Impressionen aus Rheinfelden zeigt der Maler Hermann Burger im Hotel Eden im Park. Die Betrachter können in diesen Bildern mit den Augen durch die historische Altstadt spazieren und die geschichtsträchtigen Gebäude und pittoresken Gassen auf sich wirken lassen. Die Architektur und die historischen Bauwerke der Zähringerstadt haben den Künstler aus Möriken zu einer Serie von Arbeiten auf Papier inspiriert.

Vor Ort hat Hermann Burger Skizzen oder Fotografien gemacht und dann im Atelier die Mischtechniken in Aquarell und Tusche mit feinem, präzisem Strich und genauem Blick für die Details ausgearbeitet. Die zarten Linien und Konturen sind mit Tusche ausgeführt, die subtile Kolorierung in Aquarellfarben.

Realistisch und detailgetreu

«Die Zeichnung ist das Gerüst, die Malerei die Seele, die das ausfüllt», sagte Burger im Gespräch mit Kuratorin Doris Horvath bei der Ausstellungseröffnung. In der Königsdisziplin des Aquarells, bei dem man nichts korrigieren oder übermalen kann, bei dem jeder Pinselstrich auf Anhieb sitzen muss, erweist sich Burgers herausragendes malerisches Können. Seine Rheinfelder Stadtimpressionen haben eine wunderbare Leichtigkeit, Transparenz und luftig-dezente Feinheit der Farbabstufungen. Die Stadtansichten sind detailgenau und realistisch, lassen dem Betrachter aber immer Spielraum für eigene Gedanken.

Hermann Burger hat sich die «Postkartenseiten», die reizvollen architektonischen Schönheiten der Stadt ausgeguckt, die er mit liebevollem Blick, sensibler Maltechnik, frischen Farben und Sinn für interessante Perspektiven festhält. Man sieht etwa den Obertorturm, die Häuserzeile der Marktgasse, die auffallende Fassade des Rathauses, den Rathausturm, die Fassade des Gasthauses zum Salmen, das Haus zur Sonne, die Sonnenuhr.

Als malender und zeichnender Chronist fängt der Künstler feinsinnig die Besonderheiten der historischen Gebäude mit ihren blauen Fensterläden oder der rosafarbenen Fassade ein, im lebendigen Spiel von Licht und Schatten. Unter den Sujets finden sich auch der Brunnen vor dem «Goldenen Adler», die Ecke beim «Löwen», der perspektivisch raffinierte Blick durch den Obertorturm auf das Gebäudeensemble. Dankbare malerische Motive sind auch der Blick zum Storchennestturm und die markante Architektur des Feldschlösschens, die Burger mehrfach in leuchtenden Rot-Gelb-Tönen anschaulich ins Bild setzt. Auch die kraftstrotzenden Brauereirösser, die das Feldschlösschen-Bier transportieren, sind ein Hingucker in dieser Schau.

Maler und Dichter

Die 28 Impressionen hat Hermann Burger speziell für diese Ausstellung im Hotel Eden im Park geschaffen. In diesen Arbeiten präsentiert sich der Künstler zur Abwechslung im gegenständlichen und realistischen Stil, während er sonst bevorzugt abstrakt malt: «Man kann das mit der Musik vergleichen, die abstrakte Malerei ist für mich wie Jazz, die gegenständlichen Aquarelle wie klassische Musik», sagt der Maler, der auch Gedichte schreibt. Bei einer Performance, begleitet von Andy Bopp an der Gitarre, gab Hermann Burger eine Kostprobe seines lyrischen Schreibens mit einem fantastisch-poetischen Text über Rheinfelden.