Merenschwand

Volg plant Überbauung für 11 Millionen Franken – das Projekt polarisiert

Landi-Präsident Andreas Schüpbach stellt in Merenschwand das auf 11 Mio. Franken veranschlagte Neubauprojekt vor. Toni Widmer

Landi-Präsident Andreas Schüpbach stellt in Merenschwand das auf 11 Mio. Franken veranschlagte Neubauprojekt vor. Toni Widmer

Die Landi Freiamt hat in Merenschwand Grosses vor. Im Dorfzentrum, an heikler Lage gleich neben der Schulanlage, will die Genossenschaft ihre bestehende, in den 1960er-Jahren erstellte Liegenschaft abbrechen und eine neue Überbauung realisieren.

«Wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Vorhaben nicht überall nur Beifallsstürme auslösen. Denn dieses Projekt, das ist uns absolut klar, hat auch Nachteile», erklärte Andreas Schüpbach an einem Informationsanlass für die Merenschwander Bevölkerung. Das Projekt polarisiert denn auch.

Hoher Sanierungsbedarf

Die Landi Freiamt betreibt in Merenschwand den einzigen Dorfladen mit integrierter Metzgerei sowie eine Tankstelle. Der Laden läuft laut Schüpbach sehr gut: «Es ist eine unserer Perlen.» Die Liegenschaft hat allerdings hohen Sanierungsbedarf: «Die Wohnungen müssten renoviert werden, das Flachdach sowieso, und auch die Tage der Heizung sind bald gezählt», erklärte der Landi-Präsident.

Zum Handeln veranlasst gesehen hat sich die Genossenschaft auch, weil an der zentralen Lage im Merenschwander Ortskern grössere Veränderungen anstehen. Der Knoten «Hirschen» wird zum Kreisel umgebaut und deshalb das gleichnamige Restaurant abgebrochen. Die Landi kann die Restparzelle erwerben und so ihre Parzelle arrondieren und optimieren.

Mit hohen Auflagen verbunden

Dennoch stand ein Neubau nicht von Anfang an fest. «Wir haben eine Studie erstellen lassen, in deren Rahmen auch eine Sanierung der Liegenschaft in Betracht gezogen worden ist. Abbruch und Neubau haben sich am Ende aber als zukunftsgerichtetere und wirtschaftlichere Lösung erwiesen», sagte Andreas Schüpbach.

Nach ihrem Grundsatzentscheid lancierte die Landi einen Projektwettbewerb unter drei Architekturbüros. Dabei galt es einige Hürden zu überwinden: «An diesem zentralen Ort kann man nicht einfach bauen. Denkmalpflege und Ortsbildschutz haben ein gewichtiges Wort mitzureden. Daneben gilt es auch, verkehrstechnische Auflage zu überwinden. Unter anderem führt über dieses Areal auch ein kantonaler Radweg», erklärte der Landi-Präsident.

Die Projekte wurden von einem breit abgestützten Gremium beurteilt und bewertet und das Siegerprojekt des Büros SiR Zürich zur Weiterbearbeitung auserkoren. «Diese Lösung überzeugt durch eine gute Stellung der Gebäudekuben und die allgemeine gute Gestaltung. Es gibt bei diesem Projekt weder eine Vorder- noch eine Rückseite», erläuterte Landi-Geschäftsführer Daniel Strebel. Weitere Pluspunkte seien – unter anderem – die klare Abgrenzung zum Strassenraum, die Konzeption der Wohnungen mit ihrer Ausrichtung nach Süden, die Abgrenzung des Schulareals vom Strassenraum sowie die optimale Lösung des Verkehrsflusses: «Die Anlieferungen können in einem Rundlauf erfolgen, die Lastwagen müssen nicht rückwärts fahren. Das erachten wir vor allem auch deshalb ideal, weil unser Areal unmittelbar an jenes der Schule grenzt», sagte Strebel.

Gemeinde in Planung involviert

Die Gemeinde war in die bisherige Planung des Projekts stets integriert und auch in der Jury des Projektwettbewerbs vertreten. «Das Vorhaben ist sehr komplex, bisher unseres Erachtens jedoch sehr seriös angepackt worden», erklärte Gemeindeammann Hannes Küng. Die Gemeinde habe geprüft, ob sie im geplanten Neubau «gewisse schulische Bedürfnisse» verwirklichen könnte, die Landi habe jedoch nach interner Prüfung abgewinkt. «Damit», sage Küng, «ist die Situation geklärt. Wir müssen unsere Raumbedürfnisse auf dem Schulareal lösen. Die Planung ist angelaufen, und dabei ist auch das Notter-Haus ein Thema», erklärt er an der Information zum Volg-Vorhaben.

Diese war erstaunlich gut besucht, und es entwickelte sich auch die erwartete rege Diskussion. Noch ist das Projekt allerdings nicht spruchreif. Bis die Landi zum Spatenstich laden kann, müssen noch verschiedene Verfahren durchlaufen werden.

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