Kommentar

Steuererhöhung in Wohlen: Es wird auch diesmal schwer

Das Gemeindehaus in Wohlen.

Der Gemeinderat Wohlen beantragt auch für das Budget 2020 wieder eine Steuererhöhung von 110 auf 115 Prozent. Der Kommentar.

Die neue Wohler Eisbahn wird demnächst in ihre neue Saison starten und die sanierte Badi ihre zweite beenden. Am Bahnhof wird emsig am neuen Bushof und der neuen Parkgarage gebaut. Und schon erklingt der Ruf, jetzt endlich mit der Neugestaltung der Zentralstrasse vorwärtszumachen.

Die neue Eisbahn ist gebaut und die Badi saniert – doch beide sind noch nicht bezahlt. Auch die Rechnung für die Umgestaltung des Bahnhofs wird kommen. Jene für die Erweiterung der Bezirksschule, den Neubau einer Turnhalle in der Bleichi, die Sanierung der Schulanlage Junkholz und vielleicht die Neugestaltung der Zentralstrasse ebenso.

In Wohlen ist über Jahrzehnte der Unterhalt der Infrastruktur sträflich vernachlässigt worden. Daran ist nicht primär der Gemeinderat schuld, sondern ebenso der Einwohnerrat und das Stimmvolk. Man hat einen möglichst tiefen Steuerfuss immer höher gewichtet als die Sanierung maroder Liegenschaften, den Unterhalt von Strassen oder die Bereitstellung von genügend Schulraum.

Man kann so weitermachen – für die Schule immer neue Provisorien mieten, in sanierungsbedürftigen Schulanlagen nur das Allernötigste reparieren und so weiter. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich ein solches Verhalten bitter rächt. Dennoch ist davon auszugehen, dass es eine Steuerfusserhöhung auch diesmal schwer haben wird. Leider.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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