Das herbstliche Hudelwetter lädt mit Nebel und Regen dazu ein, an den Wochenenden drinnen zu bleiben und mit der Familie ein Brettspiel zu spielen oder sich mit einem guten Buch und einer Tasse Tee auf dem Sofa nostalgisch dem Sommerwetter nachzutrauern. Am liebsten möchte man die Welt in den kommenden Monaten nur noch aus der warmen Stube heraus betrachten.

Doch im Wald warten Blätter und Nüsse darauf, in fantasievolle Kreationen verwandelt zu werden. Es lohnt sich, einen warmen Strickpullover überzuziehen und mit den Kindern einen Spaziergang ins Grüne, oder besser gesagt ins Orange, zu machen. Für die Leiterin der Wohler Waldspielgruppe, Barbara Storr, ist der Herbst keine Jahreszeit, in der man zu Hause vor dem Kamin sitzenbleiben sollte: «Ich finde, im Herbst kann man draussen viel mehr unternehmen als im Sommer, wenn man meistens einfach in der Badi rumliegt.»

Für sie und ihre Spielgrüppler ist die kommende Zeit besonders spannend: «Der Herbst bietet ein Füllhorn an Material. Wir sammeln es und verbringen damit super Tage im Wald», erzählt Storr. Aus den gesammelten Nüssen und Blättern kann man kleine Tierchen oder Dekorationen basteln. Oder man macht einen Blätterhaufen, in den die Kinder hineinspringen können.

Eichel-Kaffee für die Kleinen

«Man muss sich im Wald nur umsehen», sagt Storr und zeigt auf eine Eiche am Wegrand. Aus den länglichen Nüssen dieses Baumes kann man nämlich etwas Spannendes herstellen: Eichel-Kaffee. «Den dürfen auch Kinder trinken», schmunzelt Storr. Dafür muss man die Eicheln sammeln, schälen, den Kern über dem Feuer rösten, mahlen und mit Wasser aufkochen. Sind diese Schritte erledigt, muss die Brühe nur noch gesiebt werden, schon kann man den Kaffee geniessen.

«Damit sind die Kinder einen ganzen Tag lang beschäftigt», so Storr. «Am Ende hat man etwas zu trinken und musste dafür nicht mal einkaufen.» Ihre eigenen Kinder erinnern sich noch bis heute an dieses Erlebnis. «Die Kinder sollen den Wald mit allen Sinnen erkunden. Das geht halt durch den Magen», lacht die Spielgruppenleiterin. So brätelt die Gruppe manchmal Maroni über dem Feuer und lernt dabei den Unterschied zu den Rosskastanien.

Auch Laternen bastelt Storr mit den Kindern. Dafür hüllen sie ein Taschentuch und getrocknete Blätter mit selbstklebender Folie ein und befestigen diese, sodass man ein Windlicht hineinstellen kann. «Das sieht sehr edel aus und leuchtet ganz hübsch», sagt Storr. Damit man im Herbst draussen nicht friert, empfiehlt sie Bewegungsspiele.

Mit der richtigen Kleidung könne man jedem Wetter trotzen. «Weder Regen noch Nebel macht den Kindern etwas aus. Im Herbst gilt das Schichtenprinzip, und natürlich dürfen die Regenhosen nicht fehlen.» Barabara Storr betont ausserdem, dass man die Kinder auch einfach mal getrost spielen und erkunden lassen kann, denn der Wald steckt voller unentdeckter Möglichkeiten.