der Menschen abnimmt.

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