Mutschellen

Wie aus vielen kleinen Plätzli 26 Decken für Flüchtlinge wurden

Bei der Deckenübergabe: Stefan Dietrich, Barbara und Robert Weinbuch, Elin und Nea Metzler und Beatrice Koller (v.l.)

Stricken, Lauter Strickdecken für Flüchtlinge.

Bei der Deckenübergabe: Stefan Dietrich, Barbara und Robert Weinbuch, Elin und Nea Metzler und Beatrice Koller (v.l.)

Über 40 Frauen und ein Mann strickten am Mutschellen für Menschen in Not. Das Netzwerk Asyl erhält die Werke.

Mehrere Kartons und Tüten stapeln sich auf dem kleinen Wagen, den Robert Weinbuch durch einen Raum des Pfarreizentrums Rudolfstetten schiebt. «Ich breite die Decken dann mal auf den Tischen aus», sagt er zu seiner Frau Barbara Weinbuch. Nach und nach wandern die bunten Stricksachen auf die Tische. Dort werden sie noch schön drapiert – damit ist alles parat für ihre Übergabe an den Verein Netzwerk Asyl.

Kurz darauf stossen Beatrice Koller und ihre Enkeltöchter Nea und Elin Metzler zum Ehepaar Weinbuch. Die drei unterstützten das Projekt Stricken für Flüchtlinge tatkräftig. Zum Schluss schliesst sich Stefan Dietrich der kleinen Gruppe an, er wird die Decken für das Netzwerk Asyl entgegennehmen.

Dietrich zum weiteren Vorgehen: «Hoffentlich kann ein Team vom Netzwerk im Dezember für eine Woche nach Bosnien reisen. Die Coronapandemie erschwert die Planungen.» Dort seien immer noch Flüchtlingscamps an der sogenannten Balkanroute. «Wir wollen die Hilfsgüter dort so direkt wie möglich an die Flüchtlinge weitergeben, in Absprache mit den dortigen Behörden», sagt er.

Während des Lockdown etwas Sinnvolles tun

«Eine ältere Frau aus der Gemeinde fragte mich, ob es nicht sinnvoll wäre, während des Lockdown für Flüchtlinge Decken zu stricken», erläutert Pfarreiseelsorgerin Barbara Weinbuch den Ursprung des Projekts. Daraufhin habe sie recherchiert, ob es überhaupt Bedarf für Gestricktes gebe. Das Netzwerk Asyl zeigte sich angetan von der Idee. Weinbuch: «Und nun haben wir 26 Strickdecken parat.»

Über verschiedene Kanäle habe sie die Idee bekannt gemacht, 20 mal 20 Zentimeter grosse Plätzli zu stricken. «Und es zog Kreise», stellen die Beteiligten gut gelaunt fest. Sogar aus der Ostschweiz sei Gestricktes zu ihnen gelangt. Insgesamt engagierten sich 43 Frauen und ein Mann. Dabei weist Barbara Weinbuch auf ihren Mann. «Ich habe mit 16 Stricken gelernt», sagt Robert Weinbuch schmunzelnd, «damals hatte ich mir ein Bein gebrochen und die Zeit genutzt, mir einen Fussball-Schal zu stricken.»

Auch Teenager halfen beim Stricken

Tatkräftig waren auch die Teenager Elin und Nea Metzler: «Im Lockdown konnten wir nicht mehr unseren Hobbys nachgehen, da war viel mehr Zeit als sonst.» Neben dem Lernen sei das Stricken zu einer wertvollen Beschäftigung geworden. «Es hat uns etwas gebracht», sagen die Schwestern, «es ist gut, wenn man anderen Menschen damit helfen kann.»

Die Plätzli häkelte Barbara Weinbuch während des Lockdown abends zusammen, zwei weitere Frauen unterstützten sie. Ihr Mann Robert betont: «Das ist für mich Kirche – zusammen etwas machen, das Wirkung nach aussen hat, für Menschen in Not. Dabei geht es um Solidarität und Toleranz.»

Die warmen Decken sollen Menschen in Not helfen.

Die warmen Decken sollen Menschen in Not helfen.

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