Widen
Wanderer müssen keine Angst vor schnellen Pfeilen haben

Die Bogenschützen trainieren in der Burkertsmatt direkt neben dem Wanderweg. Kein Grund zur Besorgnis, sagen die Verantwortlichen. Doch das sehen nicht alle so.

Dominic Kobelt
Drucken
Werner Pfister schiesst auf eine 30-Meter-Scheibe.KOB

Werner Pfister schiesst auf eine 30-Meter-Scheibe.KOB

Wer auf dem Wanderweg um die Sportanlage Burkertsmatt spaziert, den kann zeitweise ein mulmiges Gefühl beschleichen. In kurzer Entfernung schlagen Pfeile auf den Zielscheiben ein. Die Pfeile haben beim Abschuss Geschwindigkeiten von bis zu 100 Metern pro Sekunde.

Müssen die Spaziergänger auf die Treffsicherheit der Bogenschützen vertrauen? Das fragt sich auch Gertrud Fischer aus Widen. «Der Platz wird auf drei Seiten von Wanderwegen begrenzt. Die 90-Meter-Scheibe steht nur wenige Meter vom Weg entfernt», hält sie fest. Sie befürchtet, dies könnte für Spaziergänger, Kinder und Hunde gefährlich werden. Die Zielscheiben sind in unterschiedlichen Distanzen von 30 bis 90 Metern aufgestellt.

Schutzvorrichtungen vorhanden

«Der Bereich, der am nächsten an die Wanderwege angrenzt, wird für das Training auf lange Distanz genutzt. Zum Schutz der Passanten sind Pfeilfangnetze installiert, da kann nichts passieren», gibt Werner Pfister, Präsident des Bogenschützenclubs Widen-Bremgarten Entwarnung. Man müsste absichtlich über die Scheiben schiessen, um bis zum Fussweg zu gelangen.

Auch auf kurze Distanz bestehe keine Gefahr, erklärt Pfister: «Auf kurze Distanzen schiessen wir nur da, wo das Gelände ansteigt, sodass Fehlschüsse in den Boden gehen.» Zudem habe der Platz den Vorteil, dass die Fussgänger von weitem sichtbar seien, sodass niemand unbemerkt auf das Feld laufe, solange die Schützen trainierten.

Die Mitglieder des Vereins verfügen über eine gewisse Treffsicherheit. Aber was, wenn jemand das Bogenschiessen erlernen möchte? Auch hier beruhigt der Bogenschütze: «Mit Neulingen schiessen wir nur auf eine Anfängerscheibe, die weit weg von den Fusswegen ist – und mit schwächeren Bögen als die geübten Schützen.»

Es brauche etwa ein halbes Jahr Erfahrung, bis auf die 30-Meter-Scheibe geschossen werden darf. «Bis zur 50-Meter-Scheibe braucht es nochmals viel Training. Das erlauben wir erst, wenn es eine Gruppierung gibt, also die Pfeile nicht über die ganze Scheibe verteilt auftreffen», erklärt Pfister. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bogen sei Teil der Grundausbildung.

«Es soll allen wohl sein»

Trotzdem hat Erich Näf, Präsident der Betriebskommission Burkertsmatt Verständnis für Gertrud Fischer. «Wir haben das Thema an der letzten Betriebskommissionssitzung besprochen und werden mit Frau Fischer Kontakt aufnehmen, damit wir das zusammen anschauen können. Wir möchten, dass allen wohl ist.» Näf ist überzeugt, dass man zu einer einvernehmlichen Lösung kommen wird. Ob dazu weitere Massnahmen nötig sind, liesse sich jetzt noch nicht sagen, erklärt Näf.

Aktuelle Nachrichten