Hilfikon

Wikinger und Ritter trotzen dem Wetter: Der starke Wind hätte das Wums beinahe weggeblasen

Trotz des ungemütlichen Wetters zog auch das dritte Wikinger- und Mittelalterspektakel (Wums) in Hilfikon viele Besucher an.

Im Kettenhemd mit Schild und Schwert stehen sich die beiden Kämpfer gegenüber. Es giesst wie aus Eimern. Das stört die kampferprobten Recken aber nicht, gekonnt parieren sie Schwertschläge – solange, bis einer unaufmerksam ist und plötzlich am Boden liegt. Es folgt Gejohle des Publikums, das grosse Freude am Kampftraining zeigt.

Am Samstagnachmittag hätte eine Schlacht zwischen Wikingern und Rittern stattfinden sollen. Doch Sturmböen und Regen sorgten für eine Planänderung, der Markt öffnete erst um 16 Uhr statt um 11 Uhr, die Schlacht fiel buchstäblich ins Wasser. Organisatorin Jera erklärte: «Da war uns die Sicherheit sehr wichtig. Wir haben die neue Uhrzeit auf der Website bekannt gegeben und die Leute haben es mitbekommen.»

Tatsächlich füllte sich der Kassenbereich am Nachmittag zusehends mit Besuchern, mittelalterlich oder ganz alltäglich gewandet. Vereinzelt tauchten gar spätmittelalterliche Landsknechte im bunten Geschehen auf. Jeras Augen strahlten über ihrer schwarzen Pestmaske. «Wir sind sehr froh, dass das Wums stattfinden kann», sagte sie. «Wegen der Corona-Situation gibt es zwar kein übliches Programm, der Markt ist aber auch so sehenswert und die Atmosphäre ganz besonders.»

Vom Winde verweht: Clans halfen sich gegenseitig

Wegen des Sturms mussten viele Zelte, die auf dem Kamm des Geländes standen, am Samstag abgebaut werden. Godi aus dem Lager des Wikinger-Clans Torgus Caturix berichtete: «Viele Zelte wären beinahe weggeweht worden, einige wurden vom starken Wind beschädigt. Am Samstagabend war unser Langzelt nahezu überfüllt, weil einige Nachbarn, die ihre Zelte abbrechen mussten, bei uns Schutz gesucht haben.» Die Clans und Gruppen halfen sich gerne. «Wir erhielten von ihnen dafür eine ganze Kiste Met und einen grossen Lachs, den wir über dem Feuer brieten und gemeinsam verspeisten», freute sich Godi.

Wikinger- und Mittelalter-Spektakel

Wikinger- und Mittelalter-Spektakel 2020

Corona und Wetter konnten die Freude nicht trüben

Bereits am Freitag hatte das Wums zum Bummel über den Markt eingeladen. Aufgrund der Corona-Situation waren die Wege sehr breit angelegt, vor den Ständen gab es Ein- und Ausgänge sowie jede Menge Desinfektionsspender. Für das Kampfgeschehen auf dem Schlachtfeld sollten die Besucher Masken anlegen, da dort die Abstände nicht eingehalten werden konnten.

Die Massnahmen trübten die gute Stimmung aber nicht. Musiker zogen über den Platz, der «Hässliche Hans» erfreute Interessierte mit seinen philosophischen Erkenntnissen und Märlin begeisterte sein kleines Publikum mit lebhaften Geschichten. Bei einer verwandelte er sich mittels wechselnder Kopfbedeckung fix in eine Fee. Trotz des Wetters war kaum Unmut auf dem Gelände erkennbar. Stattdessen war überall die Freude spürbar, dass der Anlass trotz allem stattfinden konnte.

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