Wegenstettertal

100 neue Wohnungen für Fledermäuse

Die ersten Fledermauskästen wurden schon montiert.

Die ersten Fledermauskästen wurden schon montiert.

Im Wegenstettertal werden Kästen aus Holzbeton aufgehängt, um den Lebensraum der Tiere aufzuwerten.

Im Wegenstettertal leben verschiedene Fledermäuse, darunter auch drei stark gefährdete Arten. Die Fledermäuse finden hier Wochenstuben­quartiere, Jagdgebiete und Flugkorridore. Um die Förderung der Fledermäuse im ganzen Tal zu koordinieren, wurde vom Jurapark Aargau das Projekt Fledermaustal ins Leben gerufen. In dessen Rahmen wurden etwa das «Flederhaus» in Wegenstetten und die «Fledermosti» in Hellikon geschaffen. Nun wird unter dem Titel «Flederfreund» schon bald eine weitere Aktion umgesetzt.

In den Talgemeinden Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen und Zeiningen sollen neue Fledermauswohnungen bereit­gestellt werden. «Fledermäuse brauchen sichere Unterschlüpfe, in denen sie sich tagsüber verstecken können», sagt Christine Meier, Leiterin der Fledermauspflegestation in Hellikon. Natürlicherweise nutzen die Tiere dafür hohle Baumstämme, alte Spechthöhlen, Aushöhlungen bei Astabbrüchen oder aufgesprungene Borken toter Bäume. Solch natürliche Verstecke sind im Tal allerdings selten, weshalb nun nachgeholfen wird: Freiwillige des Naturschutz­vereins Hellikon und des Natur- und Vogelschutzvereins Zeiningen werden in den kommenden Wochen im Tal Fledermaus­kästen aus Holzbeton aufhängen.

Rund 100 «Flederfreunde» sind gefunden

Im Januar starteten der Jurapark und die beiden Vereine die Suche nach Sponsoren für die Kästen. Inzwischen haben sich knapp 100 solcher «Flederfreunde» bei den Vereinen gemeldet und eine entsprechende Spende gemacht. «Das Projekt ist gut angelaufen. Wir sind allen sehr dankbar, die mit­machen», sagt Christine Meier und fügt dann mit einem Lachen an: «Natürlich würden wir uns auch noch über weitere ‹Flederfreunde› freuen.»

Die ersten Fledermauskästen wurden schon montiert.

Die ersten Fledermauskästen wurden schon montiert.

Vorerst werden nun im Verlauf der nächsten Wochen die ersten knapp 100 Kästen auf­gehängt. Geeignete Standorte dafür wurden mit dem kantonalen Fledermausbeauftragten Andres Beck evaluiert. Sie befinden sich unter anderem in Hochstammgärten oder in Waldstücken. Durch das Aufhängen mehrerer Fledermausstuben in kleinem Radius sollen Ersatzquartiere geschaffen werden. «So können wir einerseits den Lebensraum der Fledermäuse aufwerten», so Meier. Andererseits hofft sie, mit der Aktion Argumente für weitere Projekte zu Gunsten der Fledermäuse zu schaffen.

Die ersten Bewohner ziehen wohl bald ein

Im Hochstammgarten der Familie Meier in Hellikon wurden bereits im vergangenen Herbst die ersten Holzbetonkästen aufgehängt. Noch sind sie leer. In den nächsten Wochen wird Meier aber ab und zu einen Blick in die Kästen werfen. Um zu schauen, ob die Fledermauswohnungen bezogen sind. «Die Fledermäuse verlassen je nach Witterung etwa Ende März ihre Winterquartiere», sagt sie. In diesem Jahr erwartet sie eine schöne Überraschung.

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