Wohlen
Umbauten und zwei Container für 70 Asylsuchende

Für die Umnutzung der Zivilschutzanlage bei der Kanti Wohlen liegt nun das Baugesuch auf. Wann die Asylbewerber einziehen könnten, steht noch nicht fest.

Dominic Kobelt
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An der Nordfassade sollen zwei Container oberirdische Aufenthaltsmöglichkeiten bieten, der Eingang zurZivilschutzanlage ist links im Bild beim Geländer. Dominic Kobelt

An der Nordfassade sollen zwei Container oberirdische Aufenthaltsmöglichkeiten bieten, der Eingang zurZivilschutzanlage ist links im Bild beim Geländer. Dominic Kobelt

Fünf Räume der Zivilschutzanlage in Wohlen, direkt unter der Kantonsschule, sollen umgenutzt werden. Vier sollen als Schlafräume und einer als Aufenthaltsraum dienen. Schon im letzten Oktober hätten laut Kanton 80 Asylsuchende einziehen sollen. Einen Monat zuvor wurde der Einwohnerrat darüber informiert. Nachdem klar wurde, dass dafür ein Baugesuch nötig ist, verschob sich der Termin.

Nun ist noch von 70 Asylsuchenden die Rede – wann der Bezug der Anlage im Optimalfall stattfinden könnte, hänge von Fortschritt der Bauarbeiten ab, wie Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) sagt: «Ich möchte nicht spekulieren.» Klar ist, dass das Baugesuch noch bis Ende Februar aufliegt, danach verstreichen weitere drei Wochen, bis es rechtskräftig wird. Die Nutzung der Anlage für die Unterbringung von Asylsuchenden ist zeitlich beschränkt.

Zwei Container gegen Lagerkoller

Die Arbeiten sind mit 220'000 Franken veranschlagt. Der bestehende Lagerraum wird neu als Aufenthaltsraum genutzt. Eine Küche mit Abluftanlage und eine Waschküche werden eingebaut. Zudem braucht es Elektroheizlüfter.

Geplant sind neben den Anpassungen im Inneren auch zwei Container an der Nordostfassade der Kantonsschule. Die oberirdische Aufenthaltsmöglichkeit soll dem «unterirdischen Lagerkoller entgegenwirken und den Aufenthalt im Freien kanalisieren», schreibt das DGS.

Zwischen den Containern gibt es Platz für zwei Kehrichtcontainer und einen Veloständer. Der vorgesehene Standort für die Container unterschreitet aber den vorgeschriebenen Abstand zur Rigackerstrasse.

Da die Strasse in diesem Bereich für den Durchgangsverkehr gesperrt ist und nur Fahrradfahrer passieren können, habe das keine Auswirkung auf die Verkehrssicherheit. Kanton und Schulverwaltung seien mit dem Standort einverstanden, da der Schulbetrieb nicht beeinflusst wird, da die Asylsuchenden das eigentliche Schulgelände nicht betreten müssen.

In solchen Fällen kann eine erleichterte Ausnahmebewilligung erteilt werden, wie das DGS schreibt. Mit der Kantonsschule werden «Sperrzonen» auf dem Schulareal vereinbart, grundsätzlich haben die Asylbewerber keinen Zutritt zu den Räumlichkeiten des Schulgebäudes.

24-Stunden-Betreuung

Die Betreuung der Asylsuchenden wird der Kantonale Sozialdienst (KSD) übernehmen. Die Betreuungsperson ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr vor Ort. In der Nacht, auch an den Wochenenden, wird die Betreuung durch den mobilen KSD-internen Nachtdienst wahrgenommen, heisst es im Betreiberkonzept.

Die Bewohner sind für Einkauf und Zubereitung der Mahlzeiten selber verantwortlich, sie werden in die Hausarbeiten und die Pflege der Umgebung einbezogen. Nebst diesen Tagesstrukturen stehen zur Beschäftigung Deutschkurse und Beschäftigungsprogramme externer Anbieter und gegebenenfalls auch gemeinnützige Einsätze in der Gemeinde (z. B. Litteringprogramme oder Neophyten-Bekämpfung) im Angebot.