Wohlen
Sportpark Bünzmatt: Der Schlittschuh-Traum ist zum Greifen nah

Für 12,3 Millionen Franken könnte eine 1.-Liga-taugliche Eishalle entstehen. Der Gemeindebeitrag würde 3 Millionen Franken betragen.

Andrea Weibel
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So könnte die Eishalle ab Oktober 2018 aussehen: Die Zuschauertribüne dient im Sommer als Gastro- und Aufenthaltsterrasse.

So könnte die Eishalle ab Oktober 2018 aussehen: Die Zuschauertribüne dient im Sommer als Gastro- und Aufenthaltsterrasse.

Visualisierung/zvg

Die 1976 eröffnete Eisbahn Wohlen, Heim des HC Wohlens, ist das einzige Eisfeld weit und breit und war einst der Stolz des Dorfes. Heute jedoch ist sie marode und erneuerungsbedürftig, höchstens zwei Saisons könnte sie noch bestehen bleiben. Wird das Freiamt danach sein einziges Eisfeld verlieren, das während der gesamten Saison geöffnet ist? Vielleicht nicht. Denn die Pläne liegen vor, der Gemeinderat Wohlen und die Genossenschaft Eisbahn Wohlen planen keine Erneuerung des heutigen Feldes, sondern eine Eishalle, die bis hinauf zur 1. Liga benutzt werden könnte.

Der wichtigste Faktor für die Wohlerinnen und Wohler, die am 25. September darüber abstimmen sollen, ist wohl der Preis. 12,3 Millionen Franken soll die Halle kosten. Doch die Gemeinde selbst würde am Ende nur 3 Millionen beisteuern müssen, den Rest erhält sie vom Swisslos-Sportfonds (3,5 Millionen), der Genossenschaft (1 Million), anderen Gemeinden (1 Million) und weiteren Geldgebern erstattet. Die 3 Millionen der Gemeinde sollen in Form von Aktienkapital an der Betriebsgesellschaft eingesetzt werden, wodurch die Gemeinde Mitspracherecht gewinnen würde.

Doch was würde die neue Halle überhaupt bieten? Das überdachte Eisfeld wird 29 Meter breit und 60 Meter lang. Auf allen vier Seiten soll es von Bauten umschlossen werden. In der kurzen südlichen, dem Schwimmbad zugewandten Gebäudeseite finden alle Räume Platz, die sowohl dem Publikum der Eishalle, als auch dem des Schwimmbades und der weiteren Sportanlagen genutzt werden können.

Dies sind Garderoben, das Restaurant sowie die Kasse – durch diese Synergien kann Geld gespart werden. Auch auf der langen westlichen Gebäudeseite werden Garderoben vorhanden sein. Diese beiden Seiten werden beheizt. Technik und Betriebsräume werden in den beiden rückwärtigen Gebäudeseiten untergebracht, sodass die Bereiche für Publikum und Betrieb ideal entflechtet werden.

Die Dachflächen der eingeschossigen Räume um das Eisfeld herum sind begehbar und dienen in der Wintersaison als Zuschauertribüne. In der Sommersaison und während der Parköffnungszeiten ausserhalb der Badisaison werden sie als Gastro- und Aufenthaltsterrasse genutzt. Das Restaurant wird das ganze Jahr über auch für Parkbesucher geöffnet sein.

Sparen durch Sonnenkollektoren

Beim Bau sollen vor allem einfache, robuste, beständige Materialien verwendet werden. Die äussere Erscheinung der Eishalle soll «vom Zusammenspiel des ruhenden eingeschossigen Sockels und der prägnanten Eisfeldüberdachung mit seinem präzisen Dachrandabschluss und der bewegten Aussensilhouette geprägt» sein, heisst es im Bericht und Antrag an den Einwohnerrat. Das Dach ist so ausgelegt, dass eine Photovoltaikanlage errichtet werden kann, die IB Wohlen AG hat sich schon dazu bereit erklärt. Dadurch wird die Eishalle 170 000 Franken günstiger, weil die äusserste Dachhaut nicht erstellt werden muss.

Die bestehenden Gebäude sind schadstoffbelastet und müssen, ebenso wie die Wasserleitungen, saniert werden. Zudem wird vom Kanton nicht länger toleriert, dass das Eis in die Bünz gekippt wird, sodass auch hier eine neue Lösung gefunden werden muss. Dafür konnten gegenüber dem Wettbewerbsprojekt 5 Mio. Franken eingespart werden. Beispielsweise muss kein Platz mehr für den Werkhof eingeplant werden – dieser kommt in den Hallen der Fisher Scientific beim Feuerwehrlokal unter. Auf eine klimatisch geschlossene Halle wurde verzichtet, stattdessen wird eine einfache, seitlich offene Halle geplant. Und das Obergeschoss sowie der Gastrobereich wurden verkleinert und ein Atrium beim Eingang entfällt.

Sportpark Bünzmatt

Park statt Eisfeld und Badi

Anstelle der bisherigen Badi und des kleinen Eisfelds plant der Gemeinderat Wohlen nun einen «Sportpark Bünzmatt», der die Sanierung der Badi sowie die Erstellung einer Eishalle einschliesst. Ausserhalb der Badi-Öffnungszeiten soll das Gelände als Park offen sein. Auf dem Gelände sollen auch wie bisher Minigolf, Skatepark und Pétanque-Anlage Platz finden. Zusätzlich soll eine Anlage für Beachvolleyball und -soccer entstehen. Die Gesamtkosten für die Anlage betragen 23,4 Millionen – 13 Millionen davon muss die Gemeinde zahlen. Am 20. Juni wird der Einwohnerrat über das Grossprojekt entscheiden, am 25. September kommt es dann vors Volk. Die Aargauer Zeitung stellt mehrere Aspekte in einer Serie vor. (aw

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