Wohlen

SVP gegen Kredit für Jugendsession: «Das sind egoistische Forderungen»

Die Jugendsession (hier im Bundeshaus Bern) hat in Wohlen einen schweren Stand.

Die Jugendsession (hier im Bundeshaus Bern) hat in Wohlen einen schweren Stand.

Die SVP wird den Kredit zum Thema «Politische Bildung bei Jugendlichen» an der Einwohnerratssitzung vom Montag, 23. September, zur Ablehnung empfehlen. Wohlen habe dafür kein Geld.

Seit 2004 gibt es in Wohlen alle zwei Jahre eine Jugendsession. Dieser Turnus bewährt sich nach Ansicht des Gemeinderats Wohlen nicht. Er schlägt jährliche Tagungen vor und verspricht sich davon eine deutliche Aufwertung.

Die neu jährlich stattfindende Tagung würde sich jedoch spürbar auf die Gemeindefinanzen auswirken. Veranschlagt ist eine Kostenerhöhung von 6000 auf 13 200 Franken. Das Gesamtpaket «politische Bildung bei Jugendlichen» umfasst zudem Ausgaben von 1500 Franken für den jährlichen Staatskundetag der Wohler Schule sowie 2000 Franken für den Jugendrat, der im November 2008 fix installiert worden ist. Macht alles in allem 17 200 Franken pro Jahr. Im Bericht an den Einwohnerrat beantragt der Gemeinderat, diese 17200 Franken als jährlich wiederkehrenden Kredit zu bewilligen.

Neben der Einwohnergemeinde trägt der Verein für Jugend und Freizeit (VJF) das politische Bildungspaket finanziell mit. Aus dem Vereinsbudget werden jährlich rund 8400 Franken eingesetzt für Arbeitszeit, Infrastruktur und Material der Jugendsession und des Jugendrats.

«Ohne die SVP»

In rüder Tonalität und unnötigen Angriffen gegen die Institution VJF wendet sich die SVP jetzt gegen diese Vorlage, die am nächsten Montag, 23. September auf der Traktandenliste des Einwohnerrates steht:

«Die SVP», schreibt die Partei in einer Mitteilung, «unterstützt die politische Bildung, auch bei den Jugendlichen. Sie ist aber gegen das Ansinnen des Gemeinderats, den Kreis der Ausbildner zu erweitern und den VJF mit dieser Aufgabe zu betrauen. Dafür gibt es keinen triftigen Grund, weil grundsätzlich die Schule diesen Auftrag erfüllen muss.»

«Politik verstehen – Demokratie leben und lernen» heisse es im Begleitpapier zum erwähnten Bericht und Antrag. Dabei sei schon zur Genüge vorgelebt worden, dass Demokratie das sei, was die Linke für richtig halte. Und genau aus diesem Spektrum würden sich dann auch die Ausbildner für die Jugendlichen rekrutieren. Der kostspielige VJF habe sich darauf spezialisiert, seinen Auftrag immer weiter zu fassen: «Dem muss Einhalt geboten werden, denn der VJF entfremdet vielfach die Kinder von ihren Eltern und teils, wie hier vorgelebt, von der Schule.»

Schuld am Politikverdrossenheit?

Die SVP schiebt dem VJF und der Jugendsession die Schuld an der zunehmenden Politikverdrossenheit in Wohlen zu: «VJF und Jugendsession gibt es schon viele Jahre. Ist das politische Interesse der Jugendlichen seither gestiegen? Nein! Bringen VJF und Jugendsession den Jugendlichen sogar den Verleider an der Politik, da zu vieles beschönigt dargestellt wird? Das ist nicht auszuschliessen! Im Jahre 1981 gab es noch 111 Kandidierende für den Einwohnerrat, seitdem ist die Zahl merklich gesunken. Gemäss den Prognosen der Parteien über die Kandidatenzahl bei den baldigen Einwohnerratswahlen wird sich wohl an diesem Trend nichts ändern.»

Es sei purer Egoismus, angesichts des veranschlagten um 3 Prozent höheren Steuerfusses für solche Anliegen Geld zu verlangen, schreibt die SVP und beantragt, den Kredit abzulehnen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1