Medizinische Versorgung
Kampf gegen Krebs: Spital Muri und Kantonsspital Baden arbeiten in Tumortherapie enger zusammen

Seit einem Jahr betreiben das Spital Muri und das Kantonsspital Baden ein gemeinsames Brustzentrum. Dem folgt nun ein gemeinsames Zentrum für ambulante Krebstherapie in Muri mit Ärzten aus Baden.

Pascal Bruhin
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2019 unterschrieben das Spital Muri und das Kantonsspital Baden einen Kooperationsrahmenvertrag für eine engere Zusammenarbeit.

2019 unterschrieben das Spital Muri und das Kantonsspital Baden einen Kooperationsrahmenvertrag für eine engere Zusammenarbeit.

zvg/Jürg Waldmeier (2018)

Mit dem im Frühjahr 2019 unterschriebenen Kooperationsrahmenvertrag legten das Spital Muri und das Kantonsspital Baden (KSB) den Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit. Nachdem bereits 2020 das gemeinsame Brustzentrum eröffnet werden konnte, wird nun auch ein gemeinsames Zentrum für ambulante Onkologie und Hämatologie betrieben. Dies teilt das Spital Muri in einer Medienmitteilung mit. Mit dem neuen Zentrum soll die Kooperation der beiden Spitäler bei der Krebsbehandlung weiter vertieft werden.

Muri und Baden arbeiten seit Jahren eng zusammen

«Das ist keine Hauruck-Übung. Denn wir starten nicht bei null», sagt Daniel Strub, CEO des Spitals Muri, auf Anfrage. Bereits seit vielen Jahren arbeiten die Spitäler Muri und Baden zusammen. So bestellt etwa das KSB die Apotheke am Spital Muri. Zudem gibt es eine enge Kooperation im Bereich der Dialyse. Strub führt aus:

«Wir haben so viele gute Erfahrungen gemacht, dass jede Kooperation mit Baden positive Gefühle auslöst.»

Auch das Brustzentrum, das noch in diesem Jahr zertifiziert werden soll, sei ein voller Erfolg.

Daniel Strub ist seit 2017 CEO des Spitals Muri.

Daniel Strub ist seit 2017 CEO des Spitals Muri.

Britta Gut (30. Oktober 2020)

In den Räumen, in denen nun das neue Zentrum für ambulante Krebstherapie aufgestellt wird, betreibt das Spital Muri bereits eine onkologische Tagesklinik mit zehn Plätzen. Bis anhin war es jedoch so, dass Onkologen des Kantonsspital Aarau (KSA) in Muri Sprechstunden anboten und ihre Verordnungen für Chemotherapie an das KSB übermittelten. Dessen Apotheke bereitete dann die Chemotherapeutika vor und lieferte diese nach Muri. «In diesen Prozess waren drei Häuser involviert, was für die Kommunikation und letztlich auch für die Gewährleistung der Patientensicherheit zuweilen eine echte Herausforderung war», erläutert Strub. Er fügt an:

«Man darf nicht vergessen, dass es sich bei der Chemotherapie um hochgiftige Substanzen handelt. Da ist jede Information wichtig.»

Um diesen Prozess zu vereinfachen, wurde nun die ärztlich-onkologische Betreuung vom KSA zum KSB verschoben.

Zwei KSB-Onkologen sind neu am Spital Muri tätig

Mit Clemens Caspar, Chefarzt Onkologie am KSB, übernimmt ein erfahrener Facharzt die ärztliche Leitung des neuen ambulanten Zentrums. Er hat bereits das onkologische Zentrum in Brugg aufgebaut. Unterstützt wird er in Muri von KSB-Oberärztin Elisabeth Schmidt. Seit dem 1. April sind die beiden nun von Montag bis Freitag in der Tagesklinik in Muri tätig. Das Leistungsangebot umfasst die ambulante medikamentöse Tumortherapie, Sprechstunden sowie die Abdeckung eines onkologischen Notfalldienstes rund um die Uhr.

Für die Patienten in Muri verbessert sich mit dem neuen Modell entsprechend die fachärztliche Betreuung. Denn mit Caspar und Schmidt wird neu auch die Chemotherapie ärztlich betreut, und der Kontakt zwischen Arzt und Patienten beschränkt sich nicht mehr nur auf die periodischen Sprechstunden. Zudem betreut nun jener Arzt aus der Sprechstunde die Patienten auch während ihrer Chemotherapie.

Eine allfällige stationäre Therapie erfolgt indes am Kantonsspital Baden, da Muri nicht über die entsprechenden kantonalen Leistungsaufträge verfügt. «Für das Personal ändert sich aber fast am meisten», sagt Strub. Denn fortan hat auch das onkologische Pflegepersonal immer einen ärztlichen Ansprechpartner in der Tagesklinik. Der CEO fasst zusammen:

«Es ist ein Zeichen von Professionalisierung, von Kontinuität.»

Weitere Kooperationen mit dem KSB sind angedacht, etwa in der Ausbildung oder der Infektiologie. Wichtig ist es Strub aber, zu betonen, dass das Spital Muri – bei aller Zusammenarbeit mit dem KSB – dabei nicht seine Eigenständigkeit opfert: «Sämtliche Verträge sind innerhalb von sechs Monaten kündbar. Sollte es unerwarteterweise doch einmal zu einem Bruch kommen, würde uns das Know-how zur Weiterexistenz nicht fehlen.»

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