Widen
Der Hasenberg hat seinen Aussichtspunkt zurück: 210 Stufen führen auf den neuen Turm

Im Rahmen eines dreitägigen Festes wurde in Widen der neue Hasenbergturm eingeweiht. Die Bevölkerung und Regierungsrat Alex Hürzeler zeigten sich beeindruckt über den 110 Tonnen schwere Neubau.

Walter Christen
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Der neue Hasenbergturm bietet einen Ausblick auf den Weiler Hasenberg (im Vordergrund) und auf die Umgebung des Mutschellen.

Der neue Hasenbergturm bietet einen Ausblick auf den Weiler Hasenberg (im Vordergrund) und auf die Umgebung des Mutschellen.

Walter Christen

Er ist 40 Meter hoch und gut in die Landschaft eingepasst – der Hasenbergturm in Widen. Wer die 210 Treppenstufen überwindet und dann zuoberst auf der Aussichtsplattform steht, geniesst bei schönem Wetter einen herrlichen Panoramablick, der von der Ostschweiz, über die Innerschweizer Berge bis zu den Berner Alpen reicht.

Der neue Hasenbergturm in der Gemeinde Widen ist 40 Meter hoch und rund 110 Tonnen schwer.

Der neue Hasenbergturm in der Gemeinde Widen ist 40 Meter hoch und rund 110 Tonnen schwer.

Walter Christen

Mit einem dreitägigen Fest wurde der Turm über das 1.-August-Wochenende gebührend eingeweiht. Die Stimmen und Reaktionen zum Neubau, dessen Gesamtkosten sich, inklusive Erneuerungsfonds, auf 1,1 Millionen Franken belaufen, sind durchwegs positiv ausgefallen. Das freut den Präsidenten des Trägervereins Hasenbergturm, Gemeindeammann Peter Spring, sehr: «Dank dem Engagement von vielen Beteiligten ist es gelungen, den Turm zu realisieren. Dass das Bauwerk bei der Bevölkerung gut ankommt, ist umso erfreulicher.»

Zur Finanzierung des Turmes habe die Ortsbürgergemeinde mit ihrem finanziellen Engagement beigetragen. Weiter konnten die Kosten durch Sponsoren, durch Swisslos des Kantons Aargau und durch die 210 Treppenstufen, die an die Bevölkerung verkauft wurden, gedeckt werden. Die Stiftung der sozialen Einrichtung «Haus Morgenstern» hat das Land für den Turmbau unentgeltlich im Baurecht zur Verfügung gestellt.

Die insgesamt 110 Tonnen konnten unfallfrei errichtet werden

Holzbauingenieur Raphael Greder von der Gesamtprojektleitung Makiol Wiederkehr AG aus Beinwil am See, hielt an der von der Bevölkerung in grosser Zahl besuchten Einweihungsfeier fest, dass der Turm erfreulicherweise unfallfrei und zügig von Ende Februar bis gegen Ende Juli errichtet werden konnte. «Der Turm weist ein Gewicht von rund 110 Tonnen auf», so Greder. Der Forstbetrieb Mutschellen lieferte das für den Bau ausschliesslich aus der Region stammende Konstruktionsholz im Umfang von 155 Kubikmetern. Erstaunlich ist die Tatsache, dass diese Holzmenge im Aargauer Wald innerhalb von 3 Stunden und 20 Minuten nachwächst. Holzbauingenieur Greder überreichte der Gemeinde als Geschenk eine Edelkastanie.

Der Hase vom Hasenberg auf der Aussichtsplattform des Turms: Werk von Bildhauer Alex Schaufelbühl aus Niederwil.

Der Hase vom Hasenberg auf der Aussichtsplattform des Turms: Werk von Bildhauer Alex Schaufelbühl aus Niederwil.

Walter Christen

Die Musikgesellschaft Eggenwil umrahmte die Einweihungsfeier. Pfarrer Sebastian Rückel von der Reformierten Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen und Pfarreiseelsorgerin Jessica Zemp von der Katholischen Kirchgemeinde Mutschellen segneten das Bauwerk ein. «Der Turm ermöglicht sowohl einen Ausblick als auch einen Weitblick und einen Aufblick. Der Hasenbergturm bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Heimat und ist der Ort im Aargau, von dem man auf Zürich hinunterblicken kann», betonte der Pfarrer.

Der Hasenbergturm als gutes Beispiel direkter Demokratie

Landstatthalter und Regierungsrat Alex Hürzeler ging als Festredner auf das Erscheinungsbild des Turms ein und stellte fest: «Er ist robust, imposant, geerdet, massiv und transparent, wirkt aber auch fragil mit seinen einzelnen Elementen.» Die Entstehung des Hasenbergturms erachtet Hürzeler als «ein gutes Beispiel von direkter Demokratie, indem verschiedene Beteiligte zusammengewirkt haben.» Dieses gemeinsame Unterfangen habe von der Finanzierung und der Bewilligung bis zum Bau an sich gereicht. Und besonders bemerkenswert: «Der Gemeinderat Widen hat die Erstellung des neuen Hasenbergturms in seine Legislaturziele 2014 bis 2017 aufgenommen», so Landstatthalter Hürzeler. Solche Entscheide von Gemeindebehörden seien elementar für das Zusammenleben der Bevölkerung in den Dörfern. Die Realisierung des einzigartigen Turms auf dem Hasenberg sei der Ausdruck einer gelungenen Zusammenarbeit auf vielen Ebenen.

Regierungsrat Alex Hürzeler zeigt sich während seiner Gastrede beeindruckt vom Neubau auf dem Hasenberg.

Regierungsrat Alex Hürzeler zeigt sich während seiner Gastrede beeindruckt vom Neubau auf dem Hasenberg.

Walter Christen

Der neue Hasenbergturm, der auf 714 Meter über Meer liegt und über 13 Treppenpodeste verfügt, soll das Naherholungsgebiet Hasenberg/Egelsee aufwerten. Wanderern und Turmbesuchern bietet sich einen Ausblick auf eine wunderbare Landschaft und die Bergkette vom Säntis bis zu den Berner Alpen. Geöffnet ist der Hasenbergturm bei gebührenfreiem Zutritt von April bis Oktober, jeweils von 6 bis 21 Uhr. Von November bis März ist der Turm jeweils von 8 bis 18 Uhr begehbar.

Der letzte Hasenbergturm wurde 1956 abgebrochen

Die Geschichte des Hasenbergturms begann bereits im Jahr 1904, als der Badener Tierarzt Adolf Meier beim damaligen Restaurant Hasenberg einen Wohnturm erstellte, damit Besucher und Wanderer die Aussicht in die Alpen besser geniessen konnten. Aus Sicherheitsgründen und wegen des fehlenden Geldes für die anstehenden Reparaturen und den regelmässigen Unterhalt wurde der Turm schliesslich 1956 abgebrochen. Die Planung des neuen Hasenbergturms begann 2015 durch eine Arbeitsgruppe mit Vertretern verschiedener Gemeinden und Interessensvertretern. Im Herbst 2015 wurden von den Studentinnen und Studenten der Berner Fachhochschule für Architektur, Bau und Holz in Biel sechs Turmvorschläge ausgearbeitet. Das Projekt «Triangolo» von Tanja Stücheli und Joel Minder gewann diesen Wettbewerb und wurde in der Folge weiterbearbeitet. Im November 2018 wurde das Baugesuch öffentlich aufgelegt und im Februar 2019 erteilte der Gemeinderat Widen die Baubewilligung.

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