Seit mehr als 40 Jahren legt Familie Michlmayr ihr Trompeterschiff vom Bad Säckinger Rheinufer ab. Prognosen für das Jahr 2019 sind für Kapitän Johan-Peter Michlmayer dennoch schwer zu treffen. «Wenn das Wetter mitspielt, wird die Saison 2019 auch wieder passen», denkt er. Der Kapitän weiss aber auch nur zu gut, dass sich das Wetter und damit der Rheinpegel innerhalb 24 Stunden ändern können. «Es liegt noch Schnee in den höheren Lagen und der Mai als regenreicher Monat liegt noch vor uns», so Michlmayr.

Auch im vergangenen Jahr hatte das Wetter Auswirkungen auf die Rheinschifffahrt. Eine handbreit Wasser unterm Kiel gab es für die Schiffe auf dem Rhein kaum noch. Das Niedrigwasser in der vergangenen Saison sei für Michlmayr jedoch nicht so gravierend gewesen, wie das Hochwasser im Jahr 2017. «Der Abschnitt zwischen Säckingen und Schwörstadt war auch grenzwertig, aber wir waren noch im grünen Bereich», erläutert der Kapitän. Aufgrund der beiden Rheinkraftwerke in Bad Säckingen und Schwörstadt wurde das Wasser angestaut. So konnte er die Saison 2018 zufrieden beenden.

Rundfahrt dauert gut 2 Stunden

Die Saison 2019 startet morgen, am Karfreitag. Bis Ende Mai lege das Schiff dann jedes Wochenende um 14.30 Uhr für jedermann ab. Die Hauptsaison des Trompeters laufe ab Juni. Dann legt der Kapitän nicht mehr nur am Wochenende ab, sondern auch unter der Woche. Von der Anlegestelle am Diebsturm in Bad Säckingen geht es über Stein und beide Wallbach bis nach Schwörstadt und wieder zurück. Etwa zwei- bis zweieinhalb Stunden werden, je nach Strömung, für eine solche Rundfahrt eingeplant. Von Ostern bis November könne man auch Gesellschaftsfahrten im Voraus buchen. Für Michlmayr stellen diese das Hauptgeschäft und eine willkommene Konstante dar.

Neben den normalen Rundfahrten, bei denen Kaffee und Kuchen, sowie Kaltgetränke angeboten werden, bietet die Familie Michlmayr auch Frühstücksfahrten an. Diese finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt. Für spezielle Anlässe können auch Buffets dazu gebucht werden. Seine Arbeit möchte der Kapitän, trotz der nicht vorhersehbaren Wetterumschwünge und der immer wechselnden Fahrgastzahlen, mit niemandem tauschen. «Ausser den Pflichtjahren zu Land war ich mein Leben lang auf der Schifffahrt und bereue keine Sekunde davon», so Michlmayr.

Eine Fahrt mit dem Schiff lohne sich auch für Ortsansässige. Denn von diesen höre der Kapitän häufig, wie schön der Blickwinkel vom Schiff auf das Umland doch sei. Kommentare wie: «Das habe ich ja noch nie gesehen», seien keine Seltenheit. Man erhält einen neuen Blickwinkel auf die Umgebung und «entdeckt Sachen, die man vorher noch nicht gesehen hatte», so Michlmayr.