Coronavirus

Vereine fürchten um Existenz: Die Freiämter Fasnächtler wollen vom Regierungsrat klare Vorgaben

So viele Gäste wie 2019 (Bild) wird der Schürball Unterlunkhofen 2021 ziemlich sicher nicht haben.

So viele Gäste wie 2019 (Bild) wird der Schürball Unterlunkhofen 2021 ziemlich sicher nicht haben.

Einige Fasnachtsanlässe wurden schon abgesagt – nun wenden sich die Vereine gemeinsam in einem Brief an die Regierung.

Die Fasnacht im Freiamt nahm im vergangenen Jahr ein abruptes Ende: Wegen den zunehmenden Corona-Infektionen musste der Schüürball in Unterlunkhofen abgesagt werden, nachdem die Guggenmusik Sumpfer Stilzli eine Woche lang mit den Aufbauarbeiten beschäftigt gewesen war.

Und auch für die kommende Saison rechnen die Freiämter Guggen nicht mit einer Normalisierung der Situation. Trotzdem sind sie sich einig, dass die Fasnacht in irgendeiner Form stattfinden muss – an Ideen mangelt es nicht. Aber was ist möglich und was nicht?

Die Unsicherheit ist gross, so wenden sich die Vereine nun in einem Brief an den Regierungsrat – unterschrieben haben die Präsidenten von 15 Guggen und Fasnachtsvereinen. In ihrer Anfrage möchten sie Auskunft zu vier Punkten: Die erste und wohl wichtigste Frage ist, ob Fasnachtsanlässe überhaupt bewilligt werden.

Die Guggenmusiken Näbelgeischter Jonen und Stiefliryter Muri spielen für die Sumpfer-Stilzli Kelleramt

Die Guggenmusiken Näbelgeischter Jonen und Stiefliryter Muri spielen für die Sumpfer-Stilzli Kelleramt

Nach der Absage des Schüürballs  munterten befreundete Guggen die Sumper-Stilzli wieder auf.

Klarheit brauchen die Guggen auch über die Auflagen, insbesondere, ob es Unterschiede zwischen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien geben wird. Schliesslich möchten sie wissen, ob Barbetriebe zulässig sind, und ob das Concept-Tracing-Zentrum des Kantons über genügend Kapazität verfügt, damit Fasnachtsanlässe über mehrere Wochen durchgeführt werden könnten.

Lucas Burri, Präsident der Guggenmusik Näbelgeischter Jonen, stellt klar: «Mitte November werden die Guggen gemeinsam darüber entscheiden, ob und in welcher Form eine gemeinsame Fasnacht zu Stande kommt.»

Auch den Fasnachtshochburgen droht ein Vereinssterben

Ob die Aargauer Regierung bis Ende Oktober verbindliche Richtlinien definieren kann, wie es die Freiämter fordern, ist fraglich. Das bereitet den Guggen Sorge, denn es geht für sie nicht nur um den finanziellen Aspekt, wie sie betonen: «Wenn die Guggen keine Auftritte haben, droht das Vereinsleben einzuschlafen, es können kaum neue Mitglieder gewonnen werden, während die altersbedingten Austritte trotzdem erfolgen.» Falls sich diese Situation länger nicht verändere, drohe ein Vereinssterben, fürchten sie.

Nicht nur die Guggen sind um ihre Anlässe besorgt, viele Freiämter Veranstaltungen sind bereits abgesagt oder finden eingeschränkt statt. So lässt das OK der Wohler Fasnacht auf ihrer Facebook-Seite verlauten, man habe schweren Herzens entschieden, die Bälle im Casino, der Bleichi und der Plattform abzusagen. «Wir wären aber keine Fasnächtler, wenn wir uns nicht mit vollem Einsatz um vertretbare Alternativen kümmern würden.»

Ähnlich tönt es bei der Fasnachtsgesellschaft Heid-Heid aus Villmergen: «Da wir nicht auf Grossanlässe angewiesen sind, planen wir eine Fasnacht für einmal im kleineren Rahmen. Wir versuchen, kreativ zu bleiben, und suchen neue Ideen für Anlässe, die gute Chancen haben, durchgeführt werden zu können», sagt Präsident Oliver Meyer.

Die gesamte Fasnacht könnte in Frage gestellt werden

Marcel Buchmann vom OK der Bremgarter Fasnacht geht derzeit davon aus, dass zumindest einige Anlässe durchgeführt werden können. «Wenn sich aber die Vorgaben von Bund und Kanton in nächster Zeit verschärfen, kann es sein, dass die gesamte Fasnacht in Frage gestellt ist.» In Muri, einer der Fasnachtshochburgen im Freiamt, haben sich alle Organisatoren zusammengesetzt. Wenn überhaupt, dann werde etwas «im kleinen Rahmen» stattfinden. Der definitive Entscheid werde an einem weiteren Treffen am 23.Oktober gefällt. Der Jahrgängerverein 1971 aus Villmergen trifft sich Anfang Oktober mit dem Gemeinderat zu einem Austausch. Und auch die IG Fasnachtsumzug Dottikon hat beschlossen, noch weitere Abklärungen bezüglich der geforderten Vorgaben von Bund und Kanton zu treffen.

Die besten Bilder der Fasnacht im Aargau 2020:

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