Mumpf

Aargauer Wirt muss doppeltes Pech verkraften: Kaum war die Baustelle vor seinem Lokal weg, kam Corona

Die Baustelle vor dem Haus ist weg, die Corona-Zwangspause zu Ende. Sepp Hohler freut sich auf die Wiedereröffnung.

Die Baustelle vor dem Haus ist weg, die Corona-Zwangspause zu Ende. Sepp Hohler freut sich auf die Wiedereröffnung.

«Anker»-Wirt Sepp Hohler aus Mumpf kann nichts mehr erschüttern. Nachdem er ein schwieriges 2019 überstanden hatte, vermieste ihm der Teil-Lockdown das Frühlingsgeschäft. Dennoch gibt er sich kämpferisch.

Teile des Mobiliars im Gasthof zum Anker sind schon ausgeräumt. Aber noch ist Wirt Sepp Hohler dabei, Gastraum, Saal und Terrasse für die kommende Woche vorzubereiten. Doch schon jetzt steht fest: Wegen der Coronasicherheitsabstände wird er die Hälfte seiner Plätze verlieren.

Tische der 2019 neugestalteten, ganzjährig nutzbaren Terrasse mit Blick auf den Rhein abzuräumen, bereitet ihm am meisten Bauchweh. Denn sie ist ja die Hauptattraktion des Lokals, im Herbst 2019 errichtet, um mit ihren 75 Plätzen die Gäste wieder anzuziehen. Das war auch bitter nötig, war der «Anker» zuvor doch arg in die Bredouille geraten. Schuld war die seit März 2019 andauernde Erneuerung der Kantonsstrasse. Der Parkplatz war nur noch über Umwege erreichbar. Durchreisende hielten nicht mehr an. Die Vorgänger-Terrasse musste wegen der Bauarbeiten abgerissen werden. Sechs Monate Belagerungszustand hatten in Hohlers Kasse ein Loch in sechsstelliger Höhe gerissen.

Diese Baustelle machte Hohler das Leben schwer.

Diese Baustelle machte Hohler das Leben schwer.

«Es tut weh»

Beflügelt von einem «super Weihnachtsgeschäft» und «viel Solidarität» seitens seiner Gäste wähnte sich der 2019 arg gebeutelte Gastronom Anfang März über den Berg. Baustelle, Römerfunde – alles überstanden. Was sollte jetzt noch kommen? Ein Virus! Unvorstellbar für alle, aber doppelt Pech für den Mann, der seit 22 Jahren im «Anker» wirtet.

«Es tut weh, in meine vollen Auftragsbücher für die Monate März, April und Mai zu schauen», sagt er: Ostern, Kommunions- und Konfirmationsfeiern, Cateringaufträge – alles futsch. «Aber auch Corona werden wir überstehen», gibt sich Hohler kämpferisch. Ans Aufgeben habe er nie gedacht. Aber er verhehlt nicht: «Schlaflose Nächte gab es in der letzten Zeit viele. Die Zukunft macht mir Angst.»

«Der Einstieg ins Take-away-Geschäft kam für mich nicht in Frage. Ich habe die freie Zeit genutzt, um mir Gedanken für die Zeit nach Corona zu machen», erklärt er. Ein gestaffeltes Bewirtungssystem mit drei festen Zeiten am Abend gehört dazu. Auch an den Anfang des Jahres eingeführten verlängerten Öffnungszeiten und der durchgehend warmen Küche will der «Anker»-Wirt fest­halten.

Aargauer Gastro-News 2020

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