Wohlen

Zirkus-Compagnie Roikkuva steht in den Startlöchern für die Tournee – inklusive neuem Zelt und Programm

Am 21. August startet die Compagnie Roikkuva ihre Tournee in Muri. Im Programm auch höchst romantische Momente, für die jetzt noch fleissig geübt wird.

Auf dem Merkur Areal in Wohlen laufen die Proben für das mehrwöchige Vorhaben. Ulla Tilla, eine der Mitglieder der Compagnie, probt zusammen mit Gerardo Tetilla eine romantische Szene mit einer Lufteinlage, nach einigen Durchläufen sind schliesslich alle zufrieden mit.

Roman Müller, der Regisseur, erklärt mit einem Schmunzeln: „Das war jetzt die kitschigste Nummer im Programm.“ Inzwischen bauen die Darsteller die Manege für die nächste Probe um. 

Compagnie Roikkuva proben für Tournee

Compagnie Roikkuva proben für Tournee

Ulla Tilla, eine der Mitglieder der Compagnie, probt zusammen mit Gerardo Tetilla eine romantische Szene mit einer Lufteinlage.

„Es ist gar nicht so einfach, die Compagnie Roikkuva einzuordnen. Wir zeigen aber definitiv viele Elemente des klassischen Zirkus wie beispielsweise Nummern in der Luft oder auf dem Seil“, definiert Artist Andreas Muntwyler die Compagnie, „aber ist doch etwas anders, als die Zuschauer es eventuell erwarten.“

Zusammen mit seiner Partnerin der Finnin Ulla Tikka sowie Mike Durrer und Lukas Stäger gründete er 2011 die Compagnie Roikkuva. Der Name sei Finnisch und bedeute „Hängende Bilder“. Muntwyler dazu: „Wir hatten damals ein Programm mit hängenden Stöcken und suchten einen dazu passenden Namen.“

Der Wunsch nach einem eigenen Zelt

Seitdem waren die Darsteller zusammen mit anderen Projekten und Compagnien viel unterwegs - auch international. „In der letzten Zeit war Roikkuva an einigen Strassenfestivals beteiligt“, erzählt der Artist. „Die Stimmung ist da immer sehr entspannt, man kommt gut mit den Leuten in Kontakt und kann gute Gespräche führen.“ Dennoch habe die Compagnie en Wunsch nach Veränderung, nach etwas Eigenem verspürt.

Muntwyler, der ursprünglich vom Zirkus Monti kommt, führt aus: „Wir träumen schon lange von einem eigenen Zelt. Das ist auch ein Zurück zu den eigenen Wurzeln. Die Atmosphäre ist einfach besonders und ganz anders als auf einer Bühne oder bei einer Open Air Veranstaltung.“ Ein Zelt sei dabei fast so etwas wie ein Zuhause, denn dazu gehöre ja auch die Lebensart mit Wohnwagen sowie Auf- und Abbau der Manege. „Das ist zwar sehr arbeitsreich, aber dennoch schön“, stellt er fest.

Vor zwei Jahren wurde der Traum konkret und das Projekt konnte, unter anderem auch durch die Unterstützung durch den Swisslos-Fonds, in Italien in Auftrag gegeben werden. Obwohl der Grossteil der Finanzierung gesichert sei, stünden noch wichtige Anschaffungen wie ein Duschabteil mit Waschmaschine, Scheinwerfer und Feuerlöschern an. Der Artist erklärt: „Deswegen haben wir schliesslich ein Crowdfunding organisiert, das noch 30 Tage läuft. Erst war ich ein wenig skeptisch, aber es ist eine gute Idee und hilfreich.“

Fünf Wochen unterwegs auf Tournee

Das neue Zelt, das Platz für gut 350 Zuschauer bietet, ist parat für die Tournee. „Die Premiere soll am 21. August in Muri stattfinden“, informiert Muntwyler, „anschliessend sind wir fünf Wochen mit unserem Projekt 'Kulturpalast' unterwegs.“ Aufgrund der Corona-Situation werde diese mit weniger Besuchern und Schutzmassnahmen stattfinden. Auch in Wohlen und Rheinfelden werden sie gastieren.

„Es ist im Moment alles etwas unsicher, wir warten jetzt ab, und hoffen, dass alles wie geplant durchführbar ist.“ Wer nicht bis zur Tournee warten möchte, kann die Compagnie auch an der Wohler Sommerbar am 14. und 15. besuchen, anlässlich des artistischen Bühnenfestivals Nousu, an welchem sie auch selber auftreten werden. „Wir waren schon mal dabei, es ist eine tolle Sache“, freut sich Andreas Muntwyler bereits.

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