Muri

Ungewissheit für Turbokreisel: Wird er optimiert oder so bleiben?

So viel Platz gibt es für Velofahrer im Turbokreisel in Muri selten. Eddy Schambron

So viel Platz gibt es für Velofahrer im Turbokreisel in Muri selten. Eddy Schambron

Bis in etwa zwei Wochen will die Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt die Antworten zum Kreisel beim Coop Muripark liefern.

«Der Turbokreisel ist für die Benutzerinnen und Benutzer eine nicht alltägliche Situation und zum Teil anspruchsvoll zu befahren», stellt Daniel Schwerzmann, Abteilung Tiefbau, fest. Für Velofahrer, vor allem für ungeübte, sei er zusätzlich schwierig.

Allerdings könne er jetzt noch keine konkreten Schlüsse aus der Verkehrserhebung bekannt geben, da diese zuerst genau analysiert werden müssten. Klar sei: «Die gewünschte Leistungssteigerung des Kreisels wird nur zugelassen, wenn die Verkehrssicherheit auch gewährleistet ist.»

Bis Ende März befand sich der Turbokreisel in einem Versuchsbetrieb. Und schon bald auch in der Kritik: Hans Wipf, passionierter Velofahrer aus Muri, Architekt und Bauverwalter, hatte in einem Schreiben Anfang April an das Departement Bau, Verkehr und Umwelt unter anderem die mangelnde Sicherheit des Turbokreisels für Velofahrer beklagt und kritisiert, dass die verschiedenen Spuren den Normen des Verbandes Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) widersprechen (AZ vom 8. März).

Auch folge der nicht den Empfehlungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), die 2016 festgestellt hat, dass bei zweistreifigen Kreiseln ausserorts und bei Turbokreiseln die Radfahrer abseits der Kreiselfahrbahn geführt werden sollten.

Mit Verbesserungsvorschlägen

Auf eine Antwort musste Wipf lange warten. In seinem Schreiben vom 7. Juni entschuldigte sich Schwerzmann für die Wartezeit und führte aus, dass der Bericht des unabhängigen Ingenieurs nach Abschluss der Versuchsphase dem Kreisel wohl eine Leistungssteigerung attestiere, «gleichzeitig aber auch die erhöhten Anforderungen an die Verkehrsteilnehmer infolge der unterschiedlichen Einfahrten» feststelle.

«Er enthält auch Verbesserungsvorschläge dazu». Was noch fehle, sei eine Beurteilung der Verkehrssicherheit, «weshalb wir den Bericht zur Ergänzung nochmals zurückweisen mussten». Er stellte eine konkretere Antwort bis Mitte Juni in Aussicht, welche allerdings vorerst ausblieb.

Schwerzmann bedauert das. Die zusätzlichen Abklärungen zur Verkehrssicherheit hätten noch mehr Zeit erfordert.

Mit Videoaufnahmen

Die Erhebungen zur Beurteilung der Verkehrssituation nach dem Umbau des Kreisels wurden von Ballmer und Partner, Aarau, durchgeführt. Dabei wurde auf der Luzernerstrasse eine zweiwöchige Querschnittsmessung, vom 28. März bis 12. April durchgeführt. Zusätzlich wurden durch die Sektion Verkehrstechnik bei zwei Kandelabern Videokameras installiert, um während rund einer Woche, vom 29. März bis 8. April, den Verkehrsablauf am Kreisel zu filmen und zu analysieren.

Gegen das Bauvorhaben waren bei der Ausschreibung keine Einwendungen eingegangen, auch von Wipf nicht. Er habe das unterlassen, weil der Kreisel als Versuchsbetrieb deklariert gewesen sei, erklärt er. «Jetzt muss man aber über die Bücher.» Auslöser für seine Forderung ist ein selbst erlebter Unfall als Velofahrer im Januar. Im März lieferte er weitere von ihm gesammelte Meldungen über Unfälle oder Beinahe-Unfälle mit dem Fahrrad am Turbokreisel an die Abteilung Tiefbau und schloss mit dem Satz: «Es ist zu handeln, bevor es zu spät ist.»

Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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