Fischbach-Göslikon

Stahlgerüst statt Marienfigur: Weshalb die Kirche jetzt so aussieht

In Fischbach-Göslikon läuft seit kurzem die fast zwei Millionen Franken teure Restaurierung der Maria-Himmelfahrt-Pfarrkirche.

Wer zurzeit vor oder in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Fischbach-Göslikon steht, erkennt sie nicht mehr. Statt Kirchenbänke und Altar-Figuren dominieren Bauabdeckungen und Stahlgerüste. Die Orgel ist in Plastik eingehüllt und rundum mit Holz verkleidet.

Seit rund vier Wochen läuft die Komplett-Sanierung der Maria-Himmelfahrt-Kirche auf Hochtouren. Vergangenen Herbst sprach die katholische Kirchgemeindeversammlung Fischbach-Göslikons einen Kredit über 1,93 Millionen Franken für das aktuell laufende Sanierungsprojekt.

Die 1676 eingeweihte Kirche steht unter nationalem Denkmalschutz. Jonas Kallenbach von der kantonalen Denkmalpflege sagt: «Mit ihrem Schmuckreichtum gilt die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt als eine der schönsten Rokoko-Bauten im Aargau.»

Zuletzt wurde das Gebäude im Inneren vor fast 40 Jahren leicht renoviert. Seither traten einige kleinere und grössere Schäden auf. Der verantwortliche Architekt Daniel Schumacher beschreibt bei der gestrigen Baustellenbesichtigung fünf Problemzonen, die behoben werden. «Es geht um die Risse in den Fassaden, die von den Schwingungen des Glockenturms verursacht werden; die verwitterten Schindelhölzer am Turm, das alte Heiz- und Beleuchtungssystem, die mangelnde Gewölbedämmung und die Verschmutzung der Wand- und Deckenbereiche.» Ausserdem wird die Kirche rollstuhlgängig.

Bischof weiht restaurierte Kirche im Frühling ein

Die aufwendige Sanierung mit hohen Kosten wird die katholische Kirchgemeinde finanziell in den nächsten Jahren herausfordern. Spenden aus der Bevölkerung sind deshalb willkommen. Zur Veranschaulichung steht bei der Kirche ein Spendenbarometer in Form eines weissen Kirchenmodells. Je höher der Spendenbetrag wird, desto farbiger wird das Modell bemalt. Ziel ist es, mindestens 200000 Franken zu sammeln.

Bis die Pfarrkirche innen und aussen in altem Glanz erstrahlt und vom Bischof eingeweiht wird, dauert es noch bis Ende Mai 2021. Bis dahin müssen die Kirchgänger für die Gottesdienstbesuche nach Niederwil ausweichen. Zuvor bietet sich schon am 31. Oktober eine Gelegenheit, die Fortschritte zu sehen. Die Baukommission organisiert einen «Tag der offenen Baustelle», an dem den einzelnen Handwerkern bei ihrer Tätigkeit zugeschaut werden kann.

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