Wohlen
Trotz Einwänden der SVP: Einwohnerrat genehmigt neue Stelle für Bauverwaltung

Die zusätzliche Stelle für die Gesamtprojektleitung des Sportparks Bünzmatt wurde kontrovers diskutiert. Entgegen Einwänden der SVP genehmigt der Einwohnerrat eine Aufstockung.

Dominic Kobelt und Andrea Weibel
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Der Einwohnerrat bewilligte der Abteilung Planung, Bau und Umwelt eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle. Dominic Kobelt

Der Einwohnerrat bewilligte der Abteilung Planung, Bau und Umwelt eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle. Dominic Kobelt

Das Volk hat bereits Ja gesagt zum Sportpark Bünzmatt – der Einwohnerrat musste am Montag drei Verträge absegnen, damit das Projekt weiter voranschreiten kann. Dabei handelte es sich um den Baurechtsvertrag, die Leistungsvereinbarung über den Betrieb und den Gesellschaftsvertrag. Mit diesen wird die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Genossenschaft Eisbahn Wohlen geregelt. Thomas Geissmann sprach im Namen der Geschäftsprüfungskommission (GPK) ein Lob an den Gemeinderat aus: «In einer ersten Sitzung haben wir Änderungsvorschläge eingebracht, die alle berücksichtigt wurden.» Die GPK empfahl die Verträge zur Annahme.

Kontrovers diskutiert wurde eine zusätzliche Stelle für die Gesamtprojektleitung. Vizeammann Paul Huwiler erklärte, die 100-Prozent-Stelle in der Abteilung Planung, Bau und Umwelt sei «längst überfällig, der Einwohnerrat möchte schon lange die Kosten von externen Experten senken, und das ist berechtigt». Eine neue Fachkraft könne gleichzeitig noch andere Projekte bearbeiten, beispielsweise im Bereich der Schulraumplanung. «Der Gemeinderat wird oft kritisiert, dass Projekte nicht rasch genug umgesetzt werden. Das hat auch mit Kapazitäten zu tun», führte Huwiler weiter aus.

Roger Isler geht, weil er bleibt Roger Isler (CVP) ist erst 37 Jahre alt und hat schon 11 Jahre Einwohnerrat auf dem Buckel. Nun gibt er sein Amt ab. Er will nicht weiter nach Bern pendeln wie in den letzten fünf Jahren. Doch er tritt nicht zurück, weil er von Wohlen wegzieht, sondern weil er bleibt. Ab 1. März wird der Natur- und Umweltfachmann in der Wohler Gemeindeverwaltung arbeiten, und da er keine Doppelfunktion möchte, tritt er aus Einwohnerrat und Strategiekommission zurück. Er wünscht dem Rat «Köpfe, die etwas zu sagen haben und nicht nur reden». Einwohnerratspräsident Andrea Duschén sieht ihn als «wertvollen Einwohnerrat, als ruhigen Pol, der immer etwas zu sagen gehabt hat». Den Wein hatte Duschén so kurzfristig nicht zur Hand, «den kannst du dir an deinem neuen Arbeitsort abholen», scherzte er. (aw)

Roger Isler geht, weil er bleibt Roger Isler (CVP) ist erst 37 Jahre alt und hat schon 11 Jahre Einwohnerrat auf dem Buckel. Nun gibt er sein Amt ab. Er will nicht weiter nach Bern pendeln wie in den letzten fünf Jahren. Doch er tritt nicht zurück, weil er von Wohlen wegzieht, sondern weil er bleibt. Ab 1. März wird der Natur- und Umweltfachmann in der Wohler Gemeindeverwaltung arbeiten, und da er keine Doppelfunktion möchte, tritt er aus Einwohnerrat und Strategiekommission zurück. Er wünscht dem Rat «Köpfe, die etwas zu sagen haben und nicht nur reden». Einwohnerratspräsident Andrea Duschén sieht ihn als «wertvollen Einwohnerrat, als ruhigen Pol, der immer etwas zu sagen gehabt hat». Den Wein hatte Duschén so kurzfristig nicht zur Hand, «den kannst du dir an deinem neuen Arbeitsort abholen», scherzte er. (aw)

Zur Verfügung gestellt

Die Stelle sei zudem ein Teil der 450 Stellenprozent, die in der neuen Gemeindeordnung beschrieben seien. Die SVP nahm das zum Anlass, das Vorhaben zu bekämpfen. «Warten wir erst ab, ob am 12. Februar die Gemeindeordnung angenommen wird», erklärte Edi Brunner (SVP). Es sei in diesem Fall günstiger, die Arbeiten weiterhin extern zu vergeben, weil ja schon ein externer Experte eingearbeitet sei. Parteikollege Christian Lanz ergänzte: «Die Ressourcen der Bauverwaltung werden nicht vollständig genutzt. Solange da nicht aufgeräumt wird, werden wir keiner Stellenerhöhung zustimmen.»

Mehrheit sieht Sparmöglichkeit

Die Mehrheit des Rates sah im Vorschlag des Gemeinderats eine Möglichkeit, längerfristig Kosten zu sparen. «Wir müssen aber genau hinschauen, dass dadurch der Aufwand für Externe künftig sinkt», mahnte Thomas Geissmann (FDP). Und in Richtung SVP: «Einen Zusammenhang mit der neuen Gemeindeordnung gibt es nicht.» Das bestätigte Huwiler: «Im Bereich Hochbauten mit nur einer Person zu arbeiten, ist fahrlässig, die Stelle wird mit oder ohne neue Gemeindeordnung früher oder später wieder aufs Tapet kommen.» Mit 25 zu 11 Stimmen wurde die neue Stelle genehmigt, die Verträge wurden ohne Gegenstimme bei fünf Enthaltungen angenommen.

Weiter behandelte der Einwohnerrat die Instandsetzung von Flurwegen und genehmigte eine neue Heizungsanlage für das Schulzentrum Bünzmatt (az vom 24. Januar). Zudem sicherte er insgesamt 48 Personen das Gemeindebürgerrecht zu. Von den 52 Gesuchstellern hatte lediglich eine vierköpfige Familie die Voraussetzungen nicht erfüllt. Am Schluss ging es schnell: Das Postulat von Marco Palmieri (SVP) für die Zukunftsgestaltung des Kindes- und Erwachsenenschutzdienstes (Kesd) wurde nicht überwiesen, jenes über eine Amtsenthebung von Gemeindeammann Walter Dubler wurde von Christian Lanz (SVP) zurückgezogen. Einer Diskussion über die Zentralstrasse stimmte die Mehrheit zu so später Stunde nicht mehr zu.