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Wohler Einwohnerrätin fordert die Via Alpina heraus

Die Wohler Einwohnerrätin Denise Strasser wandert zurzeit durch die Schweizer Alpen. 360 Kilometer in 14 Etappen. Eine Challenge.

Marc Ribolla
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Denise Strasser im Berner Oberland am letzten Donnerstag.

Denise Strasser im Berner Oberland am letzten Donnerstag.

zvg

Ex-SRF-Moderator Nik Hartmann hat 2019 vorgemacht. Das Abenteuer Via Alpina. Unterwegs auf der nationalen Wanderroute 1 vom Rheintal bis nach Montreux – rund 360 Kilometer mit rund 24'000 Höhenmeter über 14 Alpenpässe. Hartmanns Wanderung diente nun der Wohler Einwohnerrätin Denise Strasser als Inspiration.

Die 39-Jährige wagte sich am 29. Mai an die Via Alpina. Zusammen mit einem Begleiter. Ziel war es, die Strecke in 14 Etappen zurückzulegen. Doppelt so schnell wie Hartmann.

In den ersten sechs Tagen ab Sargans lief alles problemlos, doch dann musste Strasser in der Gegend von Meiringen kurz vor der Hälfte der Distanz die Wanderung abbrechen. «Der Regen wäre nicht schlimm gewesen, aber der Kälteeinbruch war zu stark und die Wetterprognosen mit Schneefall zu schlecht.

Es war gescheiter, zu unterbrechen», sagt sie. Die Via Alpina verläuft in Höhen bis zu 2700 Meter. Doch der Unterbruch war nur von kurzer Dauer.

Zwischen 21 und 30 Kilometer jeden Tag

Am Donnerstag nahmen sie die Wanderung mit dem zweiten Teil wieder auf. «Jetzt sind wir noch richtig im Flow. Nachher wäre es erst wieder im August für uns möglich gewesen», sagt Strasser. Die Wohlerin ist begeisterte Wanderin, macht regelmässig bis dreitägige Touren mit Übernachtungen in SAC-Hütten. «Beim Wandern in den Bergen kann ich abschalten. Man ist weg von der Zivilisation und hat teilweise nicht mal Handyempfang», sagt sie.

Ein reines Vergnügen ist die Via Alpina aber nicht. Die täglichen Etappen betragen zwischen 21 und 30 Kilometer mit rund 1600 bis 2000 Höhenmeter. «Es ist eine körperliche Herausforderung und nicht wie Ferien. Man muss durchtrainiert sein», erklärt Strasser. Als Vorbereitung machte sie im Frühling intensivere Wandertouren beispielsweise an der Rigi.

Körperlich hat sie den ersten Teil der Via Alpina gut bewältigt, ohne Beschwerden. Trotzdem sagt sie: «Man spürt die Anstrengung jeden Tag ein wenig mehr und muss beissen. Das reine Laufen geht gut, aber der Rucksack hängt an.» Mit diesem schleppt Strasser ein zusätzliches Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm mit. Zelt, Schlafsack, Essens-Proviant oder Kocher. Übernachtet wird grösstenteils im Zelt.

Von den Begegnungen unterwegs ist Denise Strasser beeindruckt. «Die Leute sind sehr offen und hilfsbereit. Einmal trafen wir bei einem Alpaufzug einen Bauern, der uns auf seinem Milchkannengefährt ein paar Höhenmeter mit hinauf nahm», schildert sie ein Erlebnis.

Wenn alles wie vorgesehen abläuft, sollten Strasser und ihr Begleiter am 18. Juni in Montreux das Ziel erreichen. Denn es warten politische Termine. «Am 20. Juni ist Ortsbürgerversammlung und am 22. Juni Einwohnerratssitzung. Da möchte ich dabei sein», blickt Strasser voraus.

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