Laufenburg
Alte Scheune wird zu neuer Kulturstätte von Laufenburg

Die Kultschüür startet in ihre erste Saison. Mit rund einem Dutzend Veranstaltungen soll die Spielstätte am Hinteren Wasen genug Geld einspielen.

Hans Christof Wagner
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Mitglieder des Wiwa-Ensembles spielten Theater, vorne Regina Erhard, hinten Lukas Bannier und Antonia Weiss. hcw

Mitglieder des Wiwa-Ensembles spielten Theater, vorne Regina Erhard, hinten Lukas Bannier und Antonia Weiss. hcw

Hans Christof Wagner

Martin Willi war früher Präsident von Theater Wiwa. Seit Jahresbeginn ist er Betriebsleiter der Kultschüür. Sein Job ist es, künftig dafür Sorge zu tragen, dass die Einrichtung zu der neuen Kulturstätte Laufenburgs wird. Mit der Mischung aus Theater, Gesang, Comedy und Musik, die das Jahresprogramm auszeichnet, glaubt Willi dieses Ziel zu erreichen.

Viel Zeit war nicht, es zusammenzustellen. «Wir wussten eigentlich erst im Oktober von den Plänen der Familie Weiss», sagte Willi. Die Eigentümer wollten nicht mehr länger selbst für den Betrieb der 1711 erbauten und 2001 zu einer Kultur- und Veranstaltungsstätte umgebauten Scheune verantwortlich sein. Das Theater Wiwa war dort seit 2003 zu Hause. Und zahlte auch Miete, aber eben nur für die Abende, an denen der Verein seine zwei jährlichen Produktionen spielte.

Verein ist sich des Risikos bewusst

Nun stand die Entscheidung an, für den Gesamtbetrieb verantwortlich zu sein, also eine weitaus höhere Miete zu erwirtschaften – mit eigenen Veranstaltungen, mit Überlassungen an andere Gruppen und Vermietungen an Private. Der Verein war sich des Risikos bewusst. Doch andererseits hätte er seine Spielstätte verloren. «Der Eigentümer hätte Wohnungen und Geschäftsräume daraus gemacht, wenn wir uns dagegen entschieden hätten», so Willi.

Nun ist Willi im Kulturbetrieb ein alter Hase, und so fiel es ihm nicht allzu schwer, das Jahresprogramm für 2014 in der kurzen Zeit zu stricken. Im Mai und November/Dezember gibt es wieder zwei eigene Theaterinszenierungen – «Jakes Frauen» und «Die Schneekönigin.» Den Auftakt im März bildet ein Liederabend mit Franca Basali. Und auch an der Kulturnacht im September und an der Hela im Oktober beteiligt sich die Kultschüür.

Welchen breiten künstlerischen Anspruch das Team um Betriebsleiter Willi und Vereinspräsidentin Miriam Mayer für die Spielstätte verfolgen, konnten am Freitagabend rund 50 Gäste miterleben. Musik war mit Chansons abgedeckt, mit eigener Klavierbegleitung vorgetragen vom Schauspieler und Sänger René Picard. Theater machten Mitglieder des Wiwa-Ensembles, indem sie Passagen aus Produktionen der vergangenen zehn Jahre präsentierten. Comedy gab die Autorin Murielle Kälin zum Besten – mit intimen und ironischen Einblicken ins Schriftstellerleben. Der Laufenburger Kunstmaler Rudolf Schütz führte die Anwesenden in sein Schaffen ein. «Ich möchte mit meinen Bildern darstellen, was man gerne sieht, in dem Sinne bin ich Impressionist», sagte Schütz.

Noch offen im Programm sind Termine für die Veranstaltungsidee «Local Day». Ziel ist es, Newcomern in eine Plattform zu bieten. Saalmiete verlangt Kultschüür an diesen Abenden keine. Dafür bekommt der Künstler aber auch keine Gage.

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