Wohlen
Grossprojekt: «Rebberg Village» soll ein Gemeinschaftshaus bekommen

Eine baufällige Scheune an der Steingasse soll saniert und künftig als Gemeinschaftshaus für die geplanten 202 Wohnungen dienen. Wann die Bauarbeiten fürs «Rebberg Village» losgehen, steht noch in den Sternen. Derzeit ist eine Beschwerde gegen die Baubewilligung beim kantonalen Rechtsdienst hängig.

Nathalie Wolgensinger
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Sie bleibt erhalten: Die Scheune an der Steingasse soll zum Gemeinschaftsraum des «Rebberg Village» umgebaut werden.

Sie bleibt erhalten: Die Scheune an der Steingasse soll zum Gemeinschaftsraum des «Rebberg Village» umgebaut werden.

Nathalie Wolgensinger

Die Grossüberbauung am Rebberg bewegt die Wohler Gemüter seit Jahren. Auf den drei Parzellen an der Wagenrainstrasse sollen auf einer Gesamtfläche von 27'000 Quadratmetern 202 Wohnungen in 20 Mehrfamilienhäusern mit insgesamt fünf Tiefgaragen realisiert werden. Künftig werden 356 Personen in der neuen Überbauung ein neues Daheim finden.

Während der öffentlichen Auflage gingen gegen das Projekt Rebberg Village mehrere Einwendungen ein. Diese wurden jedoch allesamt abgewiesen und die Baubewilligung Ende September des vergangenen Jahres erteilt. Gegen diese erhob ein Einsprecher nun Beschwerde. Diese ist derzeit noch hängig beim kantonalen Rechtsdienst. Marc Meier, Leiter Baugesuche der Gemeinde Wohlen, sagt:

«Der Bauherrschaft sind die Hände gebunden, erst muss der Entscheid des Rechtsdienstes abgewartet werden.»

Der Start der Bauarbeiten für das 59,4 Mio. Franken teure Projekt ist vorerst auf Eis gelegt. Das hindert die Bauherrin, die Rebberg Village AG, aber nicht daran, weitere Pläne zu schmieden.

Das Häuserensemble soll besonderes Interesse erhalten

Seit Montag liegt ein Baugesuch für die Umnutzung der Scheune an der Steingasse öffentlich auf. Das baufällige Gebäude soll erhalten bleiben und der Mieterschaft nach umfangreicher Sanierung und Umbauarbeiten als Gemeinschaftshaus mit Teeküche und sanitären Anlagen zur Verfügung stehen.

Dass die alte Scheune ‒ sie steht gegenüber dem Säckelmeisterhaus, das derzeit aufwendig saniert wird ‒ nicht abgerissen wird, kommt nicht von ungefähr. Die Arbeitsgruppe, welche die Planungsarbeiten damals begleitete, wies darauf hin, dass man diesem Häuserensemble besonderes Interesse schenkt. Die Torsituation, welche die Häuser entlang der Strasse bilden, sollte bestehen bleiben, forderte die Arbeitsgruppe.

Deshalb wird man nun aus der Scheune ein Gemeinschaftshaus realisieren. Und auch der Gösliker Kirchenweg, der an der Nordwestgrenze des Areal vorbeiführt, bleibt bestehen. Er ist für den Charakter des Ortes prägend.

Die dichte Auslastung wurde kritisiert

Bauland an bester Lage: Der Stangenwald am Wohler Rebberg zeigt auf, wo dereinst das Dorf im Dorf realisiert werden soll.

Bauland an bester Lage: Der Stangenwald am Wohler Rebberg zeigt auf, wo dereinst das Dorf im Dorf realisiert werden soll.

Andrea Weibel (24. September 2020)

Als das Baugesuch im Februar 2019 öffentlich auflag, wirbelte es viel Staub auf. Leserbriefschreiber monierten damals, dass man sich eine Chance vergeben habe. Anstatt das Bauland an bester Lage an vermögende Steuerzahler zu verkaufen, realisiere man nun Mietwohnungen. Auch die dichte Auslastung der 2,7 Hektaren grossen Brache am Fusse des Rebbergs wurde kritisiert.

Der kantonale Richtplan sieht vor, dass in der Zone W2 mindestens 90 Personen pro Hektare wohnen sollen. Im Rebberg Village sind es 132 Personen. Externe Gutachter hielten fest, dass damit die Forderung nach einer haushälterischen Nutzung des Bodens erfüllt sei, wenn auch sehr hoch. In dem neuen Dorf im Dorf entstehen 202 Wohnungen, die zwischen eineinhalb und viereinhalb Zimmern umfassen.