Zufluchtsort

Trauer-Lebens-Café der Pflegi Muri: Bei Kaffee und Gesprächen seinen Schmerz verarbeiten

Die Pflegi Muri ermöglicht mit ihrem Trauer-Lebens-Café einen würdigen Abschied von geliebten Menschen.

Die Pflegi Muri ermöglicht mit ihrem Trauer-Lebens-Café einen würdigen Abschied von geliebten Menschen.

In der Pflegi Muri können sich Trauernde im Trauer-Lebens-Café nach langer Coronapause wieder austauschen. Die Trauer darf dort sein und sie darf bei jeder Person anders verlaufen. So ist das Café seit zwei Jahren für etliche Menschen ein wichtiger Zufluchtsort.

Das Trauern ist ein heilsamer Prozess, in welchem wir eingeladen sind, unseren Gefühlen Raum zu geben. Davon sprechen die Zeilen des folgenden Gedichtes von Ulrich Schaffer – «Du hast ein Recht auf deine Trauer. Du darfst dich deinen Verlusten widmen, musst nicht verdrängen, was dich beschwert. Du hast ein Recht, das abzutrauern, was dich so tief enttäuscht hat und was du nicht ändern kannst...»

Trauern darf sein und sie darf bei jeder Person anders verlaufen. Viele Stunden trauern wir allein. Keiner kann uns diese Zeit verkürzen. Dann aber gibt es auch Zeiten, wo wir dankbar sind, wenn uns jemand zuhört oder wir uns mit Menschen auszutauschen können, die in einer ähnlichen Situation leben, die Gleiches durchmachen.

Das Trauer – Lebens – Café in der Pflegi Muri war so in den vergangenen zwei Jahren vor der erzwungenen Coronapause für etliche Menschen ein wichtiger Zufluchtsort. «Im Durchschnitt kamen doch immer sieben bis acht Personen, was zeigt, dass es Leute gibt, die froh sind um so ein Angebot», sagt Seelsorger Andreas Zimmermann. Nun ist dieses Angebot ab 15. September wieder nutzbar.

Sich über die eigene Trauer klar werden

In monatlich zwei Stunden (16 bis 18 Uhr) wird Menschen in Trauersituationen die Möglichkeit gegeben, sich zu erinnern, sich über die eigene Trauer klar zu werden und soweit man möchte, die eigenen Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. «Das muss nicht nur den Verlust des Partners oder Partnerin betreffen, sondern auch die Trauer über andere Verlustsituationen, wie das Aufgeben der eigenen Wohnung, der Tod eines Haustieres oder der Verlust der Arbeitsstelle», sagt Zimmermann.

In diesen zwei Stunden soll Unterschiedliches seinen Platz haben, was dem «Trauerprozess» des Einzelnen dienen soll: Reden, Zuhören, Sinn finden, Kaffee trinken, neu Anfangen und je nach Situation das Weinen wie auch das Lachen. Das Team besteht aus Ruth Langenberg und Andreas Zimmermann (Seelsorgende der katholischen Landeskirche) sowie Martina Keusch (Pflegefachfrau und Leiterin der Palliative Care Fachgruppe der Pflegi Muri). (az)

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