Arni

Wenn der sonst trockene Bach plötzlich zur Gefahr wird – 300'000 Franken für Hochwasserschutz

Der Bachgraben wirkt bei Trockenheit harmlos, wird bei Regen aber zu einer Gefahr für die Liegenschaften.

Der Bachgraben wirkt bei Trockenheit harmlos, wird bei Regen aber zu einer Gefahr für die Liegenschaften.

Die Gemeinde Arni investiert für den Hochwasserschutz 300'000 Franken in die Sanierung des Oberfeldbachs.

«Die Auswirkungen des Hochwassers haben wir in unserer Liegenschaft bereits zu spüren bekommen. Es ist fatal, wenn auf einmal Wasser ins Haus eindringt und man nichts dagegen ausrichten kann», schilderte eine Bewohnerin an einer hochwassergefährdeten Strasse in Arni der AZ. «Es ist wirklich eine sehr unangenehme Erfahrung», betonte sie.

Damit die betroffenen Bewohner des Quartiers, durch das der Oberfeldbach fliesst, in Zukunft vor Wasserschäden geschützt sind, hat die Gemeinde bei der F. Preisig AG, Bauingenieure und Planer in Aarau, ein Wasserbauprojekt zur Bachsanierung in Auftrag gegeben. Ziel ist es, den Hochwasserschutz vom Oberfeldring bis zum Hüttenbächli auf einer Länge von rund 150 Metern zu verbessern.

Bachbett meistens trocken, aber...

Vom Oberfeldbach sei die meiste Zeit überhaupt nichts zu sehen, denn im relativ kleinen Bachgraben fliesse in Trockenzeiten kein Wasser, erfuhr die AZ von Quartierbewohnern. Bei starken Regenfällen oder anhaltenden Niederschlägen fülle sich das Bachbett entlang der Wohnhäuser jedoch mit viel Wasser und der Bach schwelle zu einem veritablen Fliessgewässer an, was zu Überschwemmungen führe. Die Gemeinde hat erkannt, dass beim Oberfeldbach ein Hochwasserschutzdefizit besteht. Damit dieses behoben werden kann, sind eine Sanierung mit teilweiser Vertiefung des Bachlaufes sowie eine Kalibervergrösserung der eingedolten Bachleitung notwendig. Die bestehenden Querschnitte der Leitungen sind zu klein.

Um dieses Problem zu beheben, wurde bereits ein entsprechendes Projekt erarbeitet. Die direkt betroffenen Grundeigentümer wurden schon persönlich über das kommende Vorhaben informiert. Die Projektpläne, der Landerwerbsplan und die Landerwerbstabelle liegen noch bis am 26. November in der Gemeindeverwaltung Arni öffentlich auf.

Gemeinde möchte Schwachstellen beheben

Führt der Oberfeldbach Wasser, tritt es im Bereich Oberfeld, am Durchlass Oberfeldring und am Einlauf zur Eindolung aus und fliesst anschliessend entlang verschiedener Quartierstrassen. Das führt dazu, dass angrenzende Liegenschaften stark überflutungsgefährdet sind. Im Technischen Bericht «Gefahrenkarte Hochwasser Oberes Reusstal» ist der Oberfeldbach in Arni mit den Schwachstellen erfasst und als geringe bis mittlere Gefährdungsstufe klassiert. Basierend auf dieser Gefahrenkarte möchte die Gemeinde Arni das Sanierungsprojekt forcieren, um diese Schwachstellen bald zu beheben.

Die Bauherrschaft verfolgt mit dem Vorhaben als übergeordnete Ziele auch die Nachführung der Gefahrenkarte Hochwasser Oberes Reusstal sowie die Vergrösserung des Durchlasses und der Eindolung des Bachdurchlasses mit durchlaufender Kiessohle. Es wird eine naturnahe Bachgestaltung mit Geländeanpassungen angestrebt. Eine geschützte Hecke am Bachverlauf soll erhalten bleiben und auch vorhandene Gartenanlagen und Bepflanzungen sollen womöglich weiterhin bestehen bleiben.

Baubeginn voraussichtlich im August 2020

Mit dem Baubeginn wird – sofern das Projekt ohne Einsprachen bewilligt werden kann – im August 2020 gerechnet. Die Bauzeit für die rund 150 Meter lange Sanierungsstrecke wird etwa zehn Wochen betragen. Die Kosten für die Arbeiten sind auf 300000 Franken veranschlagt.

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