Advent
Chance auf zweite Bescherung: Warum es aussichtsreich sein kann, sich ins Wunschbuch der Gemeinde einzutragen

Sich Weihnachtsgeschenke auch von seiner Einwohnergemeinde zu erhoffen, kann durchaus realistisch sein – zumindest in denen, die in der Adventszeit Wunschbücher auflegen. Vielleicht können die Geschenke nicht gleich an Heiligabend schon ausgepackt werden. Aber im Folgejahr wird dann doch der eine oder andere Wunsch Wirklichkeit – wie Beispiele aus dem Fricktal zeigen.

Hans Christof Wagner
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Gemeindeammann Daniel Hollinger lädt die Zuzger ein, von der Möglichkeit des Wunschbuchs der Gemeinde Gebrauch zu machen.

Gemeindeammann Daniel Hollinger lädt die Zuzger ein, von der Möglichkeit des Wunschbuchs der Gemeinde Gebrauch zu machen.

Nadine Böni (6. Dezember 2018)

«Die Bevölkerung ist eingeladen, ihre Wünsche und Sorgen im Buch einzutragen. Wer weiss, vielleicht geht der eine oder andere Wunsch in Erfüllung?» So wirbt der Gemeinderat Zuzgen für die Aktion, die mit der Auflage des Wunschbuches am 1. Dezember auch 2021 wieder gestartet ist.

Zuzgens Gemeindeschreiberin Sabrina Strübin hat die Wunschbuch-Idee ins Wegenstettertal gebracht, nachdem sie ihre Lehrzeit auf der Gemeindeverwaltung in Magden absolviert hatte. Denn dort in Magden war es zuvor schon üblich, die Bevölkerung in der Vorweihnachtszeit nach ihren Wünschen und Sorgen zu befragen. Gemeindeammann André Schreyer sagt:

«Wir in Magden waren im Fricktal der Pionier. Das gibt es bei uns schon seit zwölf Jahren.»

Noch nicht ganz so lange bietet Sisseln das Wunschbuch an. Dort lag es erstmals beim Neujahrsapéro der Gemeinde im Januar 2017 auf. Seitdem sind darin auf elf Seiten Wünsche und Anregungen formuliert worden, wie Gemeindeschreiberin Karin Engel schreibt.

Keine neuen Einträge auch wegen ausgefallenen Neujahrsapéros 2021

Die Sissler scheinen wunschlos glücklich zu sein. Denn elf Seiten war auch schon der Stand im Dezember 2020. Womöglich liegt ein Grund dafür, dass seitdem keine weiteren Einträge hinzugekommen sind, darin, dass der Neujahrsapéro 2021 wegen Corona abgesagt worden ist. Diesen Anlass nutzen die Einwohner von Sisseln sonst gerne, im dabei aufliegenden Wunschbuch ihre Begehren festzuhalten. 2022 will die Gemeinde den Neujahrsapéro – Stand heute – anbieten.

An dieser früheren Schulbank im Gemeindehaus können Magdenerinnen und Magdener Platz nehmen, um sich ins Wunschbuch einzutragen.

An dieser früheren Schulbank im Gemeindehaus können Magdenerinnen und Magdener Platz nehmen, um sich ins Wunschbuch einzutragen.

zvg

Auch im Magdener Wunschbuch gibt es Einträge, die sich wohl nur schwer realisieren lassen. Wie jener einer Primarschülerin, die will, dass ihre Lehrerin für immer bleibt. Auch nach einem Bahnhof oder einem Hallenbad wurde schon verlangt – realistischer zwar, aber auch eher wenig aussichtsreich.

Aber das Gros der Wünsche ist so wirklichkeitsnah, dass es auch in der Hoheit der Gemeinde läge, sie zu erfüllen. Dies zeigt auch der Blick ins Zuzger Wunschbuch, das seit 2018 im Advent aufliegt, also jetzt schon zum vierten Mal. Es sind Themen wie Tempo 30 im Gemeindegebiet oder der fehlende Schatten auf dem Platz zwischen Gemeindehaus und Schule.

Wunsch nach mehr Dunkelheit – und das im Advent

Weil das Wunschbuch in Zuzgen erst seit 1. Dezember aufliegt, hat sich aktuell noch niemand eingetragen. Gemeindeammann Daniel Hollinger aber erzählt von einem Wunsch aus dem Advent 2020 und der ist durchaus paradox in einer Zeit, in der es für manche gar nicht genug Lichterketten, Christbaumkerzen und Leuchtsterne geben kann: Denn der Wunsch war, dass es in Zuzgen dunkler werden möge. «Die Lichtemissionen wurden als störend empfunden», sagt der Gemeindeammann.

Mittel im 2022er-Budget werden Weihnachtswunsch erfüllen

Das Problem: Nicht bei allen Kandelabern im Gemeindegebiet sind die Leuchten dimmbar. Dafür müssten sie auf LED umgestellt werden. Und genau das will der Gemeinderat von Zuzgen jetzt auch tun, wenn auch erst einmal nur für einen Strassenzug. Dafür seien auch Mittel ins Budget 2022 eingestellt worden, erklärt Hollinger.

Dann soll noch mal einer sagen: Sich ins Wunschbuch der Gemeinde einzutragen, lohnt sich nicht.

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