Oberrüti
Wie geht's weiter nach dem Bundesgerichtsentscheid? Die Vanoli AG lässt alle Optionen offen

Der Gemeinderat bedauert, dass das Bundesgericht nicht auf alle strittigen Punkte eingegangen ist.

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Wie es nach dem Bundesgerichtsentscheid mit dem Vanoli-Areal in Oberrüti weitergehen wird, ist jetzt in der Abklärung der Besitzerin. ES

Wie es nach dem Bundesgerichtsentscheid mit dem Vanoli-Areal in Oberrüti weitergehen wird, ist jetzt in der Abklärung der Besitzerin. ES

Eddy Schambron

Der Werkhof mit Betonwerk der Vanoli Beton + Transport AG in Oberrüti kann nicht wie geplant gebaut werden, weil der Abstand zum Schorenbach zu gering ist. Das entschied das Bundesgericht (az von gestern). Ob und wie es mit dem Baugesuch für den Werkhof weitergeht, ist derzeit völlig offen. «Die Schlüsselfrage ist, ob sich im Rahmen des bestehenden, einmal auf Gemeindestufe bewilligten Projektes der Mangel des zu geringen Bachabstandes mit einer räumlichen Verschiebung beheben lässt oder ob dieser Bachabstand das ganze Projekt infrage stellt», sagt Thomas Bornhauser, Verwaltungsrat und Ansprechperson der Vanoli AG. «Wenn es auf eine gesamte Neuauflage des Baugesuchs hinausläuft, ist der Dorfwiderstand natürlich eine relevante Rahmenbedingung.»

Tatsächlich flammte die Opposition vor allem gegen das Betonwerk in der Gemeinde stark auf, nicht zuletzt wegen Befürchtungen, der Schwerverkehr beeinträchtige die Lebensqualität in den nahen Wohngebieten.

Verschiedene Möglichkeiten

Für die Zukunft des Geländes gebe es verschiedene Überlegungen, stellt Bornhauser fest. «Die Vanoli AG hat ja den Baubetrieb eingestellt. Wenn das Projekt noch heilbar ist, dann hat es einen Wert und wird sicher auch Interesse finden. Ist es nicht mehr heilbar, dann hat das Land auch anderes Potenzial für Projekte der Familie Vanoli selber.» Sollten sich alle diese Möglichkeiten zerschlagen, dann sei diese eindrücklich grosse Parzelle mit ihrer guten Erschliessung an dieser Lage auch ein Wert für sich. «Im Moment ist alles offen», macht Bornhauser deutlich.

Gemeinderat bedauert

Der Gemeinderat hatte die notwendige Baubewilligung erteilt und die dagegen erhobenen Einwände von verschiedenen Personen abgewiesen. Das war zwar vom Aargauer Regierungsrat, nicht aber vom kantonalen Verwaltungsgericht gestützt worden. Das Bundesgericht beschränkt sich bei seiner Beurteilung weitgehend auf den Gewässerabstand, den es mit sechs Metern als zu gering erachtet; es müsste grundsätzlich ein Abstand von
8,5 Metern eingehalten werden. «Den Gewässerabstand zu bewilligen, lag nicht in der Kompetenz des Gemeinderates.

Der Kanton hatte das zu prüfen, und er fand ihn in Ordnung», stellt Frau Gemeindeammann Fränzi Baggenstos fest. Der Gemeinderat bedaure, dass das Bundesgericht genauso wie das Verwaltungsgericht nicht auf die anderen strittigen Punkte, etwa die Frage des übermässigen Schwerverkehrs, eingegangen ist. «Zwar ist für den Gemeinderat der Fall im Moment abgeschlossen», macht Baggenstos deutlich, «aber so hilft uns das Urteil nicht weiter, wenn wir wieder ein ähnliches Baugesuch auf den Tisch erhalten.»

Konkret: wenn die Vanoli Beton und Transporte AG trotz Widerstand in der Bevölkerung ein an den Gewässerabstand angepasstes neues Baugesuch einreichen sollte.

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