Dintikon

Tunnels könnten des Chaos Lösung sein: Sie sollen den Verkehr auf der Bünztalachse fliessen lassen

Damit die Fahrzeuge nicht mehr so lange vor dem Kreisel Langelen warten müssen, soll ein Tunnel her. (Bild: Toni Widmer)

Damit die Fahrzeuge nicht mehr so lange vor dem Kreisel Langelen warten müssen, soll ein Tunnel her. (Bild: Toni Widmer)

Der Kanton prüft Varianten zur Entlastung der Kreisel Badi in Villmergen und Langelen in Dintikon. So möchte der Kanton den Verkehr-Kollaps verhindern.

«Der Verkehr im Bünztal steht vor dem Kollaps.» Das hat Christina Spoerry, die damalige Leiterin der Abteilung Verkehr im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), schon 2009 in Dottikon an einem Podium zum Thema gesagt. Kollabiert ist der Verkehr auf der Nord-Süd-Achse zwischen Wohlen und Lenzburg zwischenzeitlich noch nicht.

Doch bei einer Verkehrsbelastung von mittlerweile deutlich über 20 000 Fahrzeugen pro Tag ist hier an ein flüssiges Vorwärtskommen nicht mehr zu denken. Staus sind alltäglich und das längst nicht mehr nur in den Spitzenzeiten am Morgen und am Abend. Ein kleiner Unfall oder ein langsames Fahrzeug – schon ist die Strasse hoffnungslos überlastet. Mit den bekannten Auswirkungen auf die umliegenden Dörfer, die mehr und mehr vom Schleichverkehr durch die Quartiere geplagt werden.

Der Kanton ist seit Jahren an vielen Fronten aktiv

Die Verantwortlichen des BVU suchen seit Jahrzehnten nach Lösungen, den Verkehr wieder flüssiger zu machen. Im Gespräch war dabei – unter anderem – ein Ausbau auf vier Spuren ebenso wie eine Westumfahrung von Dottikon, mit der eine gewisse Entlastung auf die östliche Bünztalachse möglich wäre. Erste Priorität hatte aber stets die Sanierung des Autobahnzubringers in Lenzburg, die seit März 2018 läuft. «Wir müssen als Erstes den Abfluss des Verkehrs aus dem Bünztal auf die A1 verbessern. Dann haben wir oben etwas Luft und können weitere Massnahmen prüfen», hatte Christina Spoerry vor zehn Jahren erklärt.

Carlo Degelo, der heutige Leiter der Abteilung Verkehr, bekräftigte diese Aussage vor einem Jahr an einem Vortrag vor der Freiämter Sektion der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK): «Oberste Maxime ist eine möglichst rasche Anbindung der Nord-Süd-Achse an den A1-Zubringer in Lenzburg, dessen Kapazität aktuell ausgebaut wird. Als nächsten Schritt gilt es dann, weitere Massnahmen im Bünztal zu prüfen.» Degelo nannte dabei unter anderem mögliche Kapazitätssteigerungen der Knoten Bullenberg und Anglikon in Wohlen sowie der beiden Kreisel Badi in Villmergen und Langelen in Dintikon/Dottikon.

Arbeit an mehreren Projekten gleichzeitig

Beim BVU arbeitet man nun allerdings nicht gemächlich Schritt für Schritt, sondern parallel an mehreren Projekten gleichzeitig. So befasst sich Marius Büttiker, der als Leiter der Sektion Strassen 2 für die Leitung des laufenden Grossprojekts in Lenzburg zuständig ist, bereits auch mit möglichen Folgemassnahmen im Bünztal.

Beim Knoten Langelen ist ein Bauprojekt bereits in Sichtweite: «Wir haben vorerst Studien für zwei mögliche Entlastungsvarianten erstellt, mit denen sich der Abfluss über diesen Kreisel erhöhen lässt. In der Vernehmlassung bei den involvierten Gemeinden Dintikon, Dottikon und Villmergen hat dabei die ‹Variante tief› klar obsiegt. Wird dieser Entscheid der Gemeinden vom BVU so bestätigt, werden wir für diese Variante ein konkretes Projekt ausarbeiten, das in rund anderthalb Jahren vorliegen könnte», sagt Büttiker.

Bei der «Variante tief», erklärt Büttiker weiter, würde die Hauptachse Wohlen–Lenzburg tiefergelegt und die Querverbindung Dintikon–Dottikon auf dem heutigen Niveau belassen. Von dieser Massnahme verspreche man sich eine deutliche Leistungssteigerung des viel befahrenen Knotens sowie eine Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Bünztalstrasse.

Gleiche Überlegungen für Badi-Kreisel in Villmergen

Beim Badi-Kreisel in Villmergen ist man mit der Planung noch nicht ganz so weit. Doch auch hier steht eine niveaufreie Lösung im Raum: «Ein Projekt für die Erarbeitung von Variantenstudien ist soeben angelaufen», erklärt Büttiker. Wie schon beim Knoten Langelen würden diese Studien aufzeigen, ob sich die Kapazität mit einer Verlagerung der Hauptachse in den Boden steigern lasse oder ob es auch Lösungsmöglichkeiten auf dem bisherigen Niveau gäbe.

So oder so: Im Gegensatz zur SBB, die dem Freiamt in Sachen Kapazitätssteigerung im öffentlichen Verkehr nach wie vor kaum etwas zu bieten haben, ist man im BVU intensiv daran, die Situation für den Individualverkehr im Bünztal zu verbessern. Das darf man in der Region mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen.

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