Aussicht
Widen, Bellikon und Bergdietikon wollen turmhoch hinaus

Mit einem 35 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Hasenberg wollen die drei Gemeinden Widen, Bellikon und Bergdietikon ihren Zusammenhalt stärken und im wahrsten Sinne des Wortes Weitsicht schaffen.

Patrick Züst
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Diesen Panoramablick vom Hasenberg aus, hier ermöglicht vom Hubretter der Feuerwehr Mutschellen, sollen Turmbesteiger in zwei, drei Jahren geniessen können.

Diesen Panoramablick vom Hasenberg aus, hier ermöglicht vom Hubretter der Feuerwehr Mutschellen, sollen Turmbesteiger in zwei, drei Jahren geniessen können.

Patrick Züst

Man sieht vom Zugersee bis nach Zürich, von Eiger, Mönch und Jungfrau bis weit ins Reusstal hinauf. Für diese atemberaubende Aussicht hat Peter Spring, Gemeindeammann von Widen und Projektleiter, schon unzählige Arbeitsstunden investiert. Und in den kommenden Monaten werden es noch einige mehr. Denn die «Gemeinde mit Weitsicht», wie Widen auf der eigenen Website für sich wirbt, will ihren Slogan zum Wahrzeichen wandeln. Ein Aussichtsturm auf dem Hasenberg, der die Region verbindet und die eigene Bekanntheit steigert.

Mit einem Informationsanlass begann soeben die konkrete Planungsphase. Spätestens 2017 soll der Turm baubereit sein. Neben Widen und Bergdietikon wird auch die Gemeinde Bellikon an diesem Projekt beteiligt sein, wo man mitten im Wald und an der Grenze zu Widen den idealen Standort für den Turmbau gefunden hat.

Ein Einblick in den Ausblick

35 Meter über den Boden – da will man mit dem ambitionierten Bauprojekt hin. Und da befand man sich schon an der Informationsveranstaltung. Denn mit einem Hubretter der Feuerwehr Mutschellen konnte man sich am geplanten Standort und in schwindelerregender Höhe bereits jetzt ein Bild vom Panorama machen, welches sich einem auf dem Aussichtsturm bald präsentieren soll. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert und auch Projektleiter Spring war die Freude ins Gesicht geschrieben: «Die Aussicht ist absolut phänomenal, ich freue mich auf die Umsetzung dieses Projekts. Natürlich ist uns aber auch bewusst, wie viele Faktoren wir bei der Planung berücksichtigen müssen und wie viel Arbeit bevorsteht», sagt der Gemeindeammann. Besonders die verkehrstechnische Erschliessung des Turms, der aufwendige Unterhalt und die geforderte Nachhaltigkeit seien Themen, mit welchen man sich in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen müsse.

Hölzern soll er werden

Damit der Turmbau auf dem Hasenberg nicht zu einem Turmbau zu Babel verkommt, wo Verständigungsprobleme ein effizientes Arbeiten verunmöglichten, stellt das Projektteam eine offene und ressortübergreifende Kommunikation bereits zu Beginn der Planungsphase in den Vordergrund. Man will die kritischen Stimmen im Vorfeld abholen und wird deshalb intensiv mit den jeweiligen Stakeholdern und Sponsoren zusammenarbeiten. So will man die komplexen Zusammenhänge verstehen, welche dieses Bauprojekt auf Natur und Umwelt hat. Auch die Fachhochschule für Holz und Bau wird sich in einer Projektgruppe mit dem ehrgeizigen Vorhaben beschäftigen. Bezüglich Design will man sich nämlich am Fricktaler Cheisacherturm orientieren und wird deshalb materialtechnisch vor allem mit Holz arbeiten.

Finanziell rechnet man derzeit mit Investitionskosten von rund einer Million Franken. Für einige potenzielle Stakeholder ist das offenbar eine zu wenig nachhaltige Investition. So stellte eine Frau am nach dem Verlassen des Hubretters konsterniert fest: «Also ich habe die Aussicht jetzt gesehen – wieso brauchen wir dann noch einen Aussichtsturm?»

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