Fricktal

Alle Hände voll zu tun: Konfi Manufaktur ist erfolgreich gestartet

Sind zufrieden mit dem Start von Dorfträff und Konfi Manufaktur: Regula Kläusler und Markus Kunz.

Sind zufrieden mit dem Start von Dorfträff und Konfi Manufaktur: Regula Kläusler und Markus Kunz.

Markus Kunz produziert bis zu 10'000 Gläser pro Woche – alle können im Dorfträff zusehen. Dabei unterstützen ihn 25 Freiwillige.

Die süssen Früchte sind seine Welt: Nachdem Markus Kunz Anfang Jahr sein kleines Bäckereiimperium in Frick verkauft hat, konzentriert sich der 64-Jährige nun ganz auf seine grosse Leidenschaft – die Konfitürenproduktion. Dazu hat er ein neues Label kreiert, die Konfi Manufaktur Markus Kunz, und im Mai die Produktionsräume in Herznach in Betrieb genommen.

«Der Start am neuen Standort war von der Coronakrise geprägt», blickt Kunz auf die ersten Monate zurück. Gerade die Hotels, die er mit seinen Konfitüren beliefert – darunter so renommierte Häuser wie das «Dolder Grand» in Zürich oder das «Trois Rois» in Basel – hatten die Bestellungen coronabedingt gestoppt. Der Umsatz sei kurzzeitig auf 30 Prozent gesunken, so Kunz. Nun habe das Geschäft aber deutlich angezogen und fast Vor-Coronaniveau erreicht.

Zu tun hat Kunz auch deshalb alle Hände voll, weil die Früchte in diesem Jahr alle fast zeitgleich reif waren. Pro Tag produziert er derzeit zwischen 400 und 500 Gläser Konfitüre. Ist er mit den kleinen Portionengläser für die Hotels beschäftigt, kommen er und seine Mitarbeiterinnen auf bis zu 10'000 Gläser pro Woche. Zudem bietet er Kurse an und ist an einem Buchprojekt. Er lacht. «Langweilig wird mir nicht.»

Was Kunz neben Qualität und Regionalität auszeichnet, ist seine Sortenvielfalt. Rund 300 verschiedene Konfitüren hat er im Angebot – acht davon sind auch bei den grösseren Coop-­Filialen im Aargau erhältlich.

Dorfträff ist seit zwei ­Wochen offen

Eine Umstellung war für ihn, dass deutlich weniger Passanten vorbeikommen als noch in Frick, wo er seine Schau-Produktion direkt bei der Bäckerei hatte. Doch das soll sich ändern. Denn in den gleichen Räumen hat vor zwei Wochen die Gnossi AG ihren Dorfträff eröffnet. Wer einkehrt und einen Kaffee trinkt, kann Kunz durch eine Glasscheibe bei der Arbeit zusehen.

«Wir wollen Synergien nutzen», sagen Kunz und Gnossi-­Präsidentin Regula Kläusler unisono. So verkauft das Dorfträff-­Team schon mal eine Konfitüre, wenn Markus Kunz nicht da ist, und Kunz hilft im Service mit, wenn Not am Mann ist.

Eigentlich wollte die Gnossi AG ihren Dorfträff ebenfalls im Mai eröffnen – doch diesen Plan hat die Coronakrise durchkreuzt. «Wir arbeiten mit Ehrenamtlichen», erklärt Kläusler. Rund 25 Personen helfen bislang mit. «Deshalb haben wir mit der Eröffnung zugewartet.»

Seit dem 10.August ist der Dorfträff nun am Montag ganztags, hier mit einem Mittagsmenü sowie am Mittwoch, Freitag und Samstag jeweils am Morgen geöffnet. Das neue Angebot komme im Dorf gut an, freut sich Kläusler.

Der Name ist dabei Programm: Der kleine Gastronomiebetrieb will ein Treffpunkt sein für die Menschen im Dorf, will die Gemeinschaft fördern, will das Zusammenleben bereichern. «Wir wollen dabei alle Alters- und Gesellschaftsschichten ansprechen», sagt Kläusler. Schön wäre es, wenn insbesondere jene, die sonst nicht allzu oft aus dem Dorf oder dem Haus kommen, das neue Angebot nutzen. Das Konzept ist dabei offen – und lässt viel Gestaltungsspielraum zu. So kann der Raum beispielsweise auch von Vereinen oder für Klassentreffen genutzt werden. Einzige Bedingung ist, dass die Getränke über den Dorfträff bezogen werden – und dass der Gastraum sauber hinterlassen wird. «Es soll eine Gaststube sein, in der man sich wohlfühlt», sagt Kläusler.

Usem Dorf, fürs Dorf

Wenn ein Verein will, kann er auch an einem der Tage, an denen der Dorfträff (noch) geschlossen ist, wirten. Dies macht der Verein Fürenand bereits; er bestreitet den Freitagmorgen und hat das «Fürenand-Frauen-­Kaffee» initiiert.

Das «Fürenand» ist auch im Dorfträff Programm. So hat das Gnossi-Team eine Ecke mit Büchern, Hörbüchern und Spielsachen eingerichtet. Wer will, kann etwas davon mitnehmen – oder auch etwa hinstellen. «Es macht Sinn, die Sachen wiederzuverwenden», ist Kläusler überzeugt. Usem Dorf. Fürs Dorf.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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