Fricktal
Altmetall-Preise im Keller – Entsorgungs-Unternehmen leiden

Weil die Rohstoffpreise in den Keller gefallen sind, ergreifen die Entsorgungsunternehmen Massnahmen. Das Recycling-Center Frick hat anfangs des Jahres eine jährliche Grundgebühr in Höhe von 20 Franken erhoben. Recycling-Spezialist Mittner aus Etzgen verlangt eine Gebühr auf die Annahme von Alteisen.

Nadine Böni
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Der Preiszerfall beim Altmetall macht den Entsorgungs-Firmen zu schaffen. Die Preise bei gewissen Materialien sind derart tief, dass gar nicht mehr recycelt wird, weil es billiger ist, neues Material zu verwenden.

Der Preiszerfall beim Altmetall macht den Entsorgungs-Firmen zu schaffen. Die Preise bei gewissen Materialien sind derart tief, dass gar nicht mehr recycelt wird, weil es billiger ist, neues Material zu verwenden.

Nicole Nars-Zimmer niz

Es ist eine schwere Last, die momentan auf die Entsorgungs-Unternehmen drückt. Erst vergangene Woche musste die Hornusser Klein AG die Bilanz deponieren. Geschäftsführer Andreas Schwander sprach von einer «schwierigen Situation», in der die Branche stecke. Eine Situation, die auch andere Firmen kennen: Der tiefe Metall- und Eisenpreis macht ihnen zu schaffen.

«Der Markt wird mit Material aus China geradezu überschwemmt», sagt Andreas Mittner, Geschäftsführer im familieneigenen Recycling-Spezialisten Mittner Muldenservice in Etzgen.

Das hat zu einem regelrechten Preiszerfall beim Altmetall geführt. Heute erhalten die Unternehmen pro Tonne je nach Qualität und Tagespreis einige wenige Franken. «Ein Bruchteil davon, was es noch vor ein paar Jahren gab», sagt Mittner.

«Enormer Preisdruck»

«Der Preisdruck ist enorm – vor allem auf gewerblicher Seite», bestätigt Fabian Mombelli, Geschäftsführer bei der Rewag (Regio Wiederverwertungs AG) in Kaiseraugst. «Wir spüren das im gesamten Recycling-Bereich.»

So seien die Preise bei gewissen Materialien derart tief, dass gar nicht mehr recycelt würde, weil es billiger ist, neues Material zu verwenden. «Seit rund einem halben Jahr merken wir, dass es schwieriger ist, gewisse Materialien zu verkaufen», sagt Urs Geissmann, Geschäftsführer der Daetwiler AG, die in Frick das Recycling-Center betreibt.

Die Entsorgungs-Unternehmen reagieren mit unterschiedlichen Massnahmen auf die schwierige Situation. Das Recycling-Center etwa hat auf Anfang Jahr einen Nutzungsbeitrag eingeführt. Diese jährliche Grundgebühr (30 Franken) soll das Loch stopfen, das durch den Zerfall der Rohstoffpreise entstanden ist. «Bisher haben die Kunden diese Massnahme akzeptiert. Viele haben Verständnis für die Situation und schätzen die Möglichkeit, täglich entsorgen zu können», so Geissmann.

Bei Mittner verzichtet man zwar auf eine Grundgebühr. Seit einem Jahr aber verlangt das Unternehmen «bedingt durch die Marktlage» eine Gebühr für die Annahme von Alteisen und Metallen: 50 Franken pro Tonne, 5 Rappen pro Kilogramm. «Für Kunden, die sich für die Thematik interessieren, haben wir ein Schreiben aufgelegt. Die meisten haben Verständnis», sagt Andreas Mittner. Ausserdem versuche man, bei der Anwendung der Gebühr Fingerspitzengefühl zu zeigen.

«Beobachten die Situation»

Auch die Rewag in Kaiseraugst passt sich der Situation an. Seit Kurzem hat das Unternehmen am Samstag geöffnet. Damit will es vor allem eine «Ausweitung im Bereich der Privatkunden» erreichen, wie Fabian Mombelli erklärt. Der Ausfall bei gewerblichen Kunden lasse sich damit zwar nicht kompensieren. Aber es sei ein weiteres Standbein, so Mombelli. Auch eine Jahresgebühr sei schon Thema gewesen. Von einer Einführung habe man allerdings abgesehen. Wie alle angefragten Unternehmen heisst es aber auch bei der Rewag, dass man die Situation «laufend beobachten und allenfalls reagieren» müsse.