Es war ein Schock für die Bewohner von Jonen, als im Dezember bekannt wurde, dass der Gemeindeabwart im Geheimen Kinderpornografie konsumierte. Der 54-jährige Mann wurde fristlos entlassen. 

Kameras auf dem Schulgelände habe er jedoch keine installiert, sagte der Abwart damals. Auch Gemeindeammann Jürg Rütimann bestätigte: «Wir haben die sensiblen Orte trotzdem geprüft und nichts gefunden.»

In einem Brief, den die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten am 14. Februar an die Eltern schrieb und der der AZ vorliegt, heisst es nun, in der Zwischenzeit seien die beim Beschuldigten beschlagnahmten elektronischen Datenträger ausgewertet worden. «Diese Auswertung hat gezeigt, dass der Beschuldigte etliche Filmaufnahmen gespeichert hatte, die er von Kindern in der Schule in den Umkleidekabinen gemacht hatte.»

Die Aufnahmen würden ausschliesslich bekleidete Kinder zeigen. Die Kantonspolizei hat die Eltern jener Kinder, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, in einem separatem Schreiben informiert. Die Schule hat sie zudem zu einem Elternabend eingeladen.

Die heimlichen Filmaufnahmen sind gemäss Staatsanwaltschaft ein Antragsdelikt. Einzig die Geschädigten oder – im Fall von Kindern unter 16 Jahren – deren Eltern können Strafantrag stellen.

Der Abwart war 18 Jahre lang bei der Gemeinde angestellt. Er kümmerte sich um alle öffentlichen Liegenschaften, seine Haupttätigkeit fand aber in der Schule statt.

Negativ aufgefallen sei er nie, im Gegenteil, er sei immer sehr hilfsbereit gewesen, sagte eine Mutter im Dezember gegenüber der AZ: «Es war ein Riesenschock.» Auch ihre Kinder, die im Teenageralter sind, kannten den Abwart. Dieser sei im Umgang mit den Schülern zurückhaltend und geduldig gewesen.

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Wie die Gemeinde Jonen am Montag mitteilte, wurde der Leiter Haus- und Werkdienst fristlos entlassen. Grund dafür sind der mutmassliche Konsum und die Verbreitung von verbotener Pornografie. Es sind weder Schülerinnen und Schüler noch Mitarbeitende der Gemeinde oder der Schule zu Schaden gekommen. (18. Dezember 2018)

(sam)